Nur eine Woche nachdem für Ducati desaströsen Heimrennen in Misano drohte Andrea Dovizioso die nächste Schlappe. Für das MotoGP-Rennen von Aragon hatte er sich nur auf dem zehnten Startplatz qualifiziert und war in keinem der vier Freien Trainings besser als Achter gewesen.

Doch am Sonntag drehte Dovizioso so richtig auf. Er kämpfte sich von P10 im Grid bis auf den zweiten Platz nach vorne. Bereits am Start kassierte er Joan Mir, wenige Kurven später kegelte Alex Rins sich selbst und Franco Morbidelli mit einem übermotivierten Manöver aus dem Kampf um die Spitzenpositionen. In Runde vier war Valentino Rossi fällig, in der Folgerunde Aleix Espargaro, im 9. Umlauf Fabio Quartararo und im 15. Jack Miller. Drei Runden vor Schluss krallte sich Dovizioso schließlich auch noch Maverick Vinales und musste sich somit am Ende nur Dominator Marc Marquez geschlagen geben.

Wie war diese plötzliche Leistungsexplosion von Dovizioso möglich. "Ich hatte trotz der schlechten Startposition das Gefühl, dass es ein gutes Rennen für mich wird", verrät der Ducati-Mann seine Vorahnung. "Denn im Rennen ist der Grip immer schlechter und der Reifenverschleiß höher als an den Trainingstagen. Wenn man da smooth fahren kann, hat man gute Karten."

Genau dafür ist Dovizioso bekannt und diese Stärke spielte er am Sonntag wieder einmal voll aus. Er teilte sich seine Reifen ideal ein, hatte deshalb in der Schlussphase gegen Fahrer wie Vinales leichtes Spiel. "Ich habe das Rennen wirklich perfekt gemanagt", klopft sich Dovizioso selbst auf die Schulter. "Ich war bis zum Ende konstant, während die Konkurrenz nachgelassen hat."

Dovizioso holte sein erstes Podium seit dem Spielberg-Sieg - Foto: LAT Images
Dovizioso holte sein erstes Podium seit dem Spielberg-SiegFoto: LAT Images

Dovizioso letzter Marquez-Rivale

Durch den Sieg von Marquez verlor Dovizioso aber freilich auch mit Platz zwei fünf Punkten auf den WM-Leader. Holt Marquez in Thailand zwei Punkte mehr als Dovizioso, ist er wieder Weltmeister. "Gegen Marc ist es schlechter geworden, aber auf den dritten Platz gerechnet besser, deshalb bin ich zufrieden", so Dovizioso, der offensichtlich auch nicht mehr an einen Titelgewinn glaubt. Sein Vorsprung auf den drittplatzierten Alex Rins beträgt nun aber komfortable 46 Punkte.