Zahlreiche Zweikämpfe und Berührungen, ein heftiger Unfall und drei Durchfahrtsstrafen haben den neunten Wertungslauf im Seat Leon Supercopa zu dem bisher spektakulärsten Saisonrennen werden lassen. Glücklicher aber verdienter Sieger wurde Damian Sawicki, der zum ersten Mal in diesem Jahr nach ganz oben auf das Podium steigen durfte. Das oberste Treppchen von Zandvoort kennt der Pole schon gut - auch im letzten Jahr konnte er das Samstagsrennne für sich entscheiden.

Vorangegangen war ein spannendes Rennen. Zunächst fabrizierte Heiko Hammel einen Frühstart und musste die gewonnene Führung schnell wieder abgeben. Auch Nicki Thiim musste alle Hoffnungen auf den Sieg begraben, als er Thomas Marschall in der ersten Kurve von der Strecke schob und ebenfalls eine Strafe kassierte. 'Aller guten Dinge sind drei', dachte sich Philipp Leisen. Auf Podestkurs liegend musste auch er nach einer Kollision den Weg durch die Boxengasse suchen.

"Zunächst habe ich von den Strafen gegen Heiko und Nicki profitieren können, aber dann konnte ich das Tempo an der Spitze kontrollieren", erklärte Damian Sawicki, für den es in dieser Saison nur noch um Einzelerfolge, aber nicht um die Meisterschaft ginge. Leicht machte es dem Polen auch eine Safety-Car-Phase, die sich in den letzten Minuten bis zum Ziel erstreckte. Zuvor war Gaststarter Patrick Simon in der letzten Kurve heftig in die Streckenbegrenzung eingeschlagen.

"Man darf ein Rennen nie aufgeben", wusste Jimmy Johansson. Der Schwede lag in der Anfangsphase nur auf dem siebten Platz, wurde dann aber nach vorne gespült. "Überholt habe ich nur ein oder zwei Autos, trotzdem habe ich es bis auf das Podium geschafft." Mit dem zweiten Platz konnte der Schwede außerdem einige Punkte auf seinen Teamkollegen und den Tabellenführer Thiim gutmachen, selbst ein Ausflug in die Botanik hielt Johansson nicht auf. "Ich war auf der Außenbahn und dort war sehr wenig Grip. Es war schon so etwas wie eine kleine Überraschung, aber am Ende ist alles gut gegangen."

Gut lief es auch für Christoffer Nygaard, der seinen Seat im harten Kampf mit Philipp Leisen auf der Strecke halten konnte und nur einen Platz an Johansson verlor. "Im Tumult wurde ich bis auf den zweiten Platz nach vorne gespült", erzählte der Däne. Er wird morgen gute Chancen auf ein weiteres Top-Resultat haben, wenn er hinter einem Gaststarter, Matthias Luger und Felipe Fernandez Laser von der vierten Position aus in das zweite Rennen gehen wird.