Man muss in den MotoGP-Geschichtsbüchern schon einige Seiten zurückblättern, um Stefan Bradl auf einer derart guten Qualifying-Position zu finden, wie an diesem Wochenende. Bei der Premiere in Portimao stellte er seine Honda RC213V auf den ausgezeichneten sechsten Startplatz. So weit vorne stand Bradl zuletzt in Sepang 2014 mit P4.

"Es ist ein tolles Gefühl und ich freue mich sehr darüber, wie dieses Wochenende bislang läuft. Ich habe eine Menge Spaß", sagte ein sichtlich gut gelaunter Bradl am Samstagabend. Im 3. Freien Training rettete er sich um fünf Hundertstelsekunden in die Top-Ten und schaffte so den direkten Einzug in Q2.

"Es direkt in Q2 zu schaffen, war unser großes Ziel für dieses Wochenende, nachdem wir im Rennen schon einmal die Top-Ten geschafft haben (P8 in Le Mans, Anm.). Da haben wir uns gedacht, dass das auch im Qualifying möglich sein muss, vor allem, weil ich zuletzt schon oft knapp dran war. Dass es jetzt tatsächlich geklappt hat, ist großartig", so Bradl.

Der direkte Einzug vereinfachte die Arbeit des Bayern am Samstag deutlich: "Ich hatte dadurch nichts zu verlieren. Es in Q2 geschafft zu haben, hat mich sehr entspannt. Alles war gut und ich konnte dann eine saubere Runde hinter Morbidelli fahren."

Stefan Bradl nutzt seine Erfahrung aus dem Portimao-Test ideal aus - Foto: MotoGP.com
Stefan Bradl nutzt seine Erfahrung aus dem Portimao-Test ideal ausFoto: MotoGP.com

Stefan Bradl: Null Druck im Rennen

Kann Bradl am Sonntag seine Startposition zumindest halten, ist für ihn auch das beste Rennergebnis seit 2014 möglich. Seither war er nie mehr Sechster oder besser. "Wir haben eine gute Chance, auch im Rennen etwas Tolles zu schaffen. Die Startposition in der zweiten Reihe ist super und meine Renn-Pace ist auch nicht schlecht. Wir haben in FP4 gut dafür gearbeitet", ist Bradl überzeugt. Zu hohe Erwartungen möchte er aber nicht schüren: "Ich will einfach nur das Rennen genießen. Druck habe ich ja keinen - null. Was auch immer dabei herauskommt, ist in Ordnung für mich. Ein guter Start wäre natürlich toll, dann könnte ich vielleicht mit den Jungs in der Spitzengruppe kämpfen."