Auch wenn die MotoGP-Welt aufgrund der Corona-Krise weiterhin still steht, hat das Fahrerkarussell für die kommende Saison schon kräftig Fahrt aufgenommen. Im Zentrum steht vor allem Vize-Champion Andrea Dovizioso. Wird der Italiener bei Ducati bleiben? Und wie wird das Line-Up der Roten im Jahr 2021 im Ganzen aussehen? Ausgerechnet Danilo Petrucci hatte dazu jetzt etwas zu sagen.

Gegenüber der italienischen 'Corsedimoto' erklärte der Ducati-Werksfahrer jetzt, wen er 2021 im Werksteam aus Borgo Panigale zu sehen glaubt. "Ich denke, Miller hat bei Ducati bereits einen Fuß in der Tür", so Petrucci. "Es ist noch nichts offiziell, aber das sagen sie zumindest."

Eine Überraschung wäre es nicht, der jetzige Pramac-Pilot zeigte in der vergangenen Saison konstant starke Leistungen, die die seines Markenkollegen Petrucci im Werksteam vor allem in der zweiten Saisonhälfte sogar noch übertrafen. Insgesamt stand Miller in der Saison fünfmal auf dem Podium, immer als Dritter. Petrucci schaffte es dreimal, feierte jedoch zwei dritte Plätze und in Mugello seinen ersten Sieg.

Nachdem Millers Platz im Ducati-Werksteam laut Petrucci also mehr oder weniger gesichert ist, bleibt den Verantwortlichen in Bologna also nur noch zu entscheiden, wer den Platz neben dem Australier einnehmen wird. Auch hier hat Petrucci eine Vorstellung: "Jetzt haben sie wahrscheinlich nur noch zwischen mir und Andrea für den zweiten Platz zu entscheiden." Gleichzeitig unterstrich der Italiener nochmal, dass dies nur seine Vermutungen sind und noch nichts wirklich entschieden es. "Es scheint nur so zu sein", erklärt er.

Pramac-Pilot Jack Miller zeigte in der letzten MotoGP-Saison starke Leistungen - Foto: LAT Images
Pramac-Pilot Jack Miller zeigte in der letzten MotoGP-Saison starke LeistungenFoto: LAT Images

Petrucci: Möchte keinen Kampf zwischen Dovi und mir

Dieses mögliche Duell zwischen ihm und Dovizioso bereitet Petrucci jedoch Sorgen. Die beiden Italiener verstehen sich gut und verbringen auch abseits der MotoGP-Wochenenden viel Zeit miteinander, zum Beispiel beim Motocross-Training. Dovizioso unterstützte Petrucci beim Aufstieg ins Ducati-Werksteam außerdem großzügig, unter anderem auch im mentalen Bereich.

Genau aufgrund dieses guten Verhältnisses graut es Petrucci davor, dass er und Dovizioso nun in einen Konkurrenzkampf um den verbleibenden Platz im Ducati-Team für 2021 gedrängt werden könnten. "Ich will diese Art von Konkurrenzkampf zwischen Dovi und mir nicht", sagt Petrucci ganz deutlich. "Auf der Strecke denkt natürlich jeder nur an den Sieg, aber fernab von der Strecke haben wir ein hervorragendes Verhältnis."

Petrucci fürchtet, dass diese gute Beziehung in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wenn die beiden Italiener nun um den Erhalt ihres Jobs kämpfen müssten. "Wir stehen schon in Konkurrenz zueinander, aber ich möchte nicht, dass da noch weiterer Druck von außen hinzukommt", seufzt Petrucci.