In einer chaotischen MotoGP-Saison 2020 hat es ein Neueinsteiger geschafft, sich in den oft veränderten Rennkalender zu stehlen. Das Saisonfinale der MotoGP fand nicht traditionell in Valencia statt, sondern wurde in den Süden von Portugal, auf das Autodromo Internacional do Algarve in Portimao verlegt. Nur knapp fünf Monate später ist die Strecke als Ersatzschauplatz zurück im Kalender.

Die Geschichte

Das Autodromo Internacional do Algarve ist nicht nur relativ neu im MotoGP-Kalender, sondern grundsätzlich erst ein paar Jahre alt. Die Bauarbeiten wurden im Oktober 2008 abgeschlossen, am 11. Oktober und 13. Oktober homologierten jeweils der Motorradweltverband FIM und der Automobilweltverband FIA die Rennstrecke. Die offizielle Eröffnung folgte am 2. November desselben Jahres im Rahmen des letzten Superbike-Events der Saison 2008.

Das gesamte Areal der Strecke umfasst knapp 300 Hektar und beherbergt neben der Rennstrecke außerdem noch eine Kart-Bahn, einen Technik-Park, einen Sportkomplex sowie ein Fünf-Sterne-Hotel und mehrere Wohnungen. Auf den Tribünen rund um die Hauptstrecke finden zu Nicht-Corona-Zeiten mehr als 80.000 Zuschauer Platz.

Die MotoGP war 2020 zum ersten Mal zu Gast in Portimao - Foto: Repsol
Die MotoGP war 2020 zum ersten Mal zu Gast in PortimaoFoto: Repsol

Das Layout

Mit einer Gesamtlänge von 4,692 Kilometern liegt das Autodromo Internacional do Algarve im Mittelfeld der MotoGP-Strecken. Insgesamt gilt es 15 Kurven für die Piloten zu bestreiten, sechs davon links, neun rechts. Die Zielgerade misst 969 Meter und ist damit die längste Gerade auf der Strecke. Alle Geraden zusammengenommen machen 68,3 Prozent der Streckenlänge aus, 31,7 Prozent sind Kurven.

Für die MotoGP-Piloten ist die Strecke eine echte Herausforderung, denn Portimao gleicht einer Achterbahnfahrt. Gefälle von bis zu zwölf Prozent und Steigung von maximal sechs Prozent machen die Strecke zu einer richtigen Berg- und Talbahn. Viele Kurven sind teilweise nicht einsehbar und fordern den Fahrern damit einiges ab.

Der erste Sektor der Strecke beginnt mit der langen Zielgeraden, gefolgt von zwei schnellen Kurven, an die sich eine harte Bremszonen in T3 sowie die Gegengerade anschließen. Dort erreichen die MotoGP-Piloten dann den zweiten Sektor, der von der Spitzkehre in Kurve fünf abgesehen der flüssigste Teil der Strecke ist. Zu beachten sind hier die vielen Höhenunterschiede und hohen Geschwindigkeiten, ebenso wie die doppelte Rechtskurve (T10/T11), die nicht nur blind angefahren wird, sondern deren Ende auf einer Bergabpassage liegt. Von dort aus geht es in den wieder etwas ruhigeren, dritten Sektor, der gleichzeitig schon das Ende der Strecke markiert. Auf der finalen, langgezogenen T15 ist es wichtig, so viel Speed wie möglich für den Sprint auf der Ziellinie mitzunehmen.

Die Statistik

Bei gerade einmal einem bislang ausgetragenen Grand Prix in Portimao fällt die Statistik logischerweise überschaubar aus. Miguel Oliveira ist mit seinem Sieg 2020 erster, bislang einziger und somit auch Rekordsieger an der Algarve. Er sicherte sich an diesem Wochenende auch den Pole- und Rundenrekord. Nur in der Topspeed-Wertung hatte Andrea Dovizioso auf der Ducati die Nase vorne.

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Miguel Oliveira (1)
Rundenrekord: 1:39.855 (Miguel Oliveira 2020)
Quali-Rekord: 1:38.892 (Miguel Oliveira 2020)
Top-Speed: 351.7 km/h (Andrea Dovizioso 2020)