Hamsterkäufe, Schutzmasken, verunsicherte Menschen - die Panik vor dem Corona-Virus beherrscht mittlerweile den ganzen Erdball. Die neuartige Krankheit hat alle Lebensbereiche erreicht. Reisemöglichkeiten sind massiv eingeschränkt, viele Großveranstaltungen wurden in den vergangenen Tagen abgesagt oder laufen zumindest Gefahr, nicht durchgeführt zu werden.

Am Sonntagabend erwischte es auch die MotoGP. Katar, wo am kommenden Wochenende der Saisonauftakt 2020 über die Bühne gehen hätte sollen, verschärfte am Sonntag die Einreisebestimmungen für einige Länder, unter anderem Italien. Passagiere, die aus diesen Ländern nach Katar einreisen, werden direkt für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Da eine Vielzahl an Piloten und Teampersonal aus Italien kommt, ist eine Durchführung somit nicht möglich.

Am Montagmorgen wurde bekannt, dass auch der Thailand-Grand-Prix, ursprünglich am 22. März als zweiter Saisonlauf angesetzt, vorerst nicht stattfinden wird. Eine Verschiebung in den Herbst ist möglich. Weitere Absagen oder Verschiebungen scheinen aktuell durchaus möglich.

Die MotoGP ist machtlos, hat auf lokale Einreisebestimmungen und Entscheidungen in den Austragungsländern keinen Einfluss. Wie aber ist es überhaupt möglich, dass eine statistisch gesehen bedeutungslose Krankheit das Weltgeschehen derart beeinflussen konnte? Die folgenden Zeilen sollen auf keinen Fall zynisch klingen, denn natürlich ist jeder Todesfall für die direkt betroffenen Personen eine Tragödie.

Nichtsdestotrotz muss man sich die Zahlen zum Corona-Virus doch vor Augen halten und sie richtig einordnen. Seit Dezember sind weltweit etwa 3000 Menschen durch die Krankheit verstorben, die Grippe fordert Jahr für Jahr zwischen 290.000 und 650.000 Todesopfer. Dennoch verläuft uns aller Leben auch während den Grippewellen in normalen Bahnen. Menschen reisen oder nehmen an Großveranstaltungen teil.

Corona-Virus: Panik ohne jegliche Grundlage

Nüchtern betrachtet können die getroffenen Entscheidungen der vergangenen Tage und Wochen also nur als vollkommen überzogen betrachtet werden. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Teufelskreis aus gezielter Desinformation und übertriebener Panikmache. Daran haben genügend Institutionen ein Interesse: Boulevardmedien, die damit billig Reichweite generieren. Unternehmen, die sich an Desinfektionsmitteln oder Schutzmasken eine goldene Nase verdiene. Und die Politik, die das Virus zur Selbstinszenierung und als dankbare Möglichkeit zur Ablenkung von für sie unangenehmeren Themen nützt.

Die Zeche dafür zahlen wir alle. Was wir machen können? Ruhig bleiben. Und auf den MotoGP-Start warten!