Beim Sepang-Test und -Shakedown Anfang Februar saß Lorenzo Savadori erstmals als Testfahrer auf der Aprilia RS-GP. Was damals nur eine erste Bewährungsprobe war, hat nun zu einer dauerhaften Anstellung Savadoris beim Hersteller als Noale geführt. Das gab Aprilia am Sonntag in einer Presseaussendung bekannt. Neben seiner Tätigkeit als MotoGP-Testfahrer wird Savadori auch die italienische Superbike-Meisterschaft für Aprilia auf einer RSV4 bestreiten.

In der Presseaussendung wird die Verpflichtung damit begründet, dass die für 2020 völlig überarbeitete RS-GP nun ein besonders großes Maß an Entwicklungsarbeit nötig machen würde. Verstärkung für den bisherigen Einzelkämpfer in dieser Abteilung, Bradley Smith, sei somit nötig.

Tatsächlich könnte aber deutlich mehr hinter dem Deal zwischen Aprilia und Savadori stecken. Es ist nämlich gut möglich, dass sich die Mannschaft aus Noale damit bereits für eine Zukunft von Andrea Iannone rüstet. Der ist nach seiner positiven Dopingprobe im vergangenen November in Sepang ja nach wie vor gesperrt, das endgültige Urteil lässt auf sich warten.

Savadori für Smith, Smith für Iannone?

Wird Iannone tatsächlich für längere Zeit von allen FIM-Veranstaltungen, also Rennwochenenden und Testfahrten, ausgeschlossen, muss sich Aprilia nach einem Ersatz für die Rolle als zweiter Werkspilot neben Aleix Espargaro umsehen. Da wäre Bradley Smith die logische Wahl, hat er sich doch bereits auf MotoGP-Niveau bewiesen und kennt die RS-GP durch seine Testarbeit wie seine Westentasche. Savadori wäre dann die dementsprechende Nachbesetzung im Entwicklungsteam.

Bradley Smith könnte den Platz von Andrea Iannone einnehmen - Foto: gp-photo.de / Ronny Lekl
Bradley Smith könnte den Platz von Andrea Iannone einnehmenFoto: gp-photo.de / Ronny Lekl

Pluspunkte bei Aprilia dürfte Andrea Iannone auch mit seinen Aussagen im Rahmen der Team-Präsentation am Freitagabend in Losail nicht gesammelt haben. Dort führte er die erkennbaren Fortschritte mit der RS-GP mehr oder weniger alleine auf seine Ankunft im Projekt zurück und diskreditierte damit Espargaro, Smith und große Teile des Teams. Espargaro zeigte sich verärgert über die Aussagen: "Das ist das Ende unseres guten Verhältnisses."