Danny Kent präsentiert sich weiter in unaufhaltsamer Form. Trotz ruhigen Starts ins 40-minütige Moto3-Qualifying in Indianapolis flog der Brite des deutschen Leopard-Racing-Teams letztlich zur Pole Position - und das mit neuem Rekord. Die Topfahrer zeigten sich nahezu geschlossen von ihrer besten Seite. Philipp Öttl erlebte einen Auftritt zum Vergessen.

Sturz-Drama um Öttl

Leopard Racing untermauerte im 40-minütigen Qualifying der Moto3 in Indianapolis bereits früh seine Vormachtstellung und sprang mit Vorjahres-Sieger Efren Vazquez umgehend an die Spitze. WM-Dominator Kent kam zunächst allerdings nicht in die Gänge und belegte nach einer Viertelstunde lediglich Rang 16. Seine Bestzeit des Wochenendes von 1:40.870 Minuten hatte allerdings nach wie vor Bestand.

Nach Platz sieben nach drei Freien Trainings hatte sich vor allem Philipp Öttl eine Menge für die Qualifikation vorgenommen, musste seine Ambitionen nach einem bösen Highsider nach knapp zehn Minuten jedoch jäh vergraben. Öttl's Session war somit vorzeitig beendet. Miguel Oliveira, Jakub Kornfeil, Brad Binder und Fabio Quartararo zeigten sich zu Beginn stark, tummelten sich früh in den Top-5. Romano Fenati kam nach seinen drei vorigen Stürzen am Wochenende zunächst überhaupt nicht in die Gänge, fand sich noch soeben in den Top-20 wieder.

Nach etwas mehr als 20 Minuten kam es dann allerdings, wie es kommen musste. Mit seiner ersten ernsten Runde von 1:40.703 unterbot Kent scheinbar spielend den Streckenrekord, übernahm klar die Spitze. Anschließend flaute die Action für über zehn Minuten massiv ab, ehe die Piloten mit einem späten Zeitenfeuerwerk aufhorchen ließen. Gegen Kent war dann aber auch für die starken Oliveira, Enea Bastianini, Quartararo, Binder und Vazquez nichts zu machen. Für den Schocker des Tages sorgte Zulfahmi Khairuddin, der mit einer Traumrunde in die erste Startreihe sprang

Zulfahmi Khairuddin schockte mit Platz drei im Indy-Qualifying die Konkurrenz - Foto: Tobias Linke
Zulfahmi Khairuddin schockte mit Platz drei im Indy-Qualifying die KonkurrenzFoto: Tobias Linke

Die Platzierungen:Kent sicherte sich mit dem Rundenrekord einmal mehr die Pole-Position, verwies KTM-Werkspilot Oliveira um nicht einmal 0,1 Sekunden auf Rang zwei. Überraschungsmann Khairuddin, Bastianini und Quartararo komplettierten die Top-5, die innerhalb von 0,3 Sekunden lagen. Binder, Vazquez, Niccolo Antonelli, Jorge Navarro und Jorge Martin komplettierten die besten Zehn.

Die Zwischenfälle: Bitterer Start für Öttl. Nach nicht einmal zehn Sekunden verlor der Deutsche nach einem Fahrfehler das Heck seiner Rennmaschine und wurde in einer schnellen Linkskurve brutal ausgehebelt. Mitsamt seines Arbeitsgeräts schlitterte Öttl anschließend auf der Rasenfläche weit neben die Strecke, blieb aber glücklicherweise unverletzt. Sein Bike wurde allerdings schwer in Mitleidenschaft gezogen.

"Wir haben den härteren Hinterreifen benutzt, der hatte aber zu wenig Grip und dann unterlief mir ein kleiner Fahrfehler. Ich bin aber okay, auch wenn es an ein paar Stellen ein wenig zwickt", beschrieb Öttl seinen Unfall.

Kurz vor der Hälfte der Session sorgte Jorge Navarro unbestritten für den Safe des bisherigen Wochenendes, als er in Kurve sechs gerade noch so mit seinen Knien einen bösen Abflug verhinderte. Juanfran Guevarra hatte wenige Minuten weniger Fortune, crashte über das Vorderrad und schlitterte mitsamt seiner Maschine von der Strecke.

Das Wetter: Bei 30 Grad Lufttemperatur und 39 Grad für den Asphalt startete das Feld der Moto3 in die bislang wichtigste Session des Indianapolis-Wochenendes. Vom strahlend blauen Himmel der bisherigen eineinhalb Tage Moto-Action war am Samstagmittag über dem Areal allerdings nicht mehr viel zu sehen. Ein heller Wolkenschleier hatte sich in der Mittagspause heimlich, still und leise angeschlichen, bedeckte nun die komplette Strecke. Allerdings bestand keinerlei Gefahr eines Regenschauers. Die etwas kühleren Streckentemperaturen kamen den Piloten definitiv entgegen.

Die Analyse: Kent fährt auch in Indianapolis in einer eigenen Liga und sicherte sich im neunten Qualifying bereits die vierte Pole Position. Auch am Sonntag sollte am WM-Dominator kaum ein vorbeikommen sein. Das Feld der Sieganwärter ist allerdings größer als bislang vielen anderen Rennen. Mit Oliveira, Bastianini, Quartararo, Binder, Vazquez und Navarro tummeln sich nahezu sämtliche Top-Fahrer an der Spitze. Wer seine Leistung auf den Longrun am besten konservieren kann, ist derzeit aber noch nicht definitiv abzusehen. Dennoch spricht wenig gegen Kent.