Beim Auftakt des Superleague Formula Nations Cup in Assen (Niederlande) fuhr Tristan Gommendy (Frankreich - Girondins de Bordeaux) vor Earl Bamber (Neuseeland) zur ersten Pole Position des Jahres. Im Halbfinale gewannen die beiden ihre Duelle gegen Robert Doornbos (Niederlande) und Antonio Pizzonia (Brasilien). Die geschlagenen Halbfinalisten werden am Sonntag aus der zweiten Reihe starten.

Zum Auftakt des Zeittrainings markierte Neel Jani (Belgien - RSC Anderlecht) die erste Bestzeit. Jani fuhr eine Rundenzeit von 1:26.261 Minuten und war damit 0,106 Sekunden schneller als Frederic Vervisch (Luxemburg). Eine halbe Sekunde hinter der Spitze reihte sich Andy Soucek (Türkei - Galatasaray) auf dem dritten Platz ein, auch Pizzonia qualifizierte sich für die K.O.-Phase. John Martin (Australien), Filia Salaquarda (Tschechische Republik - Sparta Prag) und Duncan Tappy (Japan) waren dagegen zu langsam und schieden vorzeitig aus.

Im zweiten Teil der Gruppenphase stellte Yelmer Buurman (Niederlande - PSV Eindhoven) seine Qualitäten unter Beweis. Der Lokalmatador markierte in 1:26.176 Minuten die schnellste Zeit der Vorrunde. Auch Bamberg und Gommendy zogen ohne Probleme in die nächste Runde ein. Richtig eng wurde es für Doornbos, der sich mit 0,006 Sekunden Vorsprung auf Craig Dolby (England) als Gruppenvierter qualifizierte. Ho-Pin Tung (China) schied als Sechster aus, Maria de Villota (Spanien - Atletico Madrid) fuhr nach einem Fahrfehler keine komplette fliegende Runde.

Lokalmatadoren verpassen das Finale

Als schnellster Fahrer der Vorrunde trat Buurman im Viertelfinale gegen Pizzonia an. Nach einem Verbremser des Favoriten ging das Duell aber mit 1,420 Sekunden Vorsprung an den Außenseiter Pizzonia. Besser machte es Doornbos, der sich in einem Duell gegen Jani durchsetzte, obwohl er im ersten Sektor deutlich langsamer unterwegs war. In den anderen Viertelfinals gewannen Gommendy und Bamber ihre Duelle gegen Vervisch und Soucek.

Wieder musste Pizzonia im ersten Duell antreten, sein Gegner hieß Gommendy. Diesmal hatte der Brasilianer keine Chance und war über eine Sekunde langsamer als sein Kontrahent aus Frankreich. Im zweite Halbfinale war Endstation für den zweiten Lokalmatador: Doornbos scheiterte an der guten Zeit von Bamber.

Der Zweikampf um die Pole Position wurde also zwischen Neuseeland und Frankreich - Girondins de Bordeaux ausgetragen. Zum Auftakt der Superleague Formula Saison 2011 setzte sich Gommendy mit einer tollen Runde in 1:26.313 Minuten und 0,432 Sekunden Vorsprung auf Bamber durch. Von seinem Erfolg war Gommendy so überwältigt, dass er noch in der Auslaufrunde anfing zu weinen. Erst vor zwei Tagen ergatterte der Franzose ein Cockpit, obwohl er zuvor sieben Monate lang kein Rennauto bewegte.

Die Stimmen zum Qualifying

Tristan Gommendy (France - Girondins de Bordeaux): "Das Team hat heute einen richtig guten Job gemacht, schon im vergangenen Jahr waren sie die Meister, was soll man da noch sagen? Für mich ist es eine sehr spezielle Situation, denn die Entscheidung in der Superleague Formula an den Start zu gehen, ist erst sehr spät gefallen. Wir mussten den Sitz nachts anpassen, jeder hat sein Bestes geben, heute habe ich meinen Job erledigt. Ich freue mich sehr für das Team und bedanke mich bei Wim für sein Vertrauen. Ich hoffe, dass das die beste Antwort war, die ich ihm gegen konnte."

"Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir viel weniger Grip, es ist sehr schwer fehlerlos zu bleiben. Im gesamten Qualifying habe ich versucht keinen Fehler zu machen, nicht zu stark anzugreifen und jede Runde vernünftig zu treffen. Wir hätten schneller sein können, aber es war eine gute Runde und wir stehen auf Pole. Wenn man von dort startet, muss man auch gewinnen."

Earl Bamber (Neuseeland): "Heute war ein fantastischer Tag, wir waren zwar etwas langsamer als im Training, trotzdem ist uns ein guter erster Run gelungen. Das Team hat in der Nacht einige gute Änderungen vorgenommen. Bisher bin ich nicht über das Viertelfinale hinaus gekommen, es war also eine andere Erfahrung für mich. Es war toll, gegen Tristan im Finale anzutreten. Morgen hoffe ich ebenfalls auf ein gutes Resultat. Wir haben ein gutes Rennsetup, allerdings könnte es morgen regnen, was ein paar Dinge durcheinander würfeln könnte. Aber es ist einfach fantastisch wieder im Auto zu sitzen, ich muss mich bei allen Beteiligten dafür bedanken. Es ist sehr speziell wieder für Neuseeland zu fahren, vor allem in der Superleague."

Robert Doornbos (Niederlande): "Die Halbfinals waren wirklich eng, leider haben wir etwas Grip am Auto verloren. Ich kann mit dem dritten Platz gut leben und möchte mich bei allen der Superleague Formula bedanken, dass sie mir die Chance gegeben haben wieder Rennen zu fahren. Ich freue mich auf morgen, die Fans und gute Resultate. Ich war letzte Nacht in Assen für die Demonstrationsfahrt und habe ein paar Tickets verteilt, es werden sicher viele Zuschauer kommen. Es ist schön, die Saison mit einem Heimrennen zu starten, doch es lastet auch mehr Druck auf den Schultern. Wir haben aber ein gutes Auto."

Antonio Pizzonia (Brasilien): "Es ist mein erstes Mal hier in Assen und ich bin seit eineinhalb Jahren keinen Formel-Boliden mehr gefahren. Daher bin ich sehr zufrieden zurück in der Superleague Formula zu sein und gleich auf Platz vier zu stehen. Das ist ein toller Erfolg für mich und das Team. Nach dem gestrigen Tag habe ich das nicht erwartet, da wir nicht viel gefahren sind. Daher bin ich umso mehr begeistert und gespannt, was morgen passieren wird. Hoffentlich wird es für jeden eine gute Show!"