Sieg beim ersten Start beim Indianapolis 500! Wovon jeder Rookie träumt, gelang Alexander Rossi am Sonntag. Der 24-jährige US-Amerikaner pokert gegen Ende des mehrfach neutralisierten Rennens goldrichtig und holt mit einer intelligenten Strategie den Sieg bei der 100. Auflage des Klassikers. Der Kolumbianer Carlos Munoz und Josef Newgarden komplettieren das überraschende Podest.

Die Entscheidung: Spritsparer Rossi

In der zweiten Rennhälfte jagte eine Gelbphase die nächste und so mussten die Fahrer in den letzten Runden zu einem kurzen Tankstopp in die Pit Lane. Hier pokerten einige Fahrer wie Tony Kanaan mit einem eher frühen Stopp, während Andere - wie etwa Carlos Munoz - erst drei Runden vor dem Ende nachtanken kamen. Alexander Rossi hingegen blieb bis zum Ende draußen, dosierte seinen verbliebenen Sprit in den letzten beiden Runden und rettete damit 4,4 Sekunden Vorsprung auf Munoz ins Ziel. "Ich habe keine Ahnung, wie uns das gelungen ist", gestand Rossi nach dem Rennen.

IndyCar 2016: Die Highlights vom Indy500: (05:33 Min.)

Schlüsselszene 1: Crash in der Boxengasse

In der ersten Hälfte des Rennens gaben neben James Hinchcliffe vor allem Ryan Hunter-Reay und Townsend Bell das Tempo der Spitzengruppe vor. Doch während einer Gelbphase nach einem Crash von Mikhail Aleshin geraten sich die beiden Fahrer in der Boxengasse ins Gehege. Helio Castroneves fährt just in dem Moment in der Pit Lane an Hunter-Reay und Bell vorbei, als diese beinahe zeitgleich die Box verlassen wollen. Drei Autos nebeneinander? Das kann nicht gut gehen. Weshalb Castroneves Bell touchiert, sich dieser dreht und in Hunter-Reay knallt. Beide müssen ihre Autos reparieren lassen, weshalb sie jeweils eine Runde verlieren und somit aus dem Rennen um den Sieg sind.

Schlüsselszene 2: Castroneves gebrochene Abdeckung

Es wäre ja eine Hammerstory gewesen: Helio Castroneves schafft es als erster Nicht-US-Amerikaner, viermal in Indianapolis zu gewinnen. Doch es sollte nicht sein, obwohl er im letzten Renndrittel sogar das Feld anführte. Manch ein Journalist träumte vielleicht schon von der perfekten Story, doch dann wurde die Radabdeckung links hinten bei einem leichten Auffahrunfall beschädigt. Während der nächsten Gelbphase musste der Brasilianer die komplette Heckpartie tauschen lassen und flog durch die verlorene Zeit aus den Top-10. Damit war auch der Traum vom vierten Indy-Sieg dahin.

Die Crashes beim Indy 500

Lange passierte nichts, doch Juan Pablo Montoya machte dann den Auftakt zu einem wahren Crash-Festival. Der Kolumbianer verabschiedete sich als Erster nach fast einer Stunde Rennzeit in die Mauer. Es folgten in unterschiedlichen Abständen Sage Karam, Mikhail Aleshin, Conor Daly und Takuma Sato, die allesamt Gelbphasen mit ihren Abflügen auslösten.

Auswirkungen auf die Meisterschaft

Gesamtleader Simon Pagenaud musste sich mit Platz 19 begnügen, seine Verfolger Scott Dixon und Helio Castronevex kamen nicht über die Ränge acht und elf hinaus. Auf die Meisterschaft wirkt sich dieses Ergebnis somit kaum aus. Vor allem, da Alexander Rossi vor dem Rennen nur auf Platz 15 lag und Munoz auf P13.