Kommt er zurück? Oder traut er sich doch nicht? Entscheidet er das überhaupt selbst? Oder hat er einfach keinen Bock mehr? Casey Stoners nahe Zukunft war das Topthema des Test-Auftakts in Sepang. Seit der Bekanntgabe, dass Ducatis einziger Weltmeister als Testfahrer zu seinem Herzensrennstall zurückkehrt, ranken sich die wildesten Gerüchte über ein Renn-Comeback Stoners. Das Pendel schlug schon in alle Richtungen aus: Von völlig ausgeschlossen bis hin zu sehr wahrscheinlich. Vorhersehbar ist daher überhaupt nichts mehr.

Selbst innerhalb der letzten Tage schwankte die Tendenz innerhalb der Gerüchteküche mehrfach hin und her. Auch weil Ducati und Stoner unter Beweis stellten, dass sie es mit ihren klaren Ansagen doch nicht so ernst meinen. Hieß es vor Sepang schließlich noch, dass der Australier lediglich am Samstag und Sonntag für die Werksfahrer vortesten würde und sich damit nicht dem direkten Vergleich mit seinen Ex-Rivalen Valentino Rossi oder Dani Pedrosa stellen würde.

Casey Stoner in Action: (00:14 Min.)

Ducatis Ansagen nicht viel wert

Das alles war schon am Sonntag Schall und Rauch, am Ende nahm Stoner sogar an zwei der drei Testtage auf der Desmosedici Platz. Ob er das selbst bestimmte oder von Ducati darum gebeten wurde? Wir werden es nie erfahren. Daher sind auch Stoners Aussagen vom Dienstag mit Vorsicht zu genießen. "Nein, ich habe keine Intention, das zu machen. Es war nett heute, aber ich schaue mir die Rennen lieber von außen an", antwortete der zweifache Champion auf die Frage nach einem Renncomeback.

Stoners gute Rundenzeiten lassen bei seinen Fans freilich die Hoffnungen steigen, dass die 27 doch noch einmal gegen die 46, die 99 oder zum ersten Mal gegen die 93 antritt. Am letzten Testtag fuhr Stoner die fünftschnellste Zeit und war damit sogar schnellster Ducatisto. Mithalten könnte er also, falls er wollte.

Daher ließ sich Ducati auch die Hintertür für eine Wildcard offen. Nach Ende der Testfahrten gab man bekannt, dass man ihm einen Einsatz gewähren wird, sollte Stoner danach fragen. Dass sich Stoner von seinem Arbeitgeber breitschlagen lässt, hält Teammanager Paolo Ciabatti für ausgeschlossen. "Wer Casey kennt, der weiß, dass er sich von seiner eigenen Meinung durch nichts und niemanden abbringen lässt", so der Italiener.

Die zentrale Frage ist, ob Stoners Rennfieber so stark ausbricht, dass er um eine Desmosedici bittet. Im Vorjahr hatte ihn das Fieber wieder gepackt, gestand Stoner (damals noch Honda-Testfahrer) doch unlängst, dass er gerne für Dani Pedrosa in Austin und den Folgerennen eingesprungen wäre. Beim Acht-Stunden-Rennen von Suzuka feierte er schließlich sein Renncomeback, das aber in einer schweren Verletzung endete.

Genau diese Verletzung könnte zum Knackpunkt in eventuell vorhandenen MotoGP-Gelüsten werden. "Ich bin in diesen Tagen zum überhaupt ersten Mal seit meinem schweren Unfall in Suzuka wieder auf einem Motorrad gesessen. Wegen der Folgen meiner Verletzungen musste ich mich an dieses Gefühl erst wieder gewöhnen", gab Stoner zu.

Nach Sepang ist klar: Stoner ist noch immer schnell genug. Stoner bekommt jederzeit eine Wildcard, insofern er danach verlangt. Es liegt also einzig und allein an ihm, ob er sich der Herausforderung noch einmal stellen will. Seine Fans dürfen also weiterhin hoffen.

Wünscht ihr euch ein Teilzeit-Comeback von Casey Stoner? Oder soll er lieber in Rente bleiben? Stimmt ab und teilt uns eure Meinungen in den Kommentaren mit!