Jorge Lorenzo war auch am ersten Trainingstag der MotoGP in Mugello wieder vorne dabei. Bei den diffizilen Verhältnissen am Vormittag blieb der Weltmeister noch an der Box, erst am Nachmittag ging er erstmals am Freitag auf die Strecke. Nach den zweiten 45 freien Trainingsminuten liegt der Weltmeister schließlich auf Rang zwei. Einzig Andrea Iannone war noch schneller als Lorenzo, dem Yamaha-Pilot fehlte knapp eine halbe Sekunde auf den Spitzenreiter.

Lorenzo sieht Dreiergruppe in Mugello an der Spitze

Keim Umstand, der dem Weltmeister großes Kopfzerbrechen bereitet. "Die Zeit von Iannone wurde mit neuem Reifen gefahren. Einige Fahrer haben am Schluss neue Reifen aufgezogen, einer davon war Iannone. Er hat bewiesen, dass der neue Reifen fünf bis sechs Zehntel extra Grip bringt", stellte Lorenzo fest. Reifenbereinigt wäre also Lorenzo doch wieder der Schnellste, doch so einfach ist das Ganze nicht. Nach Lorenzos erster Analyse kämpfen derzeit drei Piloten an der Spitze.

"Unsere Pace ist ziemlich ähnlich, auch wenn ich mehr Runden in 48 tief fahren konnte", vergleicht Lorenzo seine Pace mit der von Iannone. Nach dem zweiten freien Training hat Lorenzo aber noch einen weiteren Konkurrenten auf dem Zettel: "Marquez ist auch sehr nah dran. Wir drei waren also die Schnellsten, auch wenn es nur 45 Minuten Training waren. Iannone hatte auf jeden Fall einen neuen Reifen, der einige Zehntel schneller war", fasst Lorenzo seine Eindrücke zusammen.

Jorge Lorenzo sieht sich in Mugello auf Augenhöhe mit Ducati - Foto: Yamaha
Jorge Lorenzo sieht sich in Mugello auf Augenhöhe mit DucatiFoto: Yamaha

Lorenzo: Ducati dank Testfahrten im Vorteil?

Für Iannones starke Performance hat Lorenzo eine plausible Erklärung: Ducati nutzt Mugello als offizielle Teststrecke und genießt neben dem Heimvorteil auch einen Erfahrungsvorsprung. "Mugello ist die Teststrecke von Ducati. Sie spulen hier viele Kilometer und Runden ab und kennen alle Geheimnisse der Strecke. Ducati ist eng mit dieser Strecke verbunden und haben diesen Kurs für ihre Testfahrer ausgewählt", so der Yamaha-Pilot.

Zusammen mit der brachialen Ducati-Power auf der Geraden könnte es der Weltmeister schwer haben im Kampf um den Rennsieg. Daher hat er sich schon eine Taktik für das Rennen zurecht gelegt: "Wir haben ein schönes Bike, um sehr lange eine konstante Pace zu gehen. Aber wenn wir im letzten Sektor keinen Vorsprung herausfahren können, ist es möglich, dass uns Dovi und Iannone auf der Geraden überholen. Das Rennen ist aber sehr lang und es ist wichtig, eine gute Pace zu haben wenn der Reifen nachlässt", blickt Lorenzo voraus.