Zur ersten Superpole des Jahres auf Phillip Island wurden die 15 schnellsten Piloten aus der Qualifikation vom australischen Sonnenschein und heißen Temperaturen am Samstagnachmittag begrüßt. Die Bedingungen wusste Carlos Checa am allerbesten zu nutzen. Nachdem er die letzten fünf von sechs Rennen auf der Insel bereits für sich entschieden hat und immer zu den Favoriten auf Phillip Island zählt, holte sich der Spanier die erste Pole-Position in dieser Saison. Eugene Laverty und Michel Fabrizio sicherten sich hinter ihm die beiden weiteren Plätze in der ersten Startreihe.

Da ab 2013 nur noch drei Fahrer aus einer Reihe starten, wurde auch die Superpole an das neue Reglement angepasst. So werden in dieser Saison anstatt 16 nur noch die 15 schnellsten Fahrer der Qualifikation zur ersten Superpole zugelassen. Die geht 14 Minuten lang. Die drei (vorher vier) langsamsten Piloten scheiden danach aus. Die verbliebenen Zwölf gehen in die zwölfminütige Superpole zwei, in der erneut drei Fahrer die Segel streichen müssen. In der dritten Superpole geht es dann für die Top-9 in zehn Minuten um die besten Startplätze in den ersten drei Reihen.

Superpole 1 - Sykes wie gewohnt vorn

Leon Haslam fuhr zur ersten Superpole mit 1:31.388 Minuten zur ersten Bestzeit, nachdem er im zweiten Freien Training nur wenige Stunden zuvor gestürzt war. Marco Melandri war im Training ebenso abgeflogen, hatte aber gleichzeitig die schnellste Trainingszeit zurückgelegt. Doch auch in der Superpole purzelten nicht nur die Zeiten. Schon nach wenigen Minuten flog Jamie Stauffer heftig in Kurve zwei ab und konnte seine Qualifikation damit frühzeitig für beendet erklären. Währenddessen übernahm Tom Sykes die Spitze mit einer 1:30.841.

Tom Sykes fand mit gebrochenem Knochen in der linken Hand zu alten Spitzenplätzen zurück - Foto: Kawasaki
Tom Sykes fand mit gebrochenem Knochen in der linken Hand zu alten Spitzenplätzen zurückFoto: Kawasaki

Nach einer ersten Zeitenschlacht kehrten alle Piloten in ihre Boxen zurück, um kleinere Änderungen an den Motorrädern vorzunehmen, schon auf Qualifyer umzusteigen oder die erste Superpole bereits zu beenden. So fuhren in den letzten Minuten nur noch Leon Camier, Chaz Davies, Max Neukirchner, Loris Baz und Ivan Clementi auf die Strecke zurück, um ihre Positionen zu verbessern. Während Sykes unangefochten vor Melandri, Laverty und Checa an der Spitze blieb, verbesserte sich Leon Camier au den fünften Rang.

Sylvain Guintoli folgte hinter dem Suzuki-Piloten und vor Haslam und Davide Giugliano. Chaz Davies, Fabrizio, Jonathan Rea und Baz retteten sich als letzte in den zweiten Superpole-Durchgang. Max Neukirchner fehlten knapp zwei Zehntel zum Weiterkommen. Der Ducati-Privatier wird die beiden ersten Saisonrennen demnach nur vom 13. Startplatz aus in Angriff nehmen können. Stauffer schied nach seinem Sturz aus, Clementi konnte sich nicht weiter steigern.

Ausgeschieden sind:

13. Max Neukirchner
14. Jamie Stauffer
15. Ivan Clementi

Superpole 2 - Haslam in letzter Sekunde weiter

Viele Piloten legten direkt zu Beginn der zweiten Superpole auf Qualifyer-Reifen los und lieferten sich einen ersten Kampf um die Top-Positionen. Davies blieb lange in der BMW-Box und fuhr erst in den letzten Minuten auf die Strecke. Laverty, Sykes, Melandri und Checa belegten die ersten Positionen und beendeten die kurze Session schon nach wenigen Runden in der Sicherheit, garantiert in Superpole drei zu sein. Der Plan der Top-4 ging klar auf.

Guintoli, Rea und Camier folgten hinter Checa. Haslam konnte sich mit einer Last-Minute-Aktion noch in den dritten Durchgang retten, denn er fuhr in letzter Sekunde die achtschnellste Zeit. Fabrizio kam als Neunter und Letzter weiter. Giugliano konnte das Superpole-2-Ticket nicht lösen, Gleiches galt für Baz, der an diesem Wochenende - abgesehen vom Test - zum ersten Mal auf der Superbike-Maschine in Australien unterwegs ist. Davies blieb auf Platz zwölf und schied damit ebenso aus.

Ausgeschieden sind:

10. Davide Giugliano
11. Loris Baz
12. Chaz Davies

Superpole 3 - Wenn Zwei sich streiten

Die dritte Superpole bot schon zur Hälfte eine Sensation: Kawasaki-Mann Sykes und BMW-Pilot Melandri fuhren eine identische schnellste Runde in 1:30.615 Minuten. Beide kehrten direkt in die Boxengasse zurück und saßen die letzten Minuten aus. Doch wenn sich Zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. In diesem Fall sogar noch der Vierte. Denn Checa fuhr in letzter Minute eine schnellste Runde von 1:30.234 Minuten und sicherte sich damit die Pole-Position zum Auftaktwochenende.

Laverty und Fabrizio konnten sich ebenso steigern und landeten mit nur wenig Rückstand auf den Weltmeister aus 2011 auf Rang zwei und drei. Sykes und Melandri wurden in die zweite Startreihe verbannt. Guintoli wird gemeinsam mit ihnen aus Reihe zwei losfahren. Camier, Haslam und Rea folgten hinter dem Franzosen und bilden in beiden Rennen am Sonntag damit die dritte Startreihe.

Ergebnisse Superpole 3:

1. Carlos Checa (Team Ducati Alstare) Ducati Panigale 1199 1:30.234
2. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 1:30.429
3. Michel Fabrizio (Red Devils Roma) Aprilia RSV4 Factory 1:30.581
4. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 1:30.615
5. Marco Melandri (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 1:30.615
6. Sylvain Guintoli (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 1:30.683
7. Leon Camier (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 1:30.991
8. Leon Haslam (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 1:30.998
9. Jonathan Rea (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 1:31.742