Der nächste Paukenschlag in der MotoGP! Johann Zarco wird sich spätestens mit Saisonende von KTM trennen, möglichweise schon früher. Diese Entscheidung hat der österreichische Hersteller selbst entlassen. Wie am Sonntag im Rahmen des Österreich-Grand-Prix zu hören war, bat Zarco die KTM-Spitze rund um Firmenchef Stefan Pierer, Motorsport-Boss Pit Beirer und Teamchef Mike Leitner zu einem Gespräch.

In diesem Gespräch äußerte Zarco den Wunsch, seinen KTM-Vertrag, der ursprünglich für zwei Jahre und somit bis Saisonende 2020 abgeschlossen wurde, vorzeitig aufzulösen. KTM stimmte dem zu, wie man am Montagmorgen in einer Presseaussendung offiziell verkündete. Zarco wird spätestens im November in Valencia sein letztes KTM-Rennen bestreiten. Sollte er sich schon früher vom Team trennen wollen, würde aller Voraussicht nach Testfahrer Mika Kallio einspringen. Sein Kollege Dani Pedrosa hat bereits mehrfacht erklärt, keine Rennen mehr bestreiten zu wollen.

Etwa zwei Stunden nach der offiziellen Verkündung der Trennung meldete sich Zarco selbst auf Instagram zu Wort: "Es ist offiziell. Ich werde in der MotoGP-Saison 2020 nicht für KTM fahren. Es war eine schwierige Entscheidung für mich. Ich habe die Möglichkeit, den besten Job der Welt auszuüben und dabei will ich mit einem Lächeln um Podien kämpfen. Als Profi bleibe ich für den Rest der Saison 2019 fokussiert. Ich werde mein Bestes geben und versuchen, mich als Fahrer zu steigern. #readytorace"

Der Abgang von Zarco bei KTM bedeutet natürlich zusätzlichen Schwung für das MotoGP-Transferkarussell, das in den vergangenen Tagen ohnehin schon auf Hochtouren lief. Am Donnerstag machten in Spielberg ja die Gerüchte die Runde, Jorge Lorenzo könnte sich ebenfalls vorzeitig von Repsol Honda trennen und bei Pramac Ducati den Platz von Jack Miller einnehmen.

Wird Jack Miller Zarco-Nachfolger bei KTM?

Dieser Wechsel scheint mittlerweile vom Tisch, Lorenzo soll seinen HRC-Vertrag erfüllen. Miller und sein Manager Aki Ajo schauten sich aber in den vergangenen Tagen sicherheitshalber nach Alternativen um und sollen auch bei Pierer, Beirer, Leitner und Co. angeklopft haben. Ajo ist durch seine KTM-Teams in Moto2 und Moto3 natürlich bestmöglich mit dem österreichischen Hersteller vernetzt, Miller fuhr in der Moto3 auch bereits für Ajos Team eine Maschine aus Mattighofen.

Miller jubelte schon in der Vergangenheit auf KTM - Foto: KTM
Miller jubelte schon in der Vergangenheit auf KTMFoto: KTM

Das würde auch bedeuten, dass für Moto2-Dominator Alex Marquez ein Platz bei Pramac Racing frei würde. Seit Monaten ranken sich Gerüchte um eine mögliche Zusammenarbeit des jüngeren Marquez-Bruders und dem Ducati-Kundenteam für die Saison 2020. Marquez-Manager Emilio Alzamora betonte wiederholt sein gutes Verhältnis zu Pramac, wo WM-Leader Alex eine GP20 pilotieren würde.

Die wahrscheinlichste Variante ist aber wohl, dass Miguel Oliveira von Tech 3 ins Werksteam befördert wird und somit ein Platz im Team von Herve Poncharal frei wird. Miller würde bei Pramac bleiben, Alex Marquez müsste wohl ein Jahr in die Warteschleife - oder den Tech-3-Platz einnehmen. Unmöglich scheint mittlerweile gar nichts mehr.

Flieht Zarco in die WSBK?

Die große Frage aber: Was passiert mit Johann Zarco? In der MotoGP hat der auf Yamaha einst so starke Franzose praktische keine Optionen mehr für 2020. Vor einigen Monaten gab es bereits erste Quellen, die von einem Honda-Offert aus der Superbike-WM sprachen. Die Japaner wollen dort endlich wieder erfolgreich sein und sollen an einem Dream-Team basteln. Der Wechsel Alvaro Bautistas von Ducati zu Honda scheint so gut wie durch, Zarco könnte dann sein kongenialer Partner werden.