Nach einer sturzreichen nassen Warm-Up-Session und starkem Regen wurde das erste Superbike-Rennen in Magny-Cours auf nasser Strecke für nur 19 Runden gestartet. Der Regen ließ zum Start zwar etwas nach, dennoch zeigte sich das französische Wetter ganz und gar nicht von seiner besten Seite. Das Duell Sylvain Guintoli vs. Tom Sykes wurde im sturzreichen Rennen auf ihre Teamkollegen ausgedehnt, denn Marco Melandri musste Guintoli wenige Runden vor Rennende vorbeiwinken und schenkte ihm damit den Heimsieg. Jonathan Rea folgte hinter dem Aprilia-Duo als starker Dritter.

Jonathan Rea erwischte einen Spitzenstart und bog noch vor Tom Sykes und Sylvain Guintoli in die erste Kurve ein. Nach der ersten Runde führte der Honda-Pilot bereits mit über einer Sekunde vor Sykes, Guintoli, Chaz Davies und Marco Melandri. Davide Giugliano, Loris Baz, Javier Fores, Alex Lowes und Leon Haslam lagen zunächst in den Top-10. Max Neukirchner beendete die erste Runde auf Position 15. Während sich Guintoli Sykes schnappte und auf Jagd nach Rea ging, stürzte Davies noch in der zweiten Runde in Kurve fünf.

Noch am Ende der zweiten Runde gong Guintoli an Rea vorbei in Führung. Sykes lag weiterhin auf Position drei, während sich Giugliano auf Platz vier nach vorne gekämpft hatte. Baz, Fores, Melandri, Haslam, Toni Elias und Sylvain Barrier als bester EVO-Fahrer folgten. Lowes kehrte nach zwei Runden in die Box zurück. Kurve fünf wurde auch in der dritten Runde zur Sturzfalle: Diesmal flog Elias ab, blieb glücklicherweise aber wie Davies unverletzt.

Chaz Davies stürzte schon in der ersten Runde - Foto: Ducati
Chaz Davies stürzte schon in der ersten RundeFoto: Ducati

Auch Eugene Laverty landete im französischen Kies, konnte aber noch weiterfahren. Sykes kam im harten Kampf gegen Giugliano von der Strecke ab, konnte sich aber über die Auslaufzone retten und reihte sich an Position vier wieder ein. Nur eine Runde später passierte seinem Teamkollegen Baz genau das Gleiche. Giugliano stürzte nur kurz danach, konnte aber weiterfahren. Fores, der im Kampf um Platz zwei lag, stürzte in der sechsten Runde und musste damit frühzeitig aufgeben. Auch Andrea Andreozzi beendete sei Rennen führzeitig. Gabor Rizmayer fiel den widrigen Bedingungen ebenso zum Opfer.

Zur Rennmitte hatte der Regen zwar komplett aufgehört, dennoch waren die Bedingungen schwierig. Guintoli führte mit fast vier Sekunden vor seinem Teamkollegen Melandri, der nach und nach aber aufholte. Baz lag an dritter Position vor Sykes und Rea. Das Verfolgerfeld profitierte derweilen von den vielen Ausfällen. Haslam lag auf Position sechs vor Lorenzo Lanzi, Barrier und Neukirchner. Giugliano war nach seinem Sturz weitergefahren und lag schon wieder in den Top-10.

Baz kam im Laufe des Rennens ein weiteres Mal von der Strecke ab und zeigte die gleiche Aktion wenige Runden später gemeinsam mit Sykes. Beide konnten sich zwar sicher auf die nasse Strecke zurückretten, allerdings musste sich Baz später um einen Platz zurückfallen lassen. Drei Ausritte waren der Rennleitung zu viel. Sechs Runden vor Rennende klemmte Melandri am Hinterrad seines Teamkollegen und war wenige Meter später vorbei. Der Italiener führte das Rennen an.

Während Melandri seinem Teamkollegen trotz unglücklicher Signale seines Teams davonzog, hatte Rea beide Kawasaki-Piloten kassiert und lag damit auf Podestkurs. Drei Runden vor Rennende winkte Melandri Guintoli offensichtlich vorbei. Schließlich hat sein Teamkollege noch alle Chancen auf den WM-Titel. Auch Baz bekam Signale, seinen Teamkollegen durchzulassen, machte aber bis zur letzten Runde keine Anstalten. Erst in der letzten Kurve ließ er Sykes vorbei.

Guintoli fuhr den geschenkten Sieg nach Hause, während Melandri sich zur Freude des Teams mit Platz zwei abfand. Rea sicherte sich den letzten Podestplatz. Sykes wurde von Baz auf Position vier durchgelassen. Der Franzose fuhr den fünften Platz nach Hause. Haslam wurde Sechster. Giugliano hatte bis Platz sieben aufgeholt. Lanzi konnte sich als bester Fahrer des 3C Racing Teams über den achten Platz beim Gaststart freuen.

Neukirchner wurde neunter und übertraf sein Ziel der Top-10 damit sogar. Barrier sah die Zielflagge als Zehnter und damit bester EVO-Pilot. Niccolo Canepa sicherte sich Rang elf vor Jeremy Guarnoni. Claudio Corti, Bryan Staring und Fabien Foret nahmen die letzten Punkte mit nach Hause.