Ducati darf aufatmen! Der MotoGP Court of Appeal wies den Protest gegen den Spoiler an der Schwinge ab und erklärte die Konstruktion für legal. Am Dienstag um 21:31 Uhr erging das entsprechende Schreiben an die Presse. Damit bestätigt der Motorrad-Weltverband auch den Sieg von Andrea Dovizioso beim Auftaktrennen in Katar.

Die protestierenden Teams Honda, Suzuki, KTM und Aprilia können nun innerhalb von fünf Tagen allerdings beim Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen das Urteil der FIM berufen. Dies wäre allerdings die allerletzte Instanz für einen Protest.

Vier Gegner protestierten

Gegen Ducati wurde unmittelbar nach dem ersten Saisonrennen der MotoGP in Katar Protest eingelegt. Die vier Hersteller sahen den Spoiler an der Hinterradschwinge, der an den Desmosedici GP19 von Andrea Dovizioso, Danilo Petrucci und Jack Miller verbaut war - als illegal an.

Bereits der erste Protest wurde abgewiesen. Dieses Bauteil wurde bereits im Vorhinein vom Technischen Direktor Danny Aldridge als regelkonform abgesegnet und dabei blieb man. Ducati setzte den Spoiler nämlich bereits bei den Wintertests ein, woraufhin die Konkurrenz eine Regelklarstellung forderte, die acht Tage vor dem Katar-Grand-Prix an alle Hersteller der MotoGP versandt wurde.

Stein des Anstoßes: Der Spoiler an der Schwinge der Ducati Desmosedici GP19 - Foto: LAT Images
Stein des Anstoßes: Der Spoiler an der Schwinge der Ducati Desmosedici GP19Foto: LAT Images

In dieser Mitteilung wurde klargestellt, dass derartige Elemente erlaubt sind, so lange sie nicht dafür verwendet werden, Abtrieb zu generieren, sondern lediglich den Hinterreifen kühlen sollen. Das sei nämlich der Zweck des Spoilers, so die Argumentation von Ducati und Technikchef Gigi Dall'Igna. Die Konkurrenz zweifelte aber am Wahrheitsgehalt dieser Aussagen und legte deshalb gegen den abgewiesenen Protest noch einmal Berufung ein.

Ducati-Schicksal in Händen von MotoGP-Juristen

Um diese Berufung kümmern sich im Normalfall die Appeal Stewards der FIM. Diese sahen sich in Katar aber nicht im Stande, ein gerechtes Urteil abzugeben und verwiesen den Fall daher an den Court of Appeal, den Berufungssenat der FIM. Dort werden derartige Fälle von drei Juristen, die aus einem Pool von insgesamt zwölf ausgewählt werden, bewertet und anschließend ein Urteil gefällt.

Dieses Gremium bestätigte am Dienstag die Entscheidung von Aldridge, Ducatis Konstruktion für legal zu erklären. Zuvor hatte am Freitag eine Anhörung der Streitparteien stattgefunden. Durch den Richtspruch darf der Spoiler an der Schwinge auch in den kommenden Rennen verwendet werden. Es bleibt wohl nur eine Frage der Zeit, ehe auch die protestierenden Teams diesen Flügel einsetzen werden.