Jack Miller (Marc VDS, Platz 1): "Es kommt nicht oft vor, aber mir fehlen wirklich die Worte. Ich bin im Moment sehr emotional und es ist schwierig zu beschreiben, wie es sich anfühlt, sein erstes MotoGP-Rennen zu gewinnen. Ich habe mich gut und schnell gefühlt, aber das Rennen abzubrechen war die einzig richtige Entscheidung, weil es wirklich gefährlich war. Auch im zweiten Rennen war die Strecke rutschig, aber ich habe mich gleich wohl gefühlt. Ein paar Fahrer haben Fehler gemacht, aber ich bin fokussiert geblieben und habe mich darauf konzentriert, schnell und konstant zu bleiben und keine Fehler zu machen. Als ich Marc überholt habe, habe ich versucht, alle Gedanken abzuschütteln und einen klaren Kopf zu behalten. Es ist ein unglaubliches Gefühl."

Marc Marquez (Repsol Honda, Platz 2): "Als Valentino gestürzt ist und ich auf meinem Pitboard 'Miller +0' gesehen habe, ist mir als Erstes Silverstone 2015 eingefallen. Ich habe das Rennen einfach nur noch verwaltet und Rang zwei kontrolliert. Valentino war ja bereits draußen und Jorge weit zurück. Da war der zweite Platz genug für mich und er fühlt sich ehrlich gesagt wie ein Sieg an. Heute war sicherlich ein Rennen, in dem man viel gewinnen oder verlieren konnte. Mir war es daher das Wichtigste, ins Ziel zu kommen. Mein Team hat mich am Morgen auch noch etwa 40 Mal darum gebeten. Ich habe nach dem Neustart schon auch gepusht, weil man in einem Rennen über zwölf Runden einfach von Beginn Gas geben muss. Valentino war aber einfach auf einem anderen Level. Mir war heute aber egal, wie die anderen Fahrer gefahren sind. Ich habe mich nur auf mein Motorrad und das Gefühl dafür konzentriert. Am Ende hat mir diese Herangehensweise sehr geholfen und ich habe, was die Gesamtwertung betrifft, gewonnen."

Scott Redding (Pramac Racing, Platz 3): "Dieser Sieg ist ein tolles Gefühl. Es war ein schwieriges Rennen. In den Augenblicken vor der Roten Flagge konnte ich kaum etwas sehen, ich bin mit Instinkt gefahren und konnte irgendwie aufrecht bleiben. Das Gefühl für mein Bike war klasse, auch im zweiten Teil des Rennens. Ich freue mich, meinen Jungs mit diesem Sieg etwas für ihren fantastischen Job zurückzugeben. Wir hatten bisher so viel Pech und dieses Wochenende mit der ersten Startreihe und das Podium ist eine tolle Entschädigung dafür, dass wir immer weitergemacht und an uns geglaubt haben."

Pol Espargaro (Tech 3, Platz 4): "Aus einem schwierigen Rennen wie diesem mit dem vierten Platz zu gehen, ist wie ein Traum. Natürlich ist es ärgerlich, dass ich das Podium verpasst habe, aber mit den vielen Stürzen, die wir gesehen haben, mussten wir vorsichtig sein und an die WM denken. Noch dazu war Scott offensichtlich schneller und konnte über die Front mehr pushen. Im zweiten Rennen war mein Gefühl für das Bike mit dem weichen Reifen besser. Deshalb war ich zum ersten Mal in der MotoGP im Nassen konkurrenzfähig."

Andrea Iannone (Ducati, Platz 5): "Ich denke, im Großen und Ganzen war es ein gutes Wochenende für uns, denn im Trocknen waren wir konkurrenzfähig und hatten eine gute Chance, das Rennen trotz des Regens gut zu beenden. Gestern war er leider ein Problem für mich, weil ich kein Selbstvertrauen hatte und ich dann auch noch von ganz hinten starten musste. In der MotoGP ist es nie einfach, Plätze gutzumachen, aber ich bin mit meinen beiden Starts sehr zufrieden. In Rennen eins war ich in meiner ersten Runde schon Elfter und danach gleich Sechster. Wenn ich von weiter vorn gestartet wäre, hätte ich vielleicht sogar ums Podium kämpfen können. Im zweiten Rennen war ich ebenfalls schnell wieder vorn und bin Fünfter geworden. Wir haben ein paar wichtige Punkte mitgenommen."

