Es drehte sich beim Quali-Rennen der Blancpain Sprint Serie am Nürburgring alles um den Zweikampf Audi vs. McLaren. War es in der ersten Rennhälfte noch McLaren, die die Führung gegen eine Audi-Armada behaupten konnte, so drehte sich nach dem Boxenstopp der Spies um: Audi war vorne, McLaren übte Druck aus. Am Ende gewannen Mies/Ide hauchdünn vor Parente/Bell, das Podium komplettierten Rast/Stevens auf einen zweiten Audi R8.

Die Startaufstellung: Die Pole-Position auf der Kurzanbindung des Nürburgrings holte sich der #58 McLaren von Parente/Bell vor dem Audi-Duo Mies/Ide im R8 #33. In Reihe zwei stehen Buhk/Baumann im bestplatzierten Mercedes vor Vanthoor/Vervisch im WRT-Audi. Salaquarda/Stippler im nächsten Audi R8 komplettieren die Top-5, neben ihnen starten Rast/Stevens, ebenfalls auf Audi.

BSS Nürburgring 2016: Die Highlights vom Quali-Rennen: (02:01 Min.)

Der Start: Alvaro Parente im McLaren konnte die Führung vor der Audi-Meute behaupten, doch beim Anbremsen der Mercedes-Arena kamen sich die Audis selbst in die Quere. Laurens Vanthoor im WRT-Audi wurde von Salaquarda umgedreht, auch ein Lamborghini musste durch das Kiesbett. Nach der ersten Runde führte Parente das Rennen vor Christopher Mies und Maximilian Buhk an. Kurz darauf wurde Buhk bis auf Platz 32 durchgereicht, Parente wurde nun von drei Audi gejagt. Nach eingehender Untersuchung durch die Rennleitung wurde die Kollision in Turn 1 als Rennunfall eingestuft.

Die Anfangsphase: An der Spitze setzten sich die Top-5 rasch vom Rest des Feldes ab. Das Audi-Trio hinter Parente wechselte sich mit schnellsten Runden ab und hetzte so den McLaren an der Spitze. Auch Giacomo Piccini im Ferrari auf Platz fünf konnte zunächst noch mit dem Spitzenquartett mithalten, fiel aber nach und nach zurück. Die Top-4 blieben dicht beisammen, der Ferrari hielt einen Respektabstand von zwei bis 2,5 Sekunden. Dahinter hielt Philipp Eng im BMW nahezu ein Dutzend an Fahrzeugen auf, was zu einigen Zweikämpfen führte. Dries Vanthoor im Audi versuchte ein Manöver gegen Eng in der NGK-Schikane, verbremste sich aber und musste in der Folge seine Position heftig gegen den Bentley von Maxime Soulet verteidigen. Soulet attackierte Vanthoor auch danach immer wieder.

Die Boxenstopps: Bereits mit Öffnen des Pit-Stop-Windows kamen Eng, Vanthoor und Soulet herein. Der Audi (nun mit Nico Müller am Steuer) und der Bentley (Andy Soucek) schafften es beim Stopp am BMW (Alexander Sims) vorbei! Etwas weniger als 32 Minuten vor dem Ende kam auch Parente herein, um den McLaren an Rob Bell zu übergeben. Das Audi-Trio blieb hingegen geschlossen noch einige Runden lang draußen. Mit noch 27 Minuten auf der Uhr gingen Rast (Wechsel auf Will Stevens) und Franck Perera (Wechsel auf Marlon Stockinger) an die Box, Mies blieb noch eine Runde länger draußen. Die Reihenfolge nach den Stopps: Enzo Ide (übernahm von Mies) führte vor Marlon Stockinger, Rob Bell und Will Stevens.

BSS: Das Quali-Rennen am Nürburgring in voller Länge: (01:31:24 Min.)

Die Schlussphase: Kurz nach dem Schließen des Boxenstopp-Fensters fing Stockinger einen Dreher in der Mercedes-Arena gerade noch ab, Bell aber schlüpfte durch und holte sich Platz zwei. 17 Minuten vor dem Ende des Rennens wurde eine kurze Full Course Yellow nötig, da Martin Plowman im McLaren #59 am Ausgang der Mercedes-Arena strandete. Nur wenig später drückte sich Stevens in Turn 1 an Stockinger vorbei. Im Kampf um den Sieg spielten die beiden Audi jedoch keine Rolle mehr. Bell kam Ide immer näher und lag sechs Minuten vor dem Ende in direkter Schlagdistanz zum Audi. Selbst trotz zweier Verbremser blieb Bell dran an Ide.

Die Platzierungen: Ide konnte den immensen Druck von Bell in den letzten beiden Runden standhalten. Damit holen Mies/Ide den Sieg für Audi vor Parente/Bell im McLaren. Das Podium komplettieren Rast/Stevens, mit Perera/Stockinger und Vanthoor/Müller kamen zwei weitere Audi in die Top-5. Auf Rang sechs sahen Soulet/Soucek (Bentley) die Zielflagge vor Eng/Sims (BMW), Schneider/Szymkowiak (Mercedes) und Martin/Dusseldorp (BMW). Der letzte Platz in den Top-10 ging an Buhk/Baumann (Mercedes).