Viele Rennsportfans werden sich noch an die Bilder vom Norisring erinnern. Im Rennen des Seat Leon Supercopa kam es vor einem Jahr zu einer Kollision zwischen Philipp Leisen und Marcus Steinel. Bei dem Unfall zog sich Leisen mehrere Knochenbrüche zu; an den Zwischenfall konnte sich gebürtige Trierer nicht erinnern. "Was auch fehlt, sind große Stücke der beiden darauf folgenden Tage. Da habe ich mit Leuten telefoniert, wusste das aber später nicht mehr." Leisen verlor sofort das Bewusstsein und wachte erst Minuten später, immernoch im Auto sitzend, wieder auf. "Zuerst dachte ich, dass ich während des Rennens eingeschlafen wäre." Bis dahin lag Leisen in aussichtsreicher Position. "Ich konnte in Oschersleben gewinnen und war davor schon in Hockenheim auf dem Treppchen", berichtete er.

Das Comeback ist mittlerweile längst geglückt, Leisen mischt munter im Feld mit und steht nun vor der Rückkehr zum 2,3 Kilometer langen Norisring. "Ich gehe davon aus, dass es für mich ein Rennen wie jedes andere auch wird. Gespannt bin ich natürlich auf meine erste Fahrt durch die Dutzendteichkehre", sagte Leisen, der vor dem Wochenende schon viele Mails von Leuten bekam, die sich wahrscheinlich besser an den Zwischenfall erinnern können als er selbst. "Gerne will ich die magische Zahl knacken und mehr als die 17. Rennrunden im letzten Jahr absolvieren."

In der Gesamtwertung haben allerdings andere Piloten die Nase vorne. Nach den ersten sechs Saisonrennen führt Nicki Thiim die Meisterschaft mit 104 Punkten deutlich an. Dahinter hat sich eine echte Verfolgergruppe gebildet - auf den Plätzen zwei bis sechs liegen fünf Fahrer innerhalb von 13 Zählern, unter anderem Jimmy Johansson und Thomas Marschall. Es wäre kein Wunder, wenn Thiim oder einer seiner Verfolger auch auf dem Norisring nach ganz oben auf das Podium klettern dürfte. Letztes Jahr gewann Sebastian Asch beide Rennen auf dem Nürnberger Rundkurs, doch der Youngster ist mittlerweile nicht mehr im Feld vertreten.