Andrea Dovizioso konnte seinen Vorjahrestriumph in Spielberg nicht wiederholen. Beim Österreich-GP auf dem Red Bull Ring musste sich der Ducati-Pilot mit Position drei zufrieden geben. Zwei Dinge beeinträchtigten dabei das Rennen des amtierenden MotoGP-Vizeweltmeisters.

Marquez-Attacke am Start kostet Dovizioso Plätze

Zum einen wäre da der Start zu nennen. Zwar setzte sich Dovizioso von Startposition zwei aus beim Sprint zur ersten Kurve durch. Doch die Attacke von Marc Marquez beim Anbremsen der Remus-Haarnadel hatte weitreichende Konsequenzen: Dovizioso musste im Scheitelpunkt fast anhalten und fiel in Folge dessen kurzzeitig um einige Plätze zurück.

"Ich konnte mich von Beginn an nicht in die richtige Position bringen. Nach dem harten Manöver von Marquez war ich in Kurve 4 Sechster. Immerhin konnte ich gleich darauf wieder drei Positionen gut machen und war dann Dritter, als Marquez anfing zu pushen. Ich bin enttäuscht, aber so ist der Rennsport manchmal", haderte Dovizioso mit seinem Schicksal.

Sein Rennverlauf war von dort an besiegelt. Marquez drehte zu Beginn eine schnellste Runde nach der anderen. Dovizioso und Teamkollege Lorenzo konnten jedoch den Anschluss halten. Allerdings schaffte es Dovizioso nicht, Lorenzo hinter sich zu lassen. Obwohl der Vize-Champion ordentlich Druck auf seinen Ducati-Stallgefährten ausübte.

Reifen an Doviziosos Ducati bauen frühzeitig ab

Der vergeblichen Überhol-Bemühungen sorgten dafür, dass Doviziosos Reifen frühzeitig in die Knie gingen. Das deutlichste Anzeichen dafür: Der Verbremser in Kurve 1, zehn Runden vor Schluss. Von da an fiel Dovizioso Stück für Stück zurück und konnte nur noch auf einen Zwischenfall im Zweikampf Lorenzo vs. Marquez hoffen. Mit seiner Wahl (Medium vorne und hinten) hatte sich der Ducati-Pilot verzockt.

"Ich habe den Hinterreifen zu sehr beansprucht, als ich versucht habe, Jorge zu überholen. In dieser Phase war ich schneller, kam aber nicht vorbei. Das hat mich das Rennen gekostet. Ich musste schon früh Tempo rausnehmen. Zwar unterlief mir ein Fehler, aber da war ich mit der rechten Flanke des Hinterreifens schon in Schwierigkeiten", spielte Dovizioso auf seinen Verbremser an.

Seine Reifenwahl verteidigte Dovizioso dennoch: "Es war nicht leicht, die richtige Entscheidung zu treffen. Im Qualifying lief es gut mit diesen Reifen. Heute war es wärmer und ich dachte, das wäre eine gute Wahl gewesen. Ich weiß nicht, wie viel Einfluss die Reifenwahl für den Abbau hatte und wie viel meine Angriffsversuche auf Jorge." Unterm Strich bleibt so "nur" der dritte Platz für Dovizioso übrig.

Ein Ergebnis, das ihm auf Ducatis Parade-Strecke nicht gerade schmeckt. "Ich bin sehr enttäuscht. Aber das kann passieren, wenn man nur zwei freie Trainings zur Verfügung hat. Manchmal sind wir nicht perfekt aufgestellt. Wenn man nicht die richtige Wahl trifft, ist das aber auch gut, da man für die nächsten Rennen lernen kann", bleibt Dovizioso optimistisch. Stichwort nächstes Rennen: Das findet in zwei Wochen in Silverstone statt. Dovizioso fuhr dort im Vorjahr den MotoGP-Sieg ein. Ein gutes Omen also für den Ducati-Fahrer.