In der Blancpain-GT-Serie stehen an diesem Wochenende auf dem Nürburgring die ersten Entscheidungen an: Es ist das letzte Langstreckenrennen der Saison, so dass der bzw. die Meister im Endurance-Cup in Deutschland gekrönt werden. 55 GT3-Fahrzeuge werden für den dreistündigen Lauf erwartet.

Motorsport-Magazin.com geht den Fragen des Wochenendes nach.

Welche Titel werden am Nürburgring vergeben?

In der Eifel findet das vorletzte Rennen der Blancpain-GT-Serie statt. Dieses ist gelichzeitig das letzte Rennen des Endurance-Cups. Der Gesamtsieg der Blancpain-GT-Serie wird erst im Oktober in Barcelona ausgefahren.

Im Endurance-Cup gibt es jeweils eine Fahrer- und eine Teamwertung in den drei Fahrerklassen: Pro für reine Prof-Trios, Pro-Am für gemischte Fahrzeugbesatzungen und die Am-Wertung für reine Bronze-Trios. Die Vergabe der Punkte richtet sich nach dem Schema der FIA: 25 Zähler für den Sieg, 18 für den zweiten Rang usw. Dazu kommt noch einer für die Pole-Position.

Kommt der Nürburgring rechtzeitig für McLaren?

Am Hungaroring hätte McLaren einen großen Schritt in Richtung Meistertitel machen können. Aber Rob Bell und Álvaro Parente im McLaren 650S von Garage 59 konnten in Ungarn nicht punkten. Damit büßte Bell einen Großteil seines Vorsprunges in der Gesamtwertung ein.

Am Nürburgring geht der Brite allerdings wieder mit Côme Ledogar und Shane Van Gisbergen ans Werk. Das McLaren-Trio hat bereits die diesjährigen Langstreckenrennen in Monza und Le Castellet gewonnen. Dazu kommt auch noch der Sprint-Sieg für Bell und Parente im Juli in der Eifel. Die Vorzeichen stehen also gut.

Wer von den Verfolgern im Endurance-Cup hat die besten Karten?

Wenn es nach den Punkten geht, liegt der M-Sport-Bentley von Wolfgang Reip, Andy Soucek und Maxime Soulet am besten: 58 Zähler hat das Trio im Continental, 68 stehen bei Rob Bell. Allerdings lief es bislang trotz großen Potentials nicht rund. Das verschenkte Podium in Spa-Francorchamps und ein maues Wochenende in Ungarn lassen eher einen Abwärtstrend vermuten.

Alexander Sims, Philipp Eng und Maxime Martin im Rowe-BMW haben 55 Zähler. Allerdings stammt die Mehrzahl der Punktaubeute von den 24 Stunden von Spa. Zwei Ausfälle und ein vierter Platz bei den übrigen Langstreckenrennen wirken jedoch nicht sonderlich verheißungsvoll. Martin wird am Nürburgring von Nick Catburg vertreten. Catsburgs Talent ist unbestritten, aber ein Maxime Martin in Bestform ist kaum zu ersetzen.

Dominik Baumann, Maximilian Buhk und Jazeman Jaafar im HTP-Mercedes hingegen kommen mit Wind im Rücken. Baumann und Buhk gewannen das Hauptrennen des Sprint-Cups in Ungarn und haben in der Gesamtwertung der Blancpain-GT-Serie nur sieben Punkte Rückstand auf Rob Bell. Auch wenn das Mercedes-Trio mit ebenfalls 55 Zählern noch in Reichweite zum Endurance-Cup-Sieg liegt, so wäre dieser doch nur ein Etappentriumph auf dem Weg zu mehr.

Kein schlechtes Jahr für WRT und Audi, aber in der Gesamtwertung fährt man hinterher - Foto: Günter Kortmann
Kein schlechtes Jahr für WRT und Audi, aber in der Gesamtwertung fährt man hinterherFoto: Günter Kortmann

Kann Kessel Racing den Pro-Teams Paroli bieten?

Das Pro-Am-Team des Jahres 2016 ist fraglos Kessel Racing. Die schweizerische Mannschaft mit üppiger Erfahrung im Einsatz von Ferrari gehört zu den besten Adressen, wenn Amateure und Halb-Profis um Klassensiege mitfahren wollen. Gerade bei den Endurance-Rennen kratzen die Piloten an Top-Fünf-Ergebnissen. Alessandro Bonacini, Michal Broniszewski und Andrea Rizzoli könnten also für die ein oder andere Pro-Besatzung zum Ärgernis werden.

Wenn es nach dem ISR-Audi von Philippe Giauque, Henry Hassid und Franck Perera geht, dann sollte das Kessel-Trio sich allerdings auf seine eigene Klasse konzentrieren: Nur das frankophone Trio kann Kessel den Pro-Am-Titel im Endurance-Cup noch streitig machen.

Der Zeitplan für den Nürburgring

Das Rennwochenende auf dem Nürburgring dauert zwar von Freitag bis Sonntag, aber für die Blancpain-GT-Serie geht es erst am Samstag auf die Strecke. Qualifikation und Rennen werden am Sonntag abgehalten und im Live-Stream übertragen.

Qualifikation: Sonntag, 8:30 bis 9:30 Uhr
Rennen: Sonntag, 14:45 bis 17:45 Uhr