Für die Zuschauer war es ein spektakulärer Grand Prix mit einem dramatischen Finale, für Bridgestone eine perfekt gelöste Aufgabe: Marc Marquez fuhr in 1:33.617 Minuten einen neuen Rundenrekord im Rennen, Valentino Rossi markierte in 1:32.627 Minuten die schnellste je gefahrene Runde in Assen im Qualifying. Die Gesamtzeit im Rennen lag 20 Sekunden unter dem alten Rekord, trotz des zwischenzeitlichen taktischen Trödelns und des Vorfalls in der letzten Schikane.

"Es war ein Wochenende voller Rekorde auf einer für die Reifen schwierigen Strecke, deshalb bin ich glücklich mit unserer Performance", sagte Bridgestone-Chefingenieur Masao Azuma, seines Zeichens WM-Dritter in der 125er-Klasse von 1999. "Wir hatten auch relativ wenige Zwischenfälle und unsere Reifenwahl hat perfekt für jeden funktioniert."

Das gilt auch Marc Marquez, der als einziger Fahrer im gesamten Feld den mittelharten Vorderreifen benutzte und damit bis zum Ende um den Sieg kämpfte. "Es hat ihm eine bessere Stabilität beim Bremsen verliehen, ohne dass es zu viel Kurven-Performance gekostet hat", erklärte der 44-Jährige die Wahl des Weltmeisters. "Obwohl im Rennen die Streckentemperaturen [mit maximal 32 Grad] niedriger waren als im FP4, spürte er, dass das die bessere Option für ihn ist. Er war schon im Warm Up sehr schnell damit unterwegs."

Kurvengrip wichtiger als Bremsstabilität

Grip gefordert: In den überhöhten Kurven fällt die Belastung für den Hinterreifen enorm aus - Foto: Repsol Honda
Grip gefordert: In den überhöhten Kurven fällt die Belastung für den Hinterreifen enorm ausFoto: Repsol Honda

Es verwundere ihn aber nicht, dass der Rest der Fahrer auf den weicheren Vorderreifen gesetzt hat. "Traditionell bevorzugen die Fahrer weiche Mischungen in Assen, weil sie so viel Grip wie möglich vorn haben wollen." Dafür lohnt es sich auch, auf ein bisschen Stabilität beim Bremsen zu verzichten. "Wir bieten den Medium-Vorderreifen erst seit ein paar Jahren in Assen an", fügte der Japaner hinzu.

Assen ist für die Reifen ein besonders hartes Pflaster, da die Strecke über einige schnelle Kurven verfügt und viele davon überhöht sind. "Gleichzeitig müssen wir aber sicherstellen, dass der Hinterreifen ausreichend Grip liefert. Das Banking erhöht die Last für den Hinterreifen enorm, deshalb mussten wir eine spezielle Herangehensweise wählen." Konkret bietet Bridgestone bei vielen Grip eine leicht modifizierte Konstruktion an, die höheren Grip an den Seiten liefert. "Aber die enorme Belastung auf der Strecke in Assen bedeutet, dass wir diese Spezifikation nicht einsetzen konnten."

Doch auch mit der konventionellen Konstruktion purzelten die Rekorde. Rossis Rennzeit betrug exakt 40:54.037 Minuten, verglichen mit 41:18.629 Minuten von Jorge Lorenzo im Jahr 2010 war das 24 Sekunden, also fast eine Sekunde pro Runde, schneller. "Nicht nur das, auch haben wir kein unnormales Verschleißbild gesehen, was bedeutet, dass die Wahl ideal für die Bedingungen gewesen ist, die wir in Assen vorgefunden haben", schloss Azuma ab.