Alex Zanardi hat die Road to Daytona 2019 in Angriff genommen! Der frühere Formel-1-Fahrer absolvierte mit BMW seinen ersten Test zum berühmten 24-Stunden-Rennen in den USA. Zanardi saß drei Tage lang im BMW M8 GTE auf der französischen Rennstrecke Miramas am Steuer. Im Verlauf der Testfahrten spulte der beinamputierte Fan-Liebling 700 Kilometer ab.

Zanardi und die BMW-Ingenieure nutzten den Test, um das Auto auf die Bedürfnisse des Italieners anzupassen. Zanardi bremst und beschleunigt mit den Händen beim Lenkrad - wie schon bei seinem diesjährigen DTM-Gaststart in Misano. Der Gasteinsatz vor heimischer Kulisse diente in dieser Hinsicht ebenfalls den Vorbereitungen auf Daytona.

Der Gasmechanismus am Lenkrad, der sich in der DTM bewährt hat, wurde auf das weit komplexere Lenkrad im BMW M8 GTE adaptiert. Zudem ist am Bremshebel ein Schalter angebracht, mit dem Zanardi beim Anbremsen von Kurven herunterschalten kann. Auf Basis der Erkenntnisse aus Misano wurde das System für den BMW M8 GTE weiter optimiert.

"Ich denke, dass ich bei diesem Test enorme Fortschritte gemacht habe", sagte Zanardi. "Vor allem wenn man bedenkt, dass die Bedingungen sehr schwierig waren. Miramas ist ohnehin keine einfache Strecke, und dann kam der Regen dazu. Es war also eine Herausforderung, bei diesen Rahmenbedingungen das Auto kennenzulernen und gleichzeitig herauszufinden, was ich während des Fahrens wann alles machen muss. Doch es war ein sehr produktiver Test."

Ein weiterer Punkt auf dem Testprogramm war das Thema Fahrerwechsel, denn in Daytona wird sich Zanardi den BMW M8 GTE mit anderen Piloten teilen. Gemeinsam mit BMW Werksfahrer Jesse Krohn trainierte Zanardi in Miramas die Abläufe. Das finale Fahrer-Lineup für die 24 Stunden von Daytona 2019 ist noch nicht bekannt.

"Was wir dabei erreicht haben, ist schon beeindruckend", so Zanardi. "Denn man muss bedenken, dass wir zusätzlich zum üblichen Fahrerwechsel auch noch das Lenkrad austauschen müssen. Wir sind konstant unter der 20-Sekunden-Marke geblieben, und einige Male haben wir den Fahrerwechsel sogar in rund 15 Sekunden vollzogen. Wenn man einen ‚normalen' Fahrer wie Jesse beobachtet, wie schnell er aus dem Auto springt, ist das etwas anderes, als wenn man jemanden wie mich dabei sieht."

Alex Zanardi und Jesse Krohn beim Fahrertausch - Foto: BMW Motorsport
Alex Zanardi und Jesse Krohn beim FahrertauschFoto: BMW Motorsport

Zanardi weiter: "Gurt lösen, den Gurt am Magneten befestigen, das Lenkrad entfernen, es jemandem reichen und aus dem Auto springen - das alles in weniger als drei Sekunden. Dann umdrehen, warten, bis Jesse eingestiegen ist, wieder so ins Auto klettern, dass ich mich mit dem Bein am Rahmen einhake, Jesse mit dem Funk und dem Gurt helfen, ihm das andere Lenkrad reichen, das Netz schließen und dann weg vom Auto... Es ist schon recht beeindruckend, und es sieht ein bisschen wie ein Tanz aus. Nun werden wir daran arbeiten, den Fahrerwechsel weiter zu perfektionieren."

BMW arbeitet eng mit der FIA, dem ACO und der IMSA zusammen, um ein auf Zanardis Bedürfnisse angepasstes Fahrzeug für GTE-Rennen zugelassen zu bekommen. Das 24-Stunden-Rennen von Daytona geht am 26./27. Januar 2019 über die Bühne.