Das Race of Champions kehrt 2015 nach Europa zurück. Im (ehemaligen) Olympiastadion in London wird der Champion of Champions und die beste Nation ermittelt. Motorsport-Magazin.com hat die wichtigsten Infos zur Veranstaltung.

Geschichte

Die Idee zum Race of Champions stammt von Fredrik Johnsson und Michele Mouton, der erfolgreichsten Rallyefahrerin aller Zeiten. 1988 erstmals ausgetragen war es zunächst vor allem ein Kräftemessen unter Rallyepiloten. Erst nach und nach kamen Piloten anderer Rennserien - ob auf zwei oder vier Rädern - hinzu. Seit 1999 wird nicht nur der Champion of Champions, sondern auch die beste Nation im Motorsport ermittelt.

1989 auf dem Nürburgring fand das Race of Champions erstmals auf einem Parallelkurs statt, auf dem die Piloten gleichzeitig gegen die Uhr fahren. Nachdem das Event von 1992 bis 2003 auf Gran Canaria zu Hause war, zog es hinaus in die weite Welt: vom Stade de France in Paris, über das Wembley-Stadion in London und das Vogelnest in Peking bis zur Esprit Arena in Düsseldorf fanden sich einige bekannte Austragungsorte.

Erfolgreichster Pilot in der Einzelwertung ist Rallyepilot Didier Auriol mit vier Siegen. Das Team Deutschland bestehend aus Sebastian Vettel und Michael Schumacher ist mit sechs Titeln in Folge die Messlatte in der Nationenwertung.

Das erfolgreichste Team im Nationen-Cup: Michael Schumacher und Sebastian Vettel - Foto: Race of Champions
Das erfolgreichste Team im Nationen-Cup: Michael Schumacher und Sebastian VettelFoto: Race of Champions

Zeitplan

Freitag, 20. November, 20 Uhr (Ortszeit): ROC Nations Cup

Samstag, 21. November, 15 Uhr (Ortszeit): Race of Champions
Im Anschluss: Kartrennen mit allen Top-Stars zum Abschluss

ZDFinfo überträgt am Freitag ab 20:50 Uhr und am Samstag ab 15:30 Uhr. Als Experte fungiert Ex-MotoGP-Pilot Alex Hofmann.

Strecke

Neu ist in diesem Jahr, dass nicht mehr auf einem Parallelkurs gefahren wird, der mit einer Brücke verbunden ist. Die Strecke ist nun so konzipiert, dass die Fahrer entgegengesetzt stehend losfahren und sich zwei Runden lang über den Kurs jagen. Inspiriert wurde das neue Konzept vom Olympischen Verfolgungswettbewerb im Radsport. Es ermöglicht den Bau einer breiteren und damit auch schnelleren Strecke.

Neues Streckenkonzept beim Race of Champions: (00:45 Min.)

Autos

2015 steht den Piloten neben dem klassischen ROC-Auto auch der Mercedes-AMG GT S, Ariel Atom Cup, Radical SR3 RSX, KTM X-Bow, Euro NASCAR, RX 200 und RX 150 zur Verfügung.

"Die Autos sind sehr unterschiedlich, das eine liegt einem vielleicht mehr als das andere, deswegen denke ich, ist es ein gutes Format", meint Race-of-Champions-Veteran Vettel. "Die Rallye-Fahrer kennen sich, glaube ich, mit dieser Art und Weise gegeneinander anzutreten, etwas besser aus, aber das musste in der Vergangenheit nicht immer was heißen..."

Die Fahrer müssen ihr Können in verschiedensten Boliden beweisen - Foto: ROC
Die Fahrer müssen ihr Können in verschiedensten Boliden beweisenFoto: ROC

Teilnehmer

Mit Jenson Button, Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo, Romain Grosjean, Nico Hülkenberg und Felipe Massa sind dieses Jahr gleich sechs aktive Formel-1-Fahrer im Feld vertreten. Mit Susie Wolff und Jolyon Palmer kommen zwei Test-Piloten aus der Königsklasse hinzu.

Zahlreiche Meister aus diversen Rennserien jagen nach dem nächsten Titel: Der amtierende Rallycross-Meister Petter Solberg, der amtierende Formel-E-Champion Nelson Piquet Jr., der amtierende Meister der Blancpain Endurance Series Alex Buncombe, der amtierende WTCC-Champion Jose Maria Lopez sowie der amtierende DTM-Meister Pascal Wehrlein.

2014 auf Barbados feierte David Coulthard den Sieg im Race of Champions - Foto: Race of Champions
2014 auf Barbados feierte David Coulthard den Sieg im Race of ChampionsFoto: Race of Champions

Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen ist ebenso mit dabei wie der letztjährige Champion of Champions, David Coulthard. Mit Andy Priaulx, Jason Plato, Ryan Hunter-Reay und Mick Doohan sind vier ehemalige Meister diverser Serien am Start.

