Was ist zunächst einmal der größte Unterschied zwischen einer Superbike und einer MotoGP Maschine?
Eugene Laverty: Hauptsächlich die Reifen. Pirelli und Bridgestone sind komplett verschieden. Es gibt auch noch andere Dinge: Die Honda ist zum Beispiel kleiner und leichter, einfacher hin- und her zu bewegen. Mit dem Ellenbogen auf dem Boden zu schleifen ist bei den Superbike ungewöhnlich.

Was hat dazu geführt, dass du im DRIVE M7 Aspar Team unterschrieben hast?
Eugene Laverty: Das waren eigentlich zwei Dinge. Zunächst einmal wollte ich nicht in die MotoGP wechseln, bis ich nicht sicher sein kann, dass ich auf einem guten Bike in einem konkurrenzfähigen Team fahre. Während der letzten Saison war ich außerdem überzeugt, dass Honda für 2015 ein viel besseres Open Bike hinstellen würde. Sobald ich wusste, dass das DRIVE M7 Aspar Team mit Honda weitermacht, war meine absolute Priorität bei ihnen zu unterschreiben. Das ist ein Team auf höchstem Niveau, was sie über die Jahre bewiesen haben und das Bike wird im Vergleich zum letzten ein großer Schritt nach vorn sein, also musste ich nicht lange darüber nachdenken. Das DRIVE M7 Aspar Team hat mir die Möglichkeit gegeben, auf die ich schon lange gewartet habe.

Wie verläuft die Anpassung an dein neues Team?
Eugene Laverty: Der erste Test war fantastisch, obwohl wir durch den Regen etwas Zeit verloren haben. Ich bin die alte Open Honda gefahren, aber das war nicht wichtig. Wir wollten erst einmal ein Gefühl entwickeln und ich wollte das Team kennenlernen und umgedreht. Mir wurde ein unglaublicher Empfang bereitet und dadurch fühlte ich mich gleich wie zu Hause. Das war ein erfolgreicher Test für uns.

Eugene Laverty fühlte sich im Team von Anfang an wohl - Foto: Aspar
Eugene Laverty fühlte sich im Team von Anfang an wohlFoto: Aspar

Ist der Vertrag mit dem DRIVE M7 Aspar Team das, was du erwartet hattest?
Eugene Laverty: Ja, absolut. Ich habe schon eine Weile mit dem DRIVE M7 Aspar Team gesprochen - seit dem letzten Jahr sogar. Wir kamen zuerst in Kontakt, als das Team noch mit Aprilia fuhr. Ich stehe schon lange mit Jorge [Martinez] und Gino [Borsoi] in Kontakt. Ich fand, dass sie ein professionelles Team sind, das mir jeglichen Druck nehmen und es mir von Anfang an leicht machen will. Das Elektronikpaket dieses Bikes ist im Vergleich zu den Superbikes eher grundlegend. Es ist ein System, das die Anzahl an Änderungen beschränkt, die du vornehmen kannst, also müssen wir lernen, wie wir das Beste herausholen. Alles andere an der Honda ist fantastisch.

Was denkst du über deinen neuen Teamkollegen? Wie kann er dir helfen?
Eugene Laverty: Ich kenne Nicky noch aus meinen 250ccm Zeiten, vor sieben Jahren. Er war immer freundlich und nett zu mir. Er ist sehr konzentriert und arbeitet hart, er ist aber auch sehr charmant und authentisch. Wir kommen beide aus Rennfamilien und sind mit dem Wettkampf großgeworden, also denke ich, dass wir da ähnlich sind. Am besten kann er mir natürlich helfen, wenn er seine Daten teilt. Nicky ist schon lange MotoGP-Fahrer, also bin ich mir sicher, dass ich viel von ihm lernen kann.

Was war dein erster Eindruck der Honda?
Eugene Laverty: Als ich die Honda zum ersten Mal gefahren bin, konnte ich sagen, dass es ein wahrer Renn-Prototyp war. Mir hat die Sitzposition wirklich gefallen und die Größe und das Gewicht passt auch perfekt zu mir. Ich passe wirklich gut auf das Bike.

Was sind deiner Meinung nach die Stärken der Honda?
Eugene Laverty: Als ich sie vom Streckenrand aus beobachtet habe, konnte ich sehen, dass sie am Kurvenausgang gut beschleunigt. Als ich drauf saß, fühlte ich mich wohl, aber es ist noch zu früh, um über ihre Stärken zu sprechen. Mein erster Eindruck ist, dass ich es mag, wie man so schnell in die Kurven fahren, das Bike stoppen, wieder aufrichten und schnell wieder rausfahren kann. Man könnte sagen, es ist auf der Honda ziemlich leicht, in den Kurven anzugreifen.

Ist das MotoGP-Fahrerlager noch so, wie du es aus 2007 und 2008 in Erinnerung hast?
Eugene Laverty: Seit ich gegangen bin, war ich permanent mit dem MotoGP-Fahrerlager in Kontakt und es gibt viele bekannte Gesichter Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, aber seit ich zuletzt in der 250ccm-Klasse fuhr, ist es schon sieben Jahre her. Es ist schön für mich, zurückzukommen und da mir das in der Königsklasse mit einem Spitzenteam gelingt, schätzte ich mich als sehr glücklich ein.

Honda, Suzuki, Yamaha, Aprilia… Du bist schon alles gefahren. Da solltest du dich doch sehr schnell anpassen können oder?
Eugene Laverty: Ja, ich denke meine Anpassungsfähigkeit gehört zu meinen Stärken. Ich bin im Laufe meiner Karriere viele Motorräder gefahren. Hin und wieder hört man einen Fahrer sagen, dass dieses oder jenes Bike zu seinem Fahrstil passt, aber in Wirklichkeit bin ich es, der seinen Stil an das Bike anpasst. Das Fahren so vieler verschiedener Maschinen bedeutet, dass ich mir nie wirklich Dinge angewöhnt habe und nie aufgehört habe, zu lernen.

Neues Bike, neuer Teamkollege, neue Herausforderung 2015... Was sind deine Ziele?
Eugene Laverty: Zunächst einmal wäre es toll, an der Spitze der Open Klasse zu fahren und auf bestimmten Strecken möchte ich gern gegen die Werksfahrer kämpfen. Das Qualifying könnte gut für uns sein, denn wir haben den weichen Reifen, also können wir das hoffentlich ausnutzen.

Was hast du in der Winterpause vor?
Eugene Laverty: Hauptsächlich trainieren. Ich fahre gern Supermoto, also werde ich das vor Saisonstart in Malaysia so oft wie möglich machen. Vor zwei Wochen war ich in Wales zur Hochzeit meines Bruders, was ein großartiges Familienevent war. Zu Weihnachten werde ich zurück nach Irland fliegen und etwas Zeit mit meiner Familie zu verbringen, denn es ist immer schwierig, sie zu sehen, sobald die Saison begonnen hat.