Den Saisonauftakt in Katar konnte er gewinnen, auf der für Ducati traditionell schwierigen Strecke im argentinischen Termas de Rio Hondo sammelte er mit Platz drei wertvolle Punkte. In Austin musste Andrea Dovizioso nun aber den ersten Rückschlag in der MotoGP-Saison 2019 hinnehmen. Er geht nur von Startplatz 13 in den Grand Prix von Amerika und hat somit am Sonntag ein hartes Stück Arbeit vor sich.

Das Unheil hatte für Dovizioso schon am Freitag seinen Lauf genommen. Er legte im 2. Freien Training zu wenig Wert auf eine schnelle Rundenzeit und verpasste die Top-Ten um 84 Tausendstelsekunden. Durch die Absage von FP3 aufgrund eines Wolkenbruchs in Austin musste Dovizioso so im Qualifying bereits in Q1 ran.

Dort unterlief ihm der nächste strategische Patzer. Er fuhr im Gegensatz zu allen anderen Piloten - mit Ausnahme von Aleix Espargaro - einen langen anstatt zwei kurzer Runs. "Ich dachte nach dem 4. Training, dass die Streckenverhältnisse nicht wirklich gut sind. Deshalb wollte ich nur einen Run mit mehreren Runden anstatt zwei Runs fahren. Ich habe zu Beginn des Qualifyings zwei Minuten in der Box gewartet, weil in FP4 die Strecke am Ende viel besser wurde", erklärte Dovizioso im Anschluss seine Überlegung.

Dovizioso verpokert sich in Austin-Qualifying

Doch der Plan des Ducati-Piloten ging nicht auf: "Im Qualifying wäre die Strecke von Beginn an schnell genug gewesen, um direkt zu pushen. Zwei Runs zu fahren wäre die bessere Lösung gewesen. Durch meine Strategie habe ich ein paar Zehntelsekunden verloren und dadurch den Einzug in Q2 verpasst." Besonders bitter: Ausgerechnet Doviziosos Teamkollege Danilo Petrucci boxte ihn im letzten Versuch um 0,016 Sekunden aus Q2.

Petrucci leistete seinem Stallgefährten keine Schützenhilfe - Foto: Ducati
Petrucci leistete seinem Stallgefährten keine SchützenhilfeFoto: Ducati

So muss der MotoGP-Vizeweltmeister der vergangenen beiden Jahre vom 13. Platz aus ins Rennen gehen - ein herber Rückschlag. "Es wäre sehr wichtig gewesen, aus den ersten drei Reihen zu starten. Leider ist mir das nicht gelungen. Ich bin sehr enttäuscht. Mein Speed ist nicht großartig, aber ich denke es hätte für die zweite Gruppe hinter Marc gereicht. Meine Pace ist sehr ähnlich wie die von Valentino, Jack, Maverick, Alex und Cal. Es wäre also wichtig gewesen, weiter vorne zu starten um gegen sie zu kämpfen", weiß der Routinier.

Nun zweifelt Dovizioso an einem Spitzenresultat in Austin: "Ich weiß nicht, ob das nun möglich sein wird. Es gibt ein paar Stellen, an denen man überholen kann, aber in den meisten Passagen gibt es nur eine Linie. Da wird es schwierig." Von den 20 Kurven des Circuit of the Americas bieten tatsächlich nur vier wirkliche Überholmöglichkeiten: Die Haarnadel Turn 1, die engen Kurven vor und nach der langen Gegengeraden und die Zielkurve.