Hector Barbera (Avintia Racing, Platz 6): "Ich freue mich über das Ergebnis, denn das erste Rennen war ein Desaster. Ich habe mich für den harten Regenreifen entschieden und hatte überhaupt keinen Grip. Das Bike hatte auf den Geraden extrem viel Spinning. Wenn ich in die Kurven gegangen bin, ist das Bike gerutscht. Ich konnte es unter diesen Umständen nicht genießen, zu fahren. Im zweiten Rennen haben wir den harten Reifen verwendet und das Bike hat sich komplett verändert. Der Unterschied war aber so groß, dass ich ein paar Runden gebraucht habe, um mich daran zu gewöhnen."

Eugene Laverty wurde in Assen Siebter - Foto: Tobias Linke
Eugene Laverty wurde in Assen SiebterFoto: Tobias Linke

Eugene Laverty (Aspar, Platz 7): "Ich bin auf der Sighting Lap so langsam gefahren, weil ich nicht der Idiot sein wollte, der stürzt. Im Endeffekt bin ich es doch gewesen. Der Reifen hat sich wie Eis angefühlt, er war so rutschig. Ich musste an die Box fahren, um mir einen anderen Reifen zu holen, aber das war nicht so schlimm, weil ein Start aus der Box nicht so weit von unserer eigentlichen Startposition entfernt war. Am Ende der Pitlane hatte ich dann ein Problem mit dem Bremsen. Deshalb hatte ich so viele Probleme bei Rennstart und bin zurückgefallen. Im zweiten Rennen habe ich erst gut aufgeholt und wäre dann fast gestürzt. Der siebte Platz ist nach all dem Drama ein gutes Ergebnis."

Stefan Bradl (Aprilia Gresini, Platz 8): "Ich bin etwas angefressen weil wir hatten eigentlich ein gutes Rennen von Anfang bis Schluss. Aber ich hätte ein bisschen mehr riskieren müssen. Das wollte ich auch, aber das Motorrad hat mir nicht die Möglichkeit dazu gegeben. Wir hatten ein Problem mit der Elektronik vom ersten Run. Ich glaube, da ist ein bisschen Wasser reingekommen, so wie es geregnet hat, und wir mussten das zweite Motorrad nutzen, mit anderer Geometrie, anderer Abstimmung und anderen Elektroniksettings. Das sagt alleine schon alles. Im zweiten Rennen habe ich nur noch geschaut dass ich es ins Ziel bringe, weil ich nach kurzer Zeit gemerkt habe, dass ich überhaupt nichts in meiner Hand habe und nicht aggressiv unterwegs sein konnte."

Maverick Vinales (Suzuki, Platz 9): "Leider war der Regen heute keine große Sache für uns, mein Gefühl war gut. Uns fehlt es an Erfahrung und dafür haben wir heute bezahlt. Wir waren im Trocknen konkurrenzfähig, aber als es zu regnen begonnen hat, konnten wir kein richtiges Setup finden. Ich habe in beiden Teilen des Rennens viel einstecken müssen. Das ist traurig, denn ich hätte im Trockenen gute Chancen gehabt. Leider haben wir noch viel zu lernen, wenn es um nasse Bedingungen geht. Wir lernen alle, aber dieses Ergebnis liegt natürlich unter unseren Erwartungen. Das wir Punkte gesammelt haben, ist aber immerhin positiv."

Jorge Lorenzo (Yamaha, Platz 10): "Im ersten Rennen war ich auf Platz 19 und damit Letzter. Ich habe überlegt, ob ich aufhören soll, weil die Bedingungen schrecklich waren, aber ich bin weitergefahren, bis das Rennen gestoppt wurde. Im zweiten Rennen sind dann viele Fahrer gestürzt und ich habe etwas Vertrauen wiedergefunden. Die Punkt sich wichtig für die WM, im ersten Rennen hätte ich keine gesammelt. Marquez hat heute auch viele Punkte gesammelt, aber Rossi keine. Im Endeffekt haben wir es geschafft, ein schwieriges Wochenende zu retten."