Update: Der frisch gekrönte MotoGP-Champion Jorge Lorenzo hätte ebenfalls an den Start gehen sollen. Da er sich bei seiner Siegesfeier Verbrennungen zweiten Grades zuzog, musste er am Tag vor dem Start des Race of Champions absagen. Er wird im Nationen-Cup von Radfahrer Chris Hoy ersetzt, der sich dieses Jahr erstmals im Motorsport versuchte und die LMP3-Klasse der ELMS gewann. Lorenzos Ersatz im Einzelrennen ist Amateurpilot Bradley Philpot.

Lorenzo startet nicht beim Race of Champions: (00:47 Min.)

Das Team Deutschland bilden 2015 Vettel und Hülkenberg. Kristensen und Solberg schließen sich zu einem Team Nordic zusammen. Ricciardo und Doohan formieren sich zum Team Australien. Massa und Piquet vertreten die brasilianischen Farben. Coulthard und Wolff fahren für Schottland. Hinzukommen zwei britische Teams aus Plato/Priaulx und Buncombe/Button. Hunter-Reay und Lopez fahren unter dem Banner Team Americas. Als Team All Stars gehen Lorenzo und Grosjean ins Rennen, während Palmer und Wehrlein als Team Young Stars fahren.

"Natürlich ist es sehr tragisch und schade, dass Michael in diesem Jahr nicht dabei sein kann", spielte Vettel gegenüber dem SID auf den bei einem Skiunfall verletzten Schumacher an. Hülkenberg ist sich des Erbes, das er im Nationen-Cup antritt, bewusst. "Ich mache es zum ersten Mal und trete natürlich in die sehr großen Fußstapfen von Michael. Ich bin sehr gespannt darauf."

Der Nationentitel soll auch bei der neuen Konstellation nach Deutschland gehen, versicherte Vettel. "In der Einzelwertung fährt natürlich jeder für sich, aber ich glaube, Nico hat schon oft genug gezeigt, dass er fahren kann, deswegen sollten wir hoffentlich ein starkes Team bilden", meinte er.

"Es ist sehr schön, die anderen Fahrer aus anderen Kategorien wie Rallye oder GP2 zu treffen, sich etwas zu mischen, einige Tage zusammen zu haben und natürlich auch noch auf der Strecke gegeneinander fahren zu können", hob er die Vorzüge des Race of Champions hervor. "Natürlich, wenn das Visier zuklappt, will man alles geben, aber der eine oder andere hat vielleicht eine etwas raue Vorbereitung in der Nacht zuvor."

Das Fahrerfeld des Race of Champions 2015

Team Fahrer 1 Fahrer 2
Australien Daniel Ricciardo (Formel 1) Mick Doohan
Brasilien Felipe Massa (Formel 1) Nelson Piquet Jr. (Formel E, Indy Lights)
All Stars Romain Grosjean (Formel 1) Chris Hoy (ELMS)
Deutschland Sebastian Vettel (Formel 1) Nico Hülkenberg (Formel 1)
Nordic Tom Kristensen Petter Solberg (Rallycross)
England 1 Jason Plato (BTCC) Andy Priaulx (BTCC, ELMS)
England 2 Jenson Button (Formel 1) Alex Buncombe (Blancpain Endurance Series)
Schottland David Coulthard Susie Wolff
Americas Ryan Hunter-Reay (IndyCar) Jose Maria Lopez (WTCC)
Young Stars Pascal Wehrlein (DTM) Jolyon Palmer

In Klammern sind die Rennserien angegeben, in denen die Piloten 2015 aktiv sind.

Die Duelle des Race of Champions

Runde 1
Jose Maria Lopez v Ryan Hunter-Reay (Duell A)
Pascal Wehrlein v Andy Priaulx (Duell B)
Mick Doohan v Bradley Philpot (Duell C)
Alex Buncombe v Jolyon Palmer (Duell D)

Viertelfinale
Sebastian Vettel v Petter Solberg
Daniel Ricciardo v Nico Hülkenberg
Jenson Button v Felipe Massa
David Coulthard v Susie Wolff
Tom Kristensen v Nelson Piquet Jr
Romain Grosjean v Jason Plato
Sieger Duell A (Lopez/Hunter-Reay) v Sieger Duell B (Wehrlein/Priaulx)
Sieger Duell C (Doohan/Philpot) v Sieger Duell D (Buncombe/Palmer)

Die Duelle im Nationen-Cup

Runde 1
Team ALL STARS v Team YOUNG STARS (Duell A):
Romain Grosjean v Pascal Wehrlein
Chris Hoy v Jolyon Palmer

Team ENGLAND 1 v Team BRASILIEN (Duell B):
Andy Priaulx v Nelson Piquet Jr
Jason Plato v Felipe Massa

Viertelfinale
Team NORDIC v Team AMERICAS:
Tom Kristensen v Jose Maria Lopez
Petter Solberg v Ryan Hunter-Reay

Team AUSTRALIEN v Team DEUTSCHLAND:
Daniel Ricciardo v Sebastian Vettel
Mick Doohan v Nico Hülkenberg

Team ENGLAND 2 v Team SCHOTTLAND:
Alex Buncombe v Susie Wolff
Jenson Button v David Coulthard

Sieger Duell A v Sieger Duell B:
Grosjean/Wehrlein v Priaulx/Piquet Jr
Hoy/Palmer v Plato/Massa