Der Regen hatte im Laufe des Vormittags in Magny-Cours zwar nachgelassen, jedoch nieselte es zum Start des zweiten Superbike-Rennens erneut leicht. Der Lauf wurde abermals zum Regenrennen erklärt und mit nur 19 Runden gestartet. Marco Melandri missachtete die Zeichen seines Teams im zweiten Rennen und nahm den verdienten Rennsieg mit nach Hause. Sylvain Guintoli musste sich zähneknirschend mit Platz zwei abfinden, während Leon Haslam seinen ersten Podestplatz 2014 feierte.

Noch vor dem Start bog Toni Elias wieder in die Boxengasse ein. Währenddessen war es erneut Jonathan Rea, der am Start am besten wegkam und vor den Verfolgern in die erste Kurve einbog. Davide Giugliano, Tom Sykes, Marco Melandri, Sylvain Guintoli, Chaz Davies, Loris Baz, Sam Lowes, Leon Haslam und Eugene Laverty reihten sich hinter dem Honda-Piloten ein. Javier Fores lag zunächst an elfter Position, Max Neukirchner hinter seinem Teamkollegen Lorenzo Lanzi auf Platz 15. Noch in der ersten Runde übernahm Giugliano die Spitze vor Rea und Melandri.

Davide Giugliano warf die Führung in der zweiten Runde weg - Foto: Ducati
Davide Giugliano warf die Führung in der zweiten Runde wegFoto: Ducati

Guintoli und Sykes lagen direkt dahinter auf den Positionen vier und fünf. Neukirchner hatte in Runde eins einen Platz gutgemacht und belegte Rang 14. Noch in der zweiten Runde stürzte Lowes in Kurve zwölf. Nur wenige Meter später warf Guintoli die Führung ebenso in den Kies. Rea übernahm die Spitze vor Melandri und Guintoli. Sylvain Barrier, der bis zur fünften Runde an elfter Position die EVO-Wertung anführte, stürzte ebenso. Der Franzose konnte weiterfahren, flog aber eine Runde später erneut ab und musste endgültig aufgeben.

Beim Versuch Baz in der achten Runde zu überholen, verbremste sich Fores und fiel von Position acht auf Rang neun hinter seinen Teamkollegen Lanzi zurück. Neukirchner kämpfte hinter den beiden auf Platz zehn um Anschluss. Zur Rennmitte führte Rea weiter. 1.417 Sekunden hinter ihm folgte Guintoli mit seinem Teamkollegen im Nacken. Sykes lag an vierter Position vor Haslam und Laverty. Lanzi und Fores hatten sich schließlich beide an Baz vorbeigedrängt und lagen zur Halbzeit auf den Plätzen sieben und acht, direkt vor Baz. Neukirchner belegte weiter den zehnten Rang.

In der zehnten Runde flog Rea in Kurve sieben heftig per Highsider ab, rappelte sich aber schnell wieder auf und fuhr weiter. Die Spitze hatte derweilen aber Guintoli knapp vor Melandri übernommen. Sykes lag damit auf Position drei vor Haslam. Laverty rückte auf den fünften Platz vor Lanzi und Fores vor. Baz lag an Position acht, Neukirchner auf Platz neun. Chaz Davies kletterte dank Reas Sturz in die Top-10 nach vorne.

In Runde zwölf hatte Melandri die Teamorder satt und preschte an Guintoli vorbei an die Spitze. Rea gab derweilen auf und kehrte in die Honda-Box zurück. Jeremy Guarnoni stürzte und Haslam machte Jagd auf Sykes und damit das Podest hinter dem Aprilia-Duo. Lanzi schnappte sich Laverty und platzierte seine 3C Ducati damit vorübergehend auf Rang fünf. Sein Teamkollege Fores musste mit technischen Problemen aufgeben und kam damit auch im zweiten Rennen nicht ins Ziel.

Laverty landete in Runde 15 im Kies. Der Nordire flog in Kurve sieben ab, blieb aber wie seine zuvor gestürzten Mitstreiter glücklicherweise unverletzt. Vier Runden vor Rennende bekam Melandri wie schon im ersten Lauf einen wütenden Smiley auf seinem Board angezeigt. Abermals sollte er zugunsten seines Teamkollegen Tempo herausnehmen und seinen Vorsprung von 1.5 Sekunden abtreten. Bryan Staring stürzte zwei Runden vor Rennende. Während Melandri seinen Vorsprung dieses Mal verwaltete, kämpfte sich Haslam an Sykes vorbei.

Melandri ließ seinen Teamkollegen dieses Mal nicht vorbei und fuhr den Sieg mit 2.669 Sekunden vor Sekunden vor Guintoli nach Hause. Haslam sicherte sich den dritten Platz und kletterte damit zum ersten Mal in dieser harten Saison aufs Treppchen. Sykes musste sich mit Rang vier geschlagen geben. Lanzi sah die Zielflagge als Fünfter, 11.8 Sekunden vor Neukirchner, die dem deutschen 3C Racing Team beim Gastauftritt damit alle Ehre machten. Baz wurde vor Claudio Corti Siebter. Davies und EVO-Sieger Niccolo Canepa komplettierten die Top-10. Fabien Foret, Gabor Rizmayer und Imre Toth kamen als Letzte im Ziel an und nahmen wertvolle Punkte mit.