Yamaha steckt in der nach wie vor in der größten Krise seit Einführung der MotoGP-Klasse. Von den jüngsten 35 Rennen in der Königsklasse konnte man gerade einmal eines gewinnen. Ducati und Honda sind weit enteilt, Suzuki liegt mittlerweile absolut auf Augenhöhe.

Seit dem Sommer 2017 dreht man sich bei Yamaha im Kreis. Immer wieder geht es um dasselbe Thema: Mangelnder Grip am Hinterrad. Gibt man zu viel Leistung frei, zerstört man den Reifen, wie im Vorjahr so oft geschehen. In diesem Jahr ist das für die Piloten der M1 kaum mehr ein Problem, dafür fehlt es deutlich an Beschleunigung und Topspeed. Yamaha muss sein Triebwerk über die Elektronik offensichtlich zu stark drosseln.

Der Handlungsspielraum für Yamaha ist begrenzt, die Motoren dürfen nach dem Saisonstart nicht mehr verändert werden. Lösungsansätze kann es also maximal im Bereich der Elektronik oder des Fahrwerks geben. Den Weltmeistertitel 2019 hat man bei Yamaha so gut wie abgeschrieben. Gar nicht so sehr, weil der Rückstand auf das dominante Paket Marc Marquez und Honda doch schon beträchtlich ist, sondern viel mehr, weil große Sprünge nach vorne im Laufe des Jahres unrealistisch scheinen.

Michelin als Yamahas Rettungsanker

Hoffnung keimt bei Yamaha nun aber für 2020 auf. Da könnte Michelin nämlich einen neuen Typ Hinterreifen an die Teams liefern. Dieser wurde im Rahmen des Montagstests in Barcelona erstmals aufprobiert und von Valentino Rossi sowie Maverick Vinales für mehr als gut befunden. "Die neuen Michelin-Reifen sind fantastisch", jubelte Rossi. "Sie haben da offensichtlich viel Mühe hineingesteckt und super Arbeit geleistet. Ich habe damit wesentlich mehr Grip beim Beschleunigen, kann das Gas früher aufmachen und bin so schneller. Diese Reifen sind für uns also auf jeden Fall besser."

Sind die Hinterreifensorgen mit dem neuen Modell Geschichte? - Foto: Monster Yamaha
Sind die Hinterreifensorgen mit dem neuen Modell Geschichte?Foto: Monster Yamaha

Zustimmung erhielt er von Teamkollege Vinales: "Die ersten Eindrücke sind positiv. Der Grip ist gut und ich konnte stark Runden fahren. Ich hoffe, sie bringen diese Reifen in Zukunft, denn das wird unserem Motorrad sehr helfen."

Ob der Wunschreifen der Yamaha-Stars 2020 tatsächlich zum Einsatz kommt, ist freilich noch ungewiss. Michelin holt Feedback aller MotoGP-Piloten und Hersteller ein, wertet Daten aus und entscheidet dann ob der jeweilige Pneu eine Option für die nächste Saison ist.