Konstanz und Kampfgeist waren am vergangenen Wochenende für Patric Niederhauser in Le Castellet erneut der Schlüssel zum Erfolg. Der Schweizer und sein Teamkollege Reinhard Kofler eroberten am dritten Rennwochenende der GT4 European Series in Frankreich zwei starke Top-10-Resultate. Im KTM X-Bow GT4 des Teams True Racing fuhren sie in den beiden Rennen über jeweils 60 Minuten die Positionen fünf und vier im Feld der insgesamt 42 GT4-Sportwagen ein.

Nachdem die beiden Piloten in den Trainings noch auf der Suche nach dem richtigen Setup waren, fanden sie rechtzeitig für das erste Qualifying zurück zu alter Stärke. Mit den Startpositionen sechs und drei für die beiden Läufe holten Niederhauser und Kofler als bester KTM X-Bow GT4 im Feld das Maximum heraus und brachten sich in die bestmögliche Ausgangslage für die beiden Läufe.

Am Samstag wurde Niederhauser bei harten Zweikämpfen gleich mehrmals von Konkurrenten ins Aus befördert. Ein Dreher infolge einer unverschuldeten Kollision warf den 27-Jährigen weit zurück. Obwohl die langen Geraden des Circuit Paul Ricard dem KTM nicht in die Karten spielten, kämpfte sich Niederhauser nach diesem Rückschlag wieder von der 25. bis auf die 17. Position vor, bevor er das Auto an Kofler übergab. Die Aufholjagd wurde mit dem fünften Platz belohnt.

Das zweite Rennen verlief für die beiden True Racing-Teamkollegen weniger turbulent. Mit Rang vier verpassten sie das Podium nur knapp. Das fünfte Top-5-Resultat im sechsten Rennen bedeutet zu Saisonhalbzeit dennoch den vierten Platz in der Gesamtwertung, nur 17 Zähler hinter dem Führenden.

Vom 28. bis 30. Juni steht für Niederhauser auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli das nächste Rennwochenende in der GT4 European Series auf dem Programm. Bereits am kommenden Wochenende geht es für den Schweizer aber schon im ADAC GT Masters weiter. Auf dem Red Bull Ring will er im Audi R8 LMS von HCB-Rutronik Racing zusammen mit Teamkollege Kelvin van der Linde seine Führung in der Gesamtwertung verteidigen.

Patric, nach einem schwierigen Start ins Wochenende habt ihr rechtzeitig zurückgeschlagen...
Es war ein turbulentes Wochenende. Wir hatten in den Trainings noch einige Schwierigkeiten und uns fehlte etwas die Pace. Erst nachdem wir im Qualifying das Ruder herumgerissen hatten, waren wir für die Rennen zuversichtlich. Die Startplätze drei und sechs waren respektabel. Wir wussten von vornherein, dass die Strecke mit ihren langen Geraden unserem KTM nicht sonderlich entgegenkommt. Deshalb waren wir damit durchaus zufrieden.

Im ersten Rennen musstet ihr euch nach den Trainings ein zweites Mal zurückkämpfen.
Ich hatte einen guten Start, doch leider wurde ich noch in der ersten Runde von einem Kontrahenten in die Auslaufzone befördert. Dadurch bin ich auf Platz zwölf zurückgefallen. Ich fing mich danach schnell wieder und kämpfte weiter, doch ein paar Runden später wurde ich im Zweikampf umgedreht. Dadurch haben wir noch einmal rund 15 Positionen verloren und von da begann dann die große Aufholjagd. Wir sind bis auf Platz fünf vorgefahren, obwohl es nicht einfach war, den Topspeed-Nachteil in den Kurven aufzuholen. Im Großen und Ganzen waren wir trotz des chaotischen Rennens sehr zufrieden.

Welches Gefühl nimmst du nach den beiden Rennen aus Frankreich mit?
Am Sonntag haben wir wieder ein gutes Rennen gezeigt. Wir sind alle komplett fehlerfrei geblieben und haben das Maximum herausgeholt. Mehr als Platz vier war wirklich nicht drin. Aber damit hatten wir in Le Castellet gerechnet. Wir haben viele wichtige Punkte für die Meisterschaft mitbekommen und wissen, dass die kommenden Rennstrecken uns deutlich besser liegen werden. Wir sind im Kampf um die Meisterschaft weiter voll dabei und wollen bis zum Schluss ein Wörtchen mitreden.

Vorher steht für dich das nächste Rennen im ADAC GT Masters an, wo du die Meisterschaft anführst.
Ich freue mich riesig darauf, wieder am Red Bull Ring zu fahren. Es ist jetzt zwei Jahre her, dass ich zuletzt dort war. Ich sage immer, es ist für mich ein kleines Heimrennen. Und zwar nicht, weil es nah an meiner Heimat ist. Es fühlt sich nur alles wie zuhause an, die Umgebung und die Menschen. Deshalb bin ich immer gerne in Spielberg. Allerdings erwarte ich kein einfaches Wochenende. Der Kurs kommt dem Audi R8 erfahrungsgemäß nicht entgegen. Aber wir werden natürlich alles geben, um unsere Führung in der Gesamtwertung zu verteidigen.