Beim Saisonfinale 2018 dankte Dani Pedrosa nach 13 Jahren in der MotoGP bei Repsol Honda ab. Kurz zuvor hatte er einen Vertrag als Testfahrer bei KTM unterschrieben, wo sein ehemaliger Crewchief Mike Leitner nun die Position des Team-Managers innehatte.

Pedrosa überzeugte seither immer wieder mit starken Rundenzeiten, etwa bei den MotoGP-Wintertests im Vorjahr in Katar. Viele MotoGP-Fans rund um den Erdball wünschen sich deshalb eine Rückkehr des 54-fachen Grand-Prix-Siegers. Doch bislang blieb das ein Wunsch. Schon kurz nach der Vertragsunterzeichnung erklärte KTM-Motorsportchef Pit Beirer, dass Pedrosa keine Rennambitionen mehr habe.

Das bestätigte sich, als Johann Zarco 2019 nach 13 Saisonrennen von KTM gefeuert wurde. Denn auch damals sprang Pedrosa nicht ein, stattdessen wurde Mika Kallio ins Rennen geschickt. Gleichzeitig schloss Pedrosa auch gleich Renneinsätze für 2020 aus. Doch mittlerweile schreiben wir das Jahr 2021 und die Situation hat sich geändert.

"Es fühlt sich so an, als würde eine Wildcard langsam aber sicher zu einer Option für Dani werden", erklärt Beirer gegenüber 'The Race'. "Er hat noch nicht zugesagt und wir wollen ihn auch nicht dazu drängen. Als er gesehen hat, dass das Motorrad für nächstes Jahr besser und besser läuft, hat das sein Interesse für eine Wildcard aber geweckt. Es gibt also noch keine Entscheidung und wir befinden uns in einer sehr sensiblen Diskussion. Wir haben Dani wahnsinnig viel zu verdanken. Wenn er weiterhin nur testen will, dann ist das auch okay. Will er Rennen fahren, dann würden wir natürlich Luftsprünge machen."

Sein bislang letztes Rennen fuhr Pedrosa 2018 im Regen von Valencia - Foto: HRC
Sein bislang letztes Rennen fuhr Pedrosa 2018 im Regen von ValenciaFoto: HRC

Pedrosas Sinneswandel ist schnell erklärt. Die 2022er-KTM wird die erste RC16 sein, bei der der mittlerweile 35-Jährige wirklich die Führungsrolle in der Entwicklung übernommen hat. "Dieses Bike trägt seine Handschrift, also ist es auch in seinem Interesse, dass es erfolgreich ist", so Beirer. "Einen Zeitplan haben wir nicht, aber großes Interesse daran, dieses Motorrad in einem Wildcard-Einsatz als Standortbestimmung für 2022 zu sehen. Es geht nicht um ein Rennergebnis. Wir wollen verstehen, wie sich das Motorrad für nächstes Jahr verhält."

Die Strategie, einen Prototypen des nächstjährigen Motorrads bei einem Wildcard-Einsatz zu testen, verfolgte KTM bereits in der Vergangenheit mit Kallio. Der Finne ist nach einem Beinbruch bei einem Eisrennen aktuell außer Gefecht, könnte aber für die zweite Saisonhälfte wieder fit sein. Den Österreich-GP im August nennt Beirer als möglichen Wildcard-Termin.