Brad Keselowski gewann das dritte Saisonrennen auf dem Las Vegas Motor Speedway vor seinem Penske-Ford-Teamkollegen Joey Logano. Nach einer Regenverzögerung und einem Sandsturm konnte Keselowski zum zweiten Mal in der Victory Lane der Spielerhochburg einen Sieg feiern. Es war zum Auftakt des West Coast Swing sein erster Saisonsieg und der 18. Erfolg in seiner Karriere. Für Logano bedeutete der zweite Rang die bisher beste Platzierung in Las Vegas. Hinter Jimmie Johnson wurde Titelverteidiger Kyle Busch Vierter. Ryan Blaney war der schnellste Rookie und kam nach Austin Dillon als Sechster über die Ziellinie.

Vor dem Start

Nach dem Atlanta-Rennen mit dem neuen Lower Downforce Aero Package zeigten sich die Piloten sehr zufrieden. Resümee: Weniger Abtrieb, Racing am Limit, schnellere Zeiten, mehr Überholmanöver durch weichere Reifen mit starkem Verbrauch. Auf dem Las Vegas Motor Speedway wurde im Qualifying mehrfach der Streckenrekord gebrochen. Alles deutete auf ein weiteres spannendes Rennen mit vielen Überholmanövern hin.

Lokal-Matador Kurt Busch holte die Pole Position und startete mit Logano aus der ersten Reihe in das Rennen über 267 Runden. Carl Edwards und Jamie McMurray gingen mit ihren Ersatzfahrzeugen in das dritte Saisonrennen. Beide Fahrer mussten nach der Strafversetzung das Feld von ganz hinten aufrollen.

Polesetter Kurt Busch (#41) führte nach dem Start 31 Runden lang - Foto: NASCAR
Polesetter Kurt Busch (#41) führte nach dem Start 31 Runden langFoto: NASCAR

Start: Führung und Strafe für Polesetter Kurt Busch

Wegen leichter Regenschauer am Vormittag hatte NASCAR eine Competition Caution in Runde 30 angesetzt. Es war recht stürmisch mit heftigen Windböen, als der Start zum dritten Saisonlauf mit 25 Minuten Verspätung erfolgte. Polesetter Kurt Busch verteidigte bei seinem Heimspiel die Führung und holte sich den Bonuspunkt für eine Führungsrunde. Nach zehn Runden lag Kurt Busch mit 1.5 Sekunden Vorsprung vor Logano, Matt Kenseth und Keselowski in Front. Es gab kaum Veränderungen im Feld, nur Aric Almirola hatte nach seinem Start vom siebten Rang zehn Positionen verloren.

Nach 25 Runden tauchte Atlanta-Sieger Johnson in der Top-5 auf und Edwards hatte sich auf Platz 26 vorgekämpft. Dann kam die angekündigte Competition Caution in Runde 31. Ausgerechnet Leader Kurt Busch war bei den anschließenden Boxenstopp zu schnell und erhielt eine Durchfahrtsstrafe. Beim Restart führte jetzt Denny Hamlin, der nur zwei neue Reifen mitgenommen hatte. Dahinter lagen die beiden Penske-Ford mit Keselowski und Logano. Kurt Busch lag nur noch auf dem 35. Rang.

Hamlins Zwei-Reifen-Strategie ging in die Hose

In der 44. Runde konnte Logano an Hamlin erwartungsgemäß vorbeiziehen und Kenseth übernahm Rang zwei. Sechs Runden später lag Hamlin nur noch auf Platz zehn. Inzwischen lagen mit Chase Elliott und Blaney zwei Rookies auf Position sechs und acht. Nach 60 absolvierten Runden hatte Logano 2.2 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Keselowski. Johnson war Dritter vor Kenseth und Martin Truex Junior. Die Zwei-Reifen-Strategie hatte Hamlin nach 75 Runden Platz 20 eingebrockt. Kein Wunder, dass Hamlin die ersten Boxenstopps unter Grün in Runde 82 eröffnete.

Als alle Fahrer ihren Stopp absolviert hatten, führte jetzt Keselowski vor Logano, Johnson, Kenseth und Vorjahressieger Kevin Harvick. Nur noch 22 Piloten lagen in der Führungsrunde. Johnson sprengte in Runde 95 das Penske-Duo und übernahm Rang zwei. Drei Runden später gab es wegen Debris die zweite Gelbphase. Jetzt nahmen Johnson, Harvick und Kyle Busch nur zwei frische Goodyear mit und lagen damit in Führung vor den beiden Penske-Ford. Truex musste einen Extra-Stopp einlegen und lag beim Restart nur noch auf Position 21. Durch einige Wave Arounds lagen wieder 33 Fahrer in der Führungsrunde.

Jimmie Johnson führte zur Halbzeit vor Joey Logano - Foto: NASCAR
Jimmie Johnson führte zur Halbzeit vor Joey LoganoFoto: NASCAR

Johnson führt zur Rennhalbzeit

Edwards hatte es nach 111 Runden geschafft, vom letzten Platz in die Top-10 zu fahren. Bei Halbzeit des Rennens führte immer noch der Hendrick-Chevrolet mit Las-Vegas-Rekordsieger Johnson, der inzwischen auch die meisten Führungsrunde auf dem Konto hatte. Zweiter war Logano vor Harvick und Keselowski. Dann folgten die beiden Rookies Elliott und Blaney vor dem Siebten Kenseth. Achter war nach einer Aufholjagd Kurt Busch vor seinem Bruder Kyle und Dale Earnhardt Junior.