Tito Rabat (EG Marc VDS, Platz 11): "Es war ein schwieriges Rennen und komplizierten Bedingungen, aber ich freue mich, dass ich Punkte sammeln konnte. Im zweiten Rennen bin ich in die Top-10 gekommen und hatte eine gute Pace. Im Regen bin ich normalerweise nicht so sicher, aber ich habe mich gut gefühlt. Ich habe versucht, Bautista zu überholen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich schneller bin als er. Ich hatte aber zu viel Schräglage, weshalb ich gestürzt bin. Zum Glück konnte ich wieder ins Rennen gehen und bin noch Elfter geworden."

Dani Pedrosa (Repsol Honda, Platz 12): "Es war ein schwieriges Wochenende, aber Rennen wie dieses sind eine Lotterie. Im ersten Rennen scheint unsere Strategie mit dem weichen Reifen aufgegangen zu sein. Als die Strecke abgetrocknet ist, bin ich langsam gefahren, aber als es wieder anfing, habe ich meine Pace hochgehalten, weil die anderen Fahrer einen Nachteil hatten. Dann hat die Rennleitung das Rennen unterbrochen. Das hat mich geärgert. Im zweiten Rennen bin ich auf der ersten Runde gestürzt, weil ich einen neuen Reifen mit wenig Grip abbekommen habe. Es war ein schwieriges Rennen."

Dani Pedrosa wurde in Assen vom Pech verfolgt - Foto: Yamaha
Dani Pedrosa wurde in Assen vom Pech verfolgtFoto: Yamaha

Bradley Smith (Tech 3, Platz 13): "Es war ein vollgepackter Tag und unter den Bedingungen war es für alle schwierig, keine Fehler zu machen. Als es angefangen hat zu regnen, wäre es schön gewesen, ein paar Runden früher abzubrechen, denn es war wirklich gefährlich. Für die Rennleitung ist es immer schwer, den richtigen Moment zu treffen. Darüber müssen wir in Zukunft in der Safety Commission sprechen. Im zweiten Rennen habe ich mich dann viel besser gefühlt und habe gleich viele Plätze gut gemacht. Ich bin dann gestürzt, weil ich die Front aufgrund von zu starkem Pushen verloren habe."

Alvaro Bautista (Aprilia Gresini, DNF): "Im ersten Teil des Rennens bin ich gut gefahen, trotz all der Schwierigkeiten. Beim Restart habe ich versucht, ruhig zu bleiben und die Streckenbedingungen Runde für Runde auszukundschaften. Ich habe mich gut gefühlt, auch wenn Iannone mich überholt hat. Ich habe es aber geschafft, dicht an ihm dran zu bleiben. Auf der letzten Runde wollte ich ihn überholen, bin dann aber leider gestürzt. Der Instinkt eines Fahrers ist in einer Situation aber immer, das bestmögliche Ergebnis rauszuholen."

Michele Pirro (Avintia Racing, DNF): "Das Wochenende war schwer für mich, wahrscheinlich eines der Schwersten meiner Karriere. Aber das ist Racing. Es tut mir für das Team leid, weil wir die Chance hatten, um den siebten Platz zu kämpfen. Aber ich bin gestürzt. Es gab keine Anzeichen und das Limit war so eng, dass ich den Sturz nicht abfangen konnte."

Valentino Rossi (Yamaha, DNF): "Es ist extrem schade, denn heute wäre eine sehr gute Möglichkeit gewesen, um in der Weltmeisterschaft Punkte gutzumachen. or allem auf Lorenzo, der an diesem Wochenende in großen Schwierigkeiten war, aber auch auf Marc. Ich hatte im Gegensatz zur ersten Rennhälfte vor dem Abbruch den weichen Hinterreifen aufgezogen und damit habe ich mich noch besser gefühlt. Ich hatte mehr Grip am Hinterrad und habe mich deshalb dazu entschieden, ordentlich zu pushen. Ich bin aus Kurve neun viel schneller herausgekommen als vor der Unterbrechung, weil ich das Gas wesentlich früher aufmachen konnte. Somit bin ich vier oder fünf Stundenkilometer schneller zum Bremspunkt von Kurve zehn gekommen. Dann habe ich einfach die Kontrolle über das Vorderrad verloren. Ich war zu schnell."

