2012 war die MotoGP zum bislang letzten Mal in Portugal zu Gast. Es war das 13. und vorerst letzte Rennwochenende in Estoril nahe der Hauptstadt Lissabon. Doch schon im kommenden Jahr könnte die Motorrad-Weltmeisterschaft auf einer anderen Strecke nach Portugal zurückkehren.

In Portimao, wo man seit der Fertigstellung des Kurses 2008 bereits die Superbike-WM beheimatet, werden aktuell alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mit der MotoGP auch die Königsklasse des Motorradsports an die Algarve zu locken.

1,5 Millionen Euro an öffentlichen Geldern für die drei Jahre von 2020 bis 2022 sichert Bürgermeisterin Isilda Gomes zu. Dafür könnte man sogar das traditionelle Motorbootrennen in der Mündung des Flusses Arade, welches jährlich mit 400.000 Euro gefördert wird. "Die Verhandlungen laufen", erklärt Gomes gegenüber 'cmjornal.pt'. "Die MotoGP wäre von großem wirtschaftlichen Wert für Portimao und die gesamte Algarve."

Portimao bereits für MotoGP

Was die Strecke selbst betrifft, steht einem Grand-Prix-Wochenende in Portimao nichts im Wege. Die Anlage wurde vor gut einem Jahrzehnt für rund 200 Millionen Euro aus dem Boden gestampft, entspricht modernen Standards und erhielt sowohl vom Motorradweltverband FIM als auch vom Automobilbund FIA die höchste Homologationseinstufung. Aufgrund seines abwechslungsreichen Layouts mit großen Höhenunterschieden erfreut sich das Autodromo Internacional do Algarve, so der offizielle Name der Strecke, bei den Piloten größter Beliebtheit.

Im WSBK-Kalender ist Portimao bereits ein Fixpunkt - Foto: LAT Images
Im WSBK-Kalender ist Portimao bereits ein FixpunktFoto: LAT Images

Rückenwind erhält die Bewerbung Portimaos freilich auch die Tatsache, dass mit Miguel Oliveira 2019 erstmals ein Portugiese in der MotoGP an den Start geht. Ziel von Promoter Dorna ist, jedem Fahrer der Königsklasse auch ein Heimrennen zu bieten. Mit Ausnahme von Oliveira ist das bei jedem der 22 MotoGP-Piloten 2019 der Fall.

Für einen Portugal-Grand-Prix ab 2020 Platz im Kalender zu finden, könnte aber schwierig werden. 19 Rennwochenenden umfasst die Saison 2019 bereits, Länder wie Indonesien, Finnland und Mexiko scharren in den Startlöchern. Im Gegensatz zu Portugal verfügt man dort aber nirgends über eine fertige Rennstrecke. Vielleicht der entscheidende Startvorteil für Portimao...