Seit jeher gelten die kleineren Klassen der Motorrad-Weltmeisterschaft als ideale Vorbereitung auf die Königsklasse. Das Umfeld, die Strecken, die Teams - vieles ist in den Nachwuchskategorien Moto2 und Moto3 schon sehr ähnlich wie in der MotoGP. Dennoch gibt es immer wieder Piloten, die den Weg über die Superbike-Weltmeisterschaft wagen und so den Sprung in die Königsklasse schaffen. In der kommenden Saison ist einer von ihnen Eugene Laverty. Nach zwei Jahren Supersport und vier Saisons in der WSBK wechselt er zum Aspar Team in die MotoGP und pilotiert dort 2015 einen Honda-Production-Racer.

Generell waren die MotoGP-Laufbahnen der Fahrer, die diesen Karriereweg eingeschlagen haben, nicht von großem Erfolg gekrönt. In 225 Rennen seit Einführung der MotoGP-Klasse im Jahr 2002 gingen nur fünf Siege an Piloten mit WSBK-Vergangenheit. Makoto Tamada gewann 2004 in Rio und Motegi, Troy Bayliss 2006 in Valencia, Chris Vermeulen 2007 in Le Mans und Ben Spies war mit seinem Erfolg 2011 in Assen der letzte Ex-Superbiker, der einen Grand Prix für sich entschied. Abgesehen von diesem Quartett konnten lediglich noch Cal Crutchlow und Colin Edwards neben der WSBK auch in der MotoGP einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

2013 wurde Laverty WSBK-Vizeweltmeister - Foto: Dorna WSBK
2013 wurde Laverty WSBK-VizeweltmeisterFoto: Dorna WSBK

Laverty lässt sich von solch wenig ermutigenden Statistiken aber nicht verunsichern. "An so etwas denke ich gar nicht. Im Endeffekt ist es nicht wichtig, wo du vorher gefahren bist. Es gibt einfach zwei Arten von Fahrern: Gute und schlechte. So einfach ist das", glaubt der Nordire im Interview mit der offiziellen Seite der MotoGP.

"Man kann seinen eigenen Stil in die Königsklasse bringen. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Als Fahrer hat man unterschiedliche Möglichkeiten. Wenn man an einer Strecke ist, sieht man sowohl in der MotoGP als auch in der Superbike-Weltmeisterschaft gute und schlechte Fahrer", so Laverty. Mit mittlerweile 28 Jahren kann er in der kommenden Saison beweisen, zu welcher Art Fahrer er gehört.