Aleix Espargaro (Suzuki, DNF): "Das Ergebnis ist schade, denn wir haben uns verbessert und mein Gefühl war gut. Nach dem ersten Start habe ich mich unwohl auf dem Motorrad gefühlt, ich konnte die Power nicht auf den Boden bringen und hatte auch Probleme beim Wenden. Zwischen den beiden Teilen des Rennens hat meine Crew einige Veränderungen vorgenommen, die effektiv waren. Nach dem zweiten Start hatte ich eine Kollision mit einem anderen Fahrer in Kurve eins. Das hat mich in den Kies geschickt, aber ich bin nicht gestürzt und konnte wieder ins Rennen einsteigen. Die Veränderungen am Bike haben es mir ermöglicht, mich gut zu fühlen und zu den Fahrern vor mir aufzuschließen. Ich bin leider dennoch gestürzt. Das Resultat ist schade, aber ich freue mich über die Erfahrungen, die wir im Regen gesammelt haben. In der Zukunft werden sie uns helfen."

Andrea Dovizioso führte den Assen GP 2016 zeitweise an - Foto: Tobias Linke
Andrea Dovizioso führte den Assen GP 2016 zeitweise anFoto: Tobias Linke

Andrea Dovizioso (Ducati, DNF): "Der Grund warum Vale, ich und viele andere Fahrer gestürzt sind, war der Vorderreifen. Der hat überhaupt nicht funktioniert. Ich hatte dadurch noch mehr Probleme mit der Front und bin dann in einer schnellen Kurve im fünften Gang gestürzt, gerade als ich das Gas wieder aufgemacht hatte. Das war mein Fehler und es tut mir leid für mein Team. Nach dem schlechten Wochenende in Barcelona wäre dieses Ergebnis wichtig gewesen. Ich bin sehr enttäuscht von mir, denn das war eine gute Chance auf ein gutes Ergebnis"

Danilo Petrucci (Pramac Racing, DNF): "Ich bin sehr enttäuscht. Wir waren das ganze Wochenende über sehr schnell, das Team hat einen tollen Job gemacht. Ich war überzeugt, dass ich bei trockenen Bedingungen unter den Ersten sein könnte. Ich habe mich im Rennen gut gefühlt, alles ist perfekt gelaufen. Ich war sehr motiviert, denn ich hatte das Gefühl, es wäre der richtige Zeitpunkt für einen Sieg gewesen. Leider hat mir ein Problem alles versaut. Ich habe gesehen, dass der Dash abgefallen ist, aber ich habe nicht erwartet, dass mich das behindert. Dann ist mein Motor ins Stocken geraten. Ich bin enttäuscht, aber sehe auch, dass wir einen guten Job gemacht haben. Ich hätte diesen Sieg verdient, auch ich bin mir sicher, dass wir noch mehr Chancen kriegen. Wir beginnen in Deutschland."

Cal Crutchlow (LCR Honda, DNF): "Ich bin nicht zufrieden, wie man sich sicher vorstellen kann. Alles in einem Rennen wie diesem ist ein 'Vielleicht' oder 'Aber'. Im ersten Rennen habe ich mich allerdings gut gefühlt. Der Reifen hat zu Rennbeginn nicht gut funktioniert und ich hatte Mühe damit, Hitze hineinzubekommen. Sobald es aber angefangen hat, abzutrocknen, war ich der schnellste Mann auf der Strecke. Ich hätte das Rennen gewinnen können. Dann hat es wieder angefangen zu regnen und es wurde ein Desaster."

Yonny Hernandez (Aspar, DNF): "Ich hatte schon das Gefühl, dass ich das Rennen hätte gewinnen können. Ich hatte nicht das Gefühl, als wäre ich am Limit und hatte alles unter Kontrolle. Dann habe ich gefühlt, dass die Front ein bisschen einknickt und auch, wenn ich versucht habe, den Sturz mit meinem Knie abzufangen, sollte es nicht sein. Es ist schade, denn unser Ziel war es, das Rennen zu beenden und das haben wir nicht geschafft. Es war bis zu diesem Punkt ein tolles Rennen für uns. Ich freue mich, dass ich für neun Runden ein MotoGP-Rennen angeführt habe. Hoffentlich kriege ich nochmal so eine Chance und mache denselben Fehler nicht nochmal."