Am 24. Februar saßen die MotoGP-Piloten letztmals auf ihren Maschinen. Es war der dritte Testtag in Katar. Gut anderthalb Wochen später hätte die Königsklasse in ihre Saison 2020 starten sollen, doch daraus wurde aufgrund des Coronavirus nichts. Der Katar-GP wurde abgesagt, die folgenden Rennen in Thailand, Argentinien und den USA in den Herbst verschoben.

Der erste Termin im aktuellen Kalender ist somit Jerez, doch eine Durchführung des Spanien-GPs an diesem Datum ist praktisch ausgeschlossen. Gleiches gilt für die beiden weiteren Mai-Rennen in Le Mans und Mugello. Auch Barcelona Anfang Juni wirkt aufgrund der aktuell dramatischen Situation in Spanien wenig realistisch. Ein erster einigermaßen wahrscheinlicher Termin scheint der Sachsenring von 19. bis 21. Juni zu sein.

Nach fast vier Monaten völliger Pause würden die MotoGP-Stars dann in ihr erstes Saisonrennen 2020 starten. Eine Situation, die man den Fahrern nicht zumuten kann. Deshalb befinden sich die Teams der Königsklasse bereits in Gespräche mit Promoter Dorna um einen zusätzlichen Test vor dem Saisonstart zu organisieren. "Das ist bereits in Planung", erklärte KTM-Motorsportchef Pit Beirer gegenüber 'Autosport'. "So ein Test ist wichtig, denn wir können die Fahrer nicht einfach so auf die Maschinen setzen und erwarten, dass sie ihre Show abliefern." Der zusätzliche Test soll eine oder zwei Wochen vor dem ersten Rennwochenende auf der jeweiligen Strecke über die Bühne gehen.

Strenge Testbestimmungen für MotoGP-Stars

Die Piloten der Königsklasse befinden sich in puncto Training ja generell in einer Situation, die in der Sportwelt praktisch einzigartig ist. Simulieren lässt sich das Fahren eines MotoGP-Motorrads, so wie man es etwa im Vierradbereich macht, nicht. Und auf ihren Maschinen testen dürfen die Einsatzfahrer (mit Ausnahme der Concession-Piloten von KTM und Aprilia, welche nur durch die Anzahl von maximal 120 Reifen beschränkt sind) für die Saison 2020 nur an 14 Tagen. Je zwei Tage waren das im November des Vorjahres in Valencia und Jerez, je drei Tage im Februar in Sepang und Losail. Montagstests waren nach den Grands Prix in Jerez und Barcelona geplant, Mitte September noch zwei Tage in Misano. Die drei Tests in Jerez, Barcelona und Misano können aber laut Reglement auch auf anderen Strecken stattfinden.

Im Vorjahr gab es erstmals den Zweitagestest in Misano - Foto: MotoGP
Im Vorjahr gab es erstmals den Zweitagestest in MisanoFoto: MotoGP

Laut Reglement sind zwischen 1. Dezember und 31. Januar (Winterpause) sowie zwischen 13. Juli 2020 und 4. August 2020 (Sommerpause) keine Testfahrten erlaubt. Dieser Paragraph könnte aufgrund der außergewöhnlichen Situation aber ohnehin ausgehoben werden.

Auch für Trainingsfahrten mit anderen Motorrädern gelten strenge Regeln. In den 14 Tagen vor einem Grand Prix sind keinerlei Aktivitäten auf der jeweiligen Strecke erlaubt. Für den restlichen Zeitraum gelten Beschränkungen bei der Wahl des Motorrads. Nur gewöhnliche, straßenzugelassene Maschinen sind zugelassen, kleine Anpassungen wie das Entfernen von Spiegeln erlaubt.