Ein Strategiekniff und eine erneute Technik-Panne bei Nissan waren ausschlaggebend für den zweiten Sieg in Serie von Kazuki Nakajima und James Rossiter im Petronas Tom's Lexus RC F. Vom zwölften Startplatz aus fuhren sie sich nach vorne und machten beim Boxenstopp die entscheidenden Sekunden gut, indem sie die Reifen nicht wechselten. Nissan hatte den Sieg auf dem Fuß, doch zum dritten Mal in dieser Saison mussten Satoshi Motoyama und Masataka Yanagida ihren GT-R mit technischen Problemen abstellen. Immerhin blieben Nissan die Plätze zwei und drei durch Michael Krumm und Daiki Sasaki sowie Hironobu Yasuda und Joao Paulo de Oliveira.

Der Chang International Circuit in der Provinz Buriram wurde erst vor wenigen Wochen asphaltiert, wodurch der Belag so glatt war, dass die kompletten 300 Kilometer trotz 34 tropischen Grad Lufttemperatur und 52 Grad Streckentemperatur auf einem Satz durchgefahren werden konnten. Doch nur einige der Bridgestone-bereiften Teams sollten es sich trauen. Vom Start weg gab es zunächst eine Dreifachführung für Nissan: Motoyama setzte sich im S-Road Mola Nissan GT-R vor Michael Krumm (D'station Advan GT-R) und Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R) an die Spitze. Letzteres Fahrzeug sollte aber durch eine Strafe zurückfallen und nur Rang zehn holen.

Für Furore sorgte zunächst Kosuke Matsuura im ARTA Honda NSX, der sich kurzzeitig den dritten Platz holte, diesen aber durch einen Ausritt schnell wieder verlor. Die Mühe sollte nicht belohnt werden: Aufgrund eines Folgeschadens musste das Team von Aguri Suzuki bei Rennhälfte aufgeben. Michael Krumm machte das Beste aus den verbesserten Yokohama-Reifen und setzte den Michelin-bereiften Motoyama kräftig unter Druck. Doch ein Getriebeproblem war den Deutschen auf Rang vier zurück. Erst nach dem Boxenstopp lief der Nissan GT-R von Kondo Racing wieder ohne Probleme.

Zum Verzweifeln: Satoshi Motoyama und Masataka Yanagida haben einfach kein Glück - Foto: Super GT
Zum Verzweifeln: Satoshi Motoyama und Masataka Yanagida haben einfach kein GlückFoto: Super GT

Sieg und Tabellenführung für Rossiter

Das Team Tom's ging das Risiko ein, die Reifen beim Boxenstopp nicht zu wechseln und wurde mit der Führung belohnt: Daisuke Ito kam im Keeper Tom's Lexus vor dem nun von Yanagida gesteuerten S-Road Mola Nissan und Rossiter im Petronas Tom´s RC F wieder auf die Strecke zurück. Auf frischen Reifen machte Yanagida kurzen Prozess mit Ito, nur um 15 Runden vor Schluss mit Motorenproblemen auszufallen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Rossiter bereits Ito überholt und führte nun das Rennen an. Ito musste auch noch die Nissan GT-R von Kondo Racing und Calsonic Impul Racing vorbeilassen. Doch Rossiter sollten sie nicht mehr kriegen - er siegte mit 1,9 Sekunden Vorsprung.

Damit führt er nun die Tabelle alleine an, da Nakajima aufgrund seiner WEC-Aktivitäten nicht jedes Rennen mitgefahren ist. Beim Finale in Motegi Mitte November haben noch weitere vier Teams Chancen auf den Titel: Daisuke Ito und Andrea Caldarelli (Keeper Tom's RC F) mit drei, Tsugio Matsuda und Ronnie Quintarelli (Motul Autech GT-R) mit sechs Punkten Rückstand, Hironubo Yasuda und J.P Oliveira (Calsonic Impul GT-R) mit deren sieben und Honda-Pilot Naoki Yamamoto (Weider Modulo NSX) mit einem 14-Punkte-Defizit. Das Punktesystem: 20-15-11-8-6-5-4-3-2-1.

In der GT300-Klasse feierte der B-Max NDDP Nissan GT-R GT3 mit den Fahrern Kazuki Hoshino und Lucas Ordonez den ersten Sieg seit zwei Jahren. Für den Spanier aus der GT Academy war es der erste Triumph überhaupt in der Super GT. Das Podium komplettierten zwei BMW Z4 GT3: Das Team Studie mit Jörg Müller und Seiji Ara holte Rang zwei, der letzte Podiumsplatz ging an den Goodsmile Hatsune Miku Z4 von Nobuteru Taniguchi und Tatsuya Kataoka.