Das große Finale brachte die versprochene Dramatik im Kampf um den Titel in der Super GT mit sich: Kollisionen, Strafen und unterschiedliche Strategien charakterisierten den letzten Lauf in Motegi, der mit 250 Kilometern das kürzeste Rennen der Saison war. Bei besten äußeren Bedingungen war das Michelin-bereifte Nismo-Team nicht zu schlagen: Ronnie Quintarelli und Tsugio Matsuda dominierten im Motul Autech Nissan GT-R von der ersten Runde an das Rennen und holten mit einem überlegenen Sieg mit 51 Sekunden Vorsprung den Titel auf beeindruckende Art und Weise. Doch erst der zweite Platz des Keeper Tom's Lexus RC F von Daisuke Ito und Andrea Caldarelli stellte den Meisterschaftsgewinn sicher.

De Oliveira eliminiert Tabellenführer

Die Geschichte um den Sieg ist schnell erzählt: Ronnie Quintarelli ging von der Pole Position aus in Führung und der Werks-Nissan ward nicht mehr gesehen. Doch selbst dies wäre nicht genug gewesen, um den Titel zu holen, denn James Rossiter hätte im Petronas Tom's Lexus, den er sich mit Kazuki Nakajima teilt, ein zweiter Platz zum Titelgewinn gereicht. Doch während sich hinter dem führenden Quintarelli mit Masataka Yanagida ein zweiter Nissan einsortierte und Naoki Yamamoto mit Rang drei seine theoretischen Meisterschaftsambitionen zumindest aufrecht erhielt, wagte der ebenfalls mit Titelchancen ausgestattete J.P. Oliveira, Rossiter in der letzten Kurve für Platz vier zu überholen.

James Rossiters Titelhoffnungen wurden durch eine Kollision zerstört - Foto: Super GT
James Rossiters Titelhoffnungen wurden durch eine Kollision zerstörtFoto: Super GT

Diese Nummer ging gründlich in die Hose: Die Fahrzeuge kollidierten; Rossiter drehte sich einmal um die eigene Achse, Joao Paulo Lima de Oliveira landete im Kies. Der Calsonic Impul Nissan war somit aus dem Rennen, die spätere Strafe gegen dieses Fahrzeug hatte nur noch statistischen Wert. Rossiter hielt erstaunlicherweise seine Position, doch sein RC F wurde dabei beschädigt und weder der Engländer noch Nakajima waren danach in der Lage, noch konkurrenzfähige Rundenzeiten zu fahren. Der Titel glitt ihnen durch die Finger, am Ende eines bitteren Rennen holten sie als Zehnte nur einen Punkt.

Strategie-Kniff bringt Yokohama-Teams ins Spiel

Die Boxenstopps sollten die Order durcheinander würfeln: Die Yokohama-bereiften Teams versuchten den Kniff aus Thailand zu reproduzieren und nur teilweise oder gar nicht die Reifen zu wechseln. Dies und die Tatsache, dass einerseits Yanagida im S-Road Mola Nissan eine 10-Sekunden-Strafe für Überholen gelber Flaggen absitzen musste, und andererseits Takuya Izawa den von Yamamoto übernommenen Weider Modulo Honda NSX abwürgte, spülte den WedsSport Advan Lexus von Juichi Wakisaka auf die zweite Position und den D'station Advan Nissan von Michael Krumm auf Rang vier.

Auf den alten Reifen war Wakisaka jedoch eine rollende Schikane. Zunächst musste er Daisuke Ito im Keeper Tom's Lexus vorbeilassen, danach attackierte ihn Krumm. Bei Kondo Racing hatte man wenigstens die Hinterreifen gewechselt, so dass der Nissan zumindest noch halbwegs konkurrenzfähig war. Allerdings wehrte Wakisaka eine Reihe von Angriffen ab, so dass Takuya Izawa auf vier frischen Reifen seinen Fehler vom Boxenstopp ausbügeln und beide überholen konnte, bevor auch Krumm endlich den Leyus hinter ließ, aber nur mehr für Platz vier.

Fast hätte es Michael Krumm beim Finale aufs Podium geschafft - Foto: Super GT
Fast hätte es Michael Krumm beim Finale aufs Podium geschafftFoto: Super GT

Der überlegene Sieg brachte Matsuda und Quintarelli den Titelgewinn mit zwei Punkten Vorsprung. In der GT300 reichte beim Sieg des Gainer Dixcel Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (Katsuyuki Hiranaka/Björn Wirdheim) vor dem OGT Panasonic Toyota Prius (Morio Nitta/Koki Saga) ein dritter Platz Nobuteru Taniguchi und Tetsuya Kataoka im Goodsmile Hatsune Miku BMW Z4 GT3 zum Titelgewinn. Mit Hiranaka und Wirdheim herrscht mit 78 Punkten zwar Gleichstand, doch dank zweier Saisonsiege im Vergleich zu einem bei Gainer geht der Titel an die Fahrer des Teams des früheren Formel-1-Piloten Ukyo Katayama.

Endstand Fahrer GT500

1. Tsugio Matsuda/Ronnie Quintarelli, 81 Punkte
2. Daisuke Ito/Andrea Caldarelli, 79 Punkte
3. James Rossiter, 68 Punkte
4. Naoki Yamamoto, 64 Punkte
5. Kazuki Nakajima, 60 Punkte

Endstand Teams GT500

1. Nismo (Nissan), 102 Punkte
2. Lexus Team Keeper Tom's, 101 Punkte
3. Lexus Team Petronas Tom's, 88 Punkte
4. Weider Modulo Dome Racing (Honda), 83 Punkte
5. Team Impul (Nissan), 78 Punkte

Endstand Fahrer GT300

1. Nobuteru Taniguchi/Tatsuya Kataoka, 78 Punkte
2. Katsuyuki Hiranaka/Björn Wirdheim, 78 Punkte
3. Jörg Müller/Seiji Ara, 62 Punkte
4. Kazuki Hoshino/Lucas Ordonez, 48 Punkte
5. Kota Sasaki/Takuto Iguchi, 44 Punkte

Endstand Teams GT300

1. Gainer (Mercedes), 97 Punkte
2. Goodsmile Racing & Team Ukyo (BMW), 96 Punkte
3. BMW Sports Trophy Team Studie, 82 Punkte
4. NDDP Racing (Nissan), 68 Punkte
5. LM corsa (BMW), 62 Punkte