Die Fahrer, die in der letzten Gelbphase nicht beim Service waren, fuhren nun unter Grün in die Boxengasse. Die anderen Piloten besuchten kurz darauf ebenfalls ihre Crew. Es gab einige Strafen wegen Speeding in der Boxengasse. Anschließend lagen in Runde 155 nur noch 18 Fahrer in der Führungsrunde. Johnson kontrollierte weiterhin das Renngeschehen. Nur Logano konnte sein Tempo mitgehen.

Restart mit Leader Jimmie Johnson - Foto: NASCAR
Restart mit Leader Jimmie JohnsonFoto: NASCAR

Schlechte Sicht durch Sandsturm

Dann hatte Johnson Probleme beim Überrunden und Logano und Keselowski nutzten die Situation sofort aus. Direkt danach folgte in Runde 178 die dritte Caution wegen Debris. Keselowski wurde in der Boxengasse geblitzt und verlor Rang zwei. Bein Restart führte jetzt Logano vor Harvick, Kenseth, Blaney und dem Fünften Johnson. Keselowski nahm das Rennen von Platz 21 wieder auf. Die vierte Rennunterbrechung erfolgte in Runde 198, als Kyle Larson in Lucky-Dog-Position, nach einem Kontakt mit A.J. Allmendinger in der Mauer landete.

Nach den Boxenstopps hatte sich das Bild beim Restart gewaltig geändert. Kenseth führte zum ersten Mal vor Johnson, Kyle Busch, Harvick, Kurt Busch, Truex und Elliott. Logano war nur noch Achter vor Edwards und Blaney. Beim Restart mit Leader Kenseth zog ein Sandsturm über das Oval und verschlechtere die Sicht der Piloten. Gleichzeitig wurde aggressiver auf der Strecke um jede Position gekämpft. Nach 210 Runden übernahm wieder Johnson das Zepter an der Spitze.

Kyle Busch mit wahnsinnigem Move von P6 auf P1

Die fünfte Gelbphase gab es in Runde 215. Regan Smith und Larson drehten sich in Kurve vier. Die Top-10 nahm nur zwei neue Reifen mit. Johnson gewann das Rennen in der Boxengasse vor Kenseth, Kyle Busch, Harvick und Truex. Logano, Keselowski und Dillon waren auf der Strecke geblieben und lagen beim Restart vorne. Eine Regenfront näherte sich gleichzeitig der Strecke. Erst in Runde 224 konnte das Rennen fortgesetzt werden.

Matt Kenseth (#20) und Chase Elliott (#24) schieden nach diesem Unfall aus - Foto: Chevrolet
Matt Kenseth (#20) und Chase Elliott (#24) schieden nach diesem Unfall ausFoto: Chevrolet

Mit einem wahnsinnigen Move zog Champion Kyle Busch, von Platz sechs kommend, auch an den beiden führenden Penske-Fahrern vorbei. Gleichzeitig gab es ab Platz fünf einen heftigen Unfall, als Kenseth seinen Toyota verlor und Elliott nicht ausweichen konnte. Kurt Busch und Edwards hatten ebenfalls Kaltverformungen zu beklagen, während Kenseth und Elliott die Garage aufsuchen mussten. Der sechste Restart erfolgte in Runde 233. Kyle Busch verteidigte die Führung vor Logano.

Zweiter Las-Vegas-Sieg für Keselowski

20 Runden vor Rennende hatte Kyle Busch einen Vorsprung von einer Sekunde. Logano und Keselowski kamen im Überrundungsverkehr immer näher, weil Kyle Busch eine Plastiktüte vor dem Grill kleben hatte. Kyle Busch meldete Vibrationen und die Penske-Verfolger bekämpften sich um den zweiten Platz. Dadurch konnte Johnson aufschließen. Acht Runden vor Rennende übernahm Keselowski Rang zwei. Zwei Runden später konnte Kyle Busch Keselowski nicht halten und verlor Rang eins. Keselowski zog davon und gewann nach 2014 zum zweiten Mal in Las Vegas. Logano und Johnson konnten in der letzten Runde noch Kyle Busch überholen.

Mit Platz fünf erzielte Austin Dillon sein bestes Saisonergebnis. Rookie Blaney schaffte einen starken sechsten Rang vor Harvick, Earnhardt, Polesetter Kurt Busch und Kasey Kahne, der sein erstes Top-10-Resultat in diesem Jahr erreichte.

Brad Keselowski feiert seinen ersten Saisonsieg mit Flagge und Donuts - Foto: Chevrolet
Brad Keselowski feiert seinen ersten Saisonsieg mit Flagge und DonutsFoto: Chevrolet

3. Lauf: Kobalt 400
Las Vegas Motor Speedway, Las Vegas, NV
Ergebnis: Top-10 (267 Runden)

1. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 44/4 Punkte
2. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 40/1 Punkte
3. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 40/2 Punkte
4. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 38/1 Punkte
5. #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 37/1 Punkte
6. #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 35/0 Punkte
7. #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 35/1 Punkte
8. #88 Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 33/0 Punkte
9. #41 Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 33/1 Punkte
10. #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 31/0 Punkte

Gesamtstand: Rennen 03/36 (Chase Top-16)

1. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 1 Sieg, 110 Punkte
2. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 98 Punkte
3. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 93 Punkte
4. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, Gesamtführung, 116 Punkte
5. #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 109 Punkte
6. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 104 Punkte
7. #41 Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 102 Punkte
8. #19 Carl Edwards (Toyota) Joe Gibbs Racing, 96 Punkte
9. #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 90 Punkte
10. #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 90 Punkte
11. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 79 Punkte
12. #88 Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 78 Punkte
13. #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 77 Punkte
14. #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 73 Punkte
15. #43 Aric Almirola (Ford) Richard Petty Motorsports, 72 Punkte
16. #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 69 Punkte