Die Winterpause ist überstanden. Am kommenden Wochenende startet die VLN Langstreckenmeisterschaft mit dem ersten Saisonlauf wieder durch, nachdem die Test- und Einstellfahrten wegen Schneefalls zunächst noch abgesagt werden mussten. Doch welcher Fahrer fährt in dieser Saison bei welchem Team? Welche Mannschaft setzt welches neue Auto ein? Gibt es neue Cup-Wertungen? Motorsport-Magazin.com klärt auf, worüber Sie in der neuen Saison Bescheid wissen sollten.

Nico Bastian startet 2013 im ROWE-SLS - Foto: Sönke Brederlow
Nico Bastian startet 2013 im ROWE-SLSFoto: Sönke Brederlow

Nico Bastian, 2012 noch BMW-Werkspilot, wechselt für mindestens zwei Jahre zu ROWE Racing und bestreitet für das Bubenheimer Rennteam die Läufe der VLN Langstreckenmeisterschaft sowie das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit einem Top-Team wie ROWE Racing und hoffe, dass ich zu weiteren Erfolgen beitragen kann", grinste der 22-Jährige.

Ebenfalls mit einem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 am Start: Car Collection. Neben den zahlreichen Cup-Porsche bringt das Team jetzt auch einen Flügeltürer in die Startaufstellung der Langstreckenmeisterschaft. "Wir wollen mit dem SLS sechs bis acht Rennen in der VLN bestreiten", verriet Teamchef Peter Schmidt. "Für uns ist der Mercedes natürlich auch eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen."

Timbuli Racing hat 2013 gleich zwei Neuzugänge zu vermelden: Christopher Brück und Pierre Kaffer. Der 28-jährige Brück wechselt von Frikadelli zu Timbuli Racing, die im vergangenen Jahr eine starke Debütsaison feierten. "Aus diesem Grund war es mein Wunsch, im kommenden Jahr für das Team zu starten", erklärte Brück seine Entscheidung. "Ich freue mich riesig, dass wir uns einig geworden sind und ich dann 2013 Teil der einzigartigen Mannschaft sein werde."

Vorsicht, Wildwechsel!

Nach der Fusion zwischen Raeder Motorsport und Manthey Racing, werden Fans den giftgrünen Raeder-R8 2013 vergeblich suchen. "Zwar werden wir uns kurzfristig von unserem erfolgreichen R8 LMS trennen, doch wird der den VLN-Fans bekannte Audi TT-RS mit Deegener, Wohlfahrt, Breuer, Kubasik auch in der neuen Saison auf der Langstrecke zu sehen sein", verriet Raeder. "Darüber hinaus bleiben wir unserer Konzentration auf den Kundensport treu, d.h. wir unterstützen zwei weitere TT-RS-Einsätze anderer Teams technisch."

Der rot-weiße TT-RS von FH Köln Motorsport wird 2013 fehlen - Foto: Jan Brucke/VLN
Der rot-weiße TT-RS von FH Köln Motorsport wird 2013 fehlenFoto: Jan Brucke/VLN

Der rot-weiße Audi TT-RS von FH Köln Motorsport wird fehlen, ein blauer TT-RS sollte das Starterfeld dafür aber bereichern, denn die amtierenden Meister von LMS Engineering haben den Ingolstädter, der der FH Köln Motorsport im vergangenen Jahr von der quattro GmbH zur Verfügung gestellt worden war, gekauft. Wegen fehlender Kurbelwellen sowie Unklarheiten in der technischen Einstufung wurde der TT-RS mit Startnummer '1' für 2013 jedoch wieder zurückgezogen.

Einen Klassenwechsel unternimmt unterdessen Raeder Motorsport. "Von der SP4T (Specials bis zu 2,5 Liter Hubraum mit Turboaufladung) werden wir mit dem TT-RS in die SP3T (Specials bis zu 2,0 Liter Hubraum mit Turboaufladung) wechseln, aus der auch die aktuellen Meister stammen", erklärt Teamchef Raeder. "Wir rechnen damit, dass sich diese Klasse auch 2013 wieder stark präsentiert."

Alzen-Brüder auf dem Vormarsch

Uwe und Jürgen Alzen - zwei Brüder, die aus der VLN Langstreckenmeisterschaft derzeit nicht wegzudenken sind. Während Jürgen Alzen 2012 mit seinem schwarzen Ford GT die Fans begeistern konnte, sorgte Uwe Alzen mit seinem Brüllkäfer-911er für Aufsehen. In diesem Jahr ändert sich etwas: der Ford GT bleibt, ein BMW Z4 GT3 kommt. Schon beim Saisonfinale 2012 ließ Uwe Alzen durchsickern, dass er 2013 vermutlich mit dem Münchener Fabrikat startet.

Der Alzen-Porsche bleibt bei Landgraf Motorsport erhalten - Foto: Sönke Brederlow
Der Alzen-Porsche bleibt bei Landgraf Motorsport erhaltenFoto: Sönke Brederlow

Ganz vermissen müssen die Fans seinen Porsche 997 GT3 Cup aber nicht: Landgraf Motorsport wechselt 2013 vom BMW 325i auf den Zuffenhausener und geht damit auch eine Zusammenarbeit mit Uwe Alzen Automotive ein. "Wir haben einen gemeinsamen Auftritt im Zelt und der Box und mit schwarz-chrom gleiche Farben, doch Landgraf Motorsport wird ein eigenständiges Team bleiben", betonte Teamchef Klaus Landgraf.

ATM Motorsport wird sich hingegen aus der beliebten Breitensportserie zurückziehen. Schon zu Beginn der vergangenen Saison erlebte das Team einen herben Rückschlag, als der Renault Clio bei den Test- und Einstellfahrten beinahe vollständig zerstört wurde. Hinzu kamen die erhöhten Nenngelder sowie die deutlich angestiegenen Ersatzteilpreise. Auch die Suche nach Sponsoren lief - wie so oft im Motorsport - schleppend. "Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen Helfern, Freunden und Fans, die uns in den letzten VLN-Jahren unterstützt haben, ganz herzlich bedanken", hieß es auf der Internetseite des Teams.

Neue Cup-Wertungen

Mit dem TMG GT86 Cup und dem Opel Astra Cup hat die VLN in dieser Saison gleich zwei neue Cup-Wertungen innerhalb der Gesamtwertung. Beide erfreuen sich offenbar großer Beliebtheit, denn der Zugriff auf die Fahrzeuge war groß. Bereits im vergangenen Jahr tauchten GT86 oder Astra auf der Nordschleife auf, beispielsweise von Ring-Racing oder Kissling Motorsport.

Beide Cups glänzen durch ihre geringen Einsatzkosten. Während der Toyota für 48.815 Euro erhältlich ist, müssen für den Astra rund 47.000 Euro bezahlt werden. Auch bei den Preisgeldern wird einiges geboten. 20.000 Euro winken dem Gesamtsieger des TMG GT86 Cups, beim Astra Cup war lediglich von einem großen Preisgeldtopf die Rede, der attraktive Prämien für die erfolgreichsten Cup-Fahrer ausschüttet.

BMW baut Werksunterstützung aus

Schubert startet auch 2013 in 'M-Farben' - Foto: Sönke Brederlow
Schubert startet auch 2013 in 'M-Farben'Foto: Sönke Brederlow

Auch BMW setzt sein Engagement auf der Nordschleife fort. Nachdem im Vorjahr bereits Schubert Motorsport als werksunterstütztes Kundenteam bei der VLN und dem 24-Stunden-Rennen startete, kommt in diesem Jahr auch Marc VDS mit dem Beistand der Münchener an den Ring. Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com bestätigte Schubert Motorsport jedoch, auch 2013 mit den Farben der M GmbH auf der Nordschleife zu fahren. Welche Werkspiloten für die beiden Mannschaften ins Volant des Z4 greifen werden, ist aber noch offen.

Haribo setzt neben dem überarbeiteten Porsche 997 GT3R nun auch einen Porsche 911 GT3 Cup ein, der ebenfalls im Look des Bonners Süßwarenfabrikanten daher kommt und unter der Fahne des neu formierten Haribo Junior Team fährt, in dem Rennprofi Christian Menzel junge Rennsporttalente trainiert. Mario Farnbacher und der amtierende VLN-Meister Dominik Brinkmann sind bereits gesetzt, ein dritter Youngster wird noch bekanntgegeben.

Der Dicke kehrt zurück

Große Neuigkeiten gibt es auch bei Manthey zu vermelden. Nach einjähriger Pause kehrt der bei den Fans so beliebte gelb-grüne Elfer zurück in die Langstreckenmeisterschaft. "Als Fahrer ist für die gesamte Saison Jochen Krumbach bestätigt", verriet Teamchef Olaf Manthey. "Er erhält dabei über die Saison hinweg wechselnde Unterstützung von Porsche-Werksfahrern." Darüber hinaus bringt der Rennstall aus Meuspath insgesamt fünf 911er an den Start, unter anderem den Wochenspiegel- und den Pinta-Porsche sowie zwei Cup-Fahrzeuge.

Der gelb-grüne Manthey-Elfer kehrt zurück - Foto: Porsche
Der gelb-grüne Manthey-Elfer kehrt zurückFoto: Porsche

Wie schon im Vorjahr wird auch Falken Motorsport auf das Zuffenhausener Fabrikat setzen und tritt ebenfalls mit dem neuen Breitbau-Upgrade-Kit des 997er an. Mit Peter Dumbreck, Martin Ragginger, Porsche-Werksfahrer Wolf Henzler und Sebastian Asch hat das Team zudem eine starke Fahrerpaarung vorzuweisen. Nicht auszuschließen, dass das Team 2013 um Gesamtsiege mitkämpfen wird. "Das Ziel ist es, beim 24h-Rennen in den Top Ten zu landen", kündigte Martin Ragginger bereits an.

Auch Black Falcon setzt neben den BMW-Serienfahrzeugen einen neuen Porsche 911 GT3 Cup ein, der von Tim Scheerbarth, Steve Jans und Manuel Metzger pilotiert wird. "Mit Steve Jans bin ich im vergangenen Jahr im BMW M3 gefahren und mit Manuel Metzger 2011 im Z4", freut sich Scheerbarth auf die neue Saison. "Ich erwarte starke Gegner und harte Kämpfe im Top 10-Gesamtklassement."

Termine 2013:

23.03.2013 - 60. ADAC Westfalenfahrt
13.04.2013 - 38. DMV 4-Stunden-Rennen
27.04.2013 - 55. ADAC ACAS H&R-Cup
22.06.2013 - 44. Adenauer ADAC Simfy Trophy
20.07.2013 - 53. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen
24.08.2013 - 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen
14.09.2013 - 36. RCM DMV Grenzlandrennen
28.09.2013 - 45. ADAC Barbarossapreis
12.10.2013 - ROWE DMV 250-Meilen-Rennen
26.10.2013 - 38. DMV Münsterlandpokal