Liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

endlich hat die ewig lange Winterpause ein Ende! Wer sich das wohl ausgedacht hat... Vor meinem ersten Rennen in der GP2 an diesem Wochenende in Barcelona wurde mir aber nicht langweilig. Bestimmt habt ihr von meiner Fahrt im GP2-Renner auf dem Sachsenring gehört. Zu diesem speziellen Event möchte ich euch diesmal ein paar Hintergründe liefern.

Weil es einige Nachfragen dazu gab: Ja, das war genau das Auto, mit dem ich die GP2-Saison für Carlin bestreiten werde. Wegen des Reglements durfte ich allerdings keine Slicks fahren, sondern war auf Demoreifen unterwegs. Wenn ich Slicks hätte aufziehen dürfen, wäre ich bestimmt nicht nach sechs Runden an die Box gekommen! Mit den anderen Reifen musste ich beim Fahren natürlich ein wenig aufpassen, um keinen Schaden zu riskieren.

Das hatte es noch nie gegeben: GP2-Auto auf dem Sachsenring - Foto: Marco Lang
Das hatte es noch nie gegeben: GP2-Auto auf dem SachsenringFoto: Marco Lang

Wir hatten großes Glück, dass das Event am Sachsenring gut in den Zeitplan passte. Kostenmäßig war es schon intensiver als unsere übliche Präsentation in Leipzig, aber wir wollten unseren Sponsoren und Partnern eben etwas ganz Besonderes bieten. Viele kennen die GP2 ja nur aus dem Fernsehen. So ein Auto live an der Strecke zu sehen, ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Günstig war es natürlich nicht. Mit all dem Personal und den Transportkosten lagen die Ausgaben schon im fünfstelligen Bereich.

Die Veranstaltung war aber ein voller Erfolg. Heutzutage kannst du Sponsoren nicht mehr damit begeistern, einfach nur das Logo des Unternehmens auf den Seitenkasten zu kleben. Da musst du dir schon mehr einfallen lassen und möchtest den Leuten was für ihr Geld bieten. Ich habe ein paar größere und mehrere kleine Partner. Auf diesem Wege konnten wir alle an einem Ort zusammenbringen. Am Ende des Tages setzen sie ja alle aufs selbe Pferd - in diesem Fall mich.

Marvin mit seinen Partnern bei der Präsentation des GP2-Autos - Foto: Marco Lang
Marvin mit seinen Partnern bei der Präsentation des GP2-AutosFoto: Marco Lang

Es ist wohl kein Geheimnis, dass die GP2 sehr teuer ist. Dank meiner Erfolge in den vergangenen Jahren hatte ich ein besseres Angebot als andere Fahrer, aber eine einzige Saison verursacht trotzdem sehr hohe Kosten. Inklