Casey Stoner übt unmittelbar nach seinem Dienstantritt als Ducati-Testfahrer per Jahreswechsel harsche Kritik an seinem Ex-Arbeitgeber Honda. Marc Marquez und seine Betreuer hätten hinter seinem Rücken gegen Stoner intrigiert und damit unter anderem auch einen Renneinsatz des zweifachen Weltmeisters in Austin verhindert, so der Vorwurf Stoners.

"Ich glaube Marquez und seine ganze Entourage haben sich durch mich bedroht gefühlt", führt der Australier in einem Interview mit der italienischen Fachzeitschrift Motosprint aus. "Ich weiß nicht, woher diese Angst kam, aber ich habe es irgendwie gefühlt."

Marquez-Intrige vor Austin?

Konkret erhärtete sich der Verdacht nach dem Auftaktrennen 2015 in Katar. Damals gab Dani Pedrosa bekannt, sich aufgrund seiner Unterarmprobleme für eine Operation zu entscheiden und somit eine mehrwöchige Zwangspause einzulegen. Als Honda-Testfahrer stand Stoner in der ersten Reihe, doch letztlich setzten die Japaner ihren zweiten Testpiloten, Hiroshi Aoyama, in den Rennen in Austin, Argentinien und Jerez ein.

Casey Stoner stürzt in Suzuka schwer: (00:43 Min.)

Eine Entscheidung, die Stoner nicht nachvollziehen konnte. "Ich habe mich bereit gefühlt für Austin. Dann sagte mir Nakamoto (Honda-Boss) aber leider, dass sie sich für eine andere Lösung entschieden hätten. Ich denke, da haben andere Leute Druck auf ihn ausgeübt, damit ich keinen Renneinsatz bekomme."

Stoners Potenzial nicht voll genutzt

"Irgendjemand wollte mich nicht wieder auf der Strecke sehen", mutmaßt Stoner. Dieser Jemand soll Marquez gewesen sein, der sich in seiner Nummer-1-Stellung bedroht gesehen haben soll. "Ich wusste, dass sich den Speed hatte, Pedrosa adäquat zu ersetzen. Bei den Tests in Sepang im Februar hatte ich eine Pace, mit der ich im Rennen im Oktober mit den Führenden mithalten hätte können."

Überhaupt habe Honda zuletzt viel zu wenig aus den Möglichkeiten Stoners herausgeholt. "Sie haben mein Potenzial nie voll ausgeschöpft. Ich war bei Honda, um neue Dinge auszutesten, die dann an die Werksfahrer weitergereicht wurden. Im Grunde war ich also da, um Marc zu helfen", so Stoner.

Das ungute Gefühl mit Marqez im Rücken habe letztlich auch zum Zerwürfnis mit Honda geführt. 2016 kehrt Stoner zu Ducati zurück, denen er vor neun Jahren mit dem MotoGP-Titel das bislang größte Geschenk ihrer WM-Geschichte machte. Ob Stoner beim italienischen Hersteller auch Wildcard-Einsätze bestreiten wird und damit direkt auf der Strecke gegen Marquez antreten darf, ist noch unklar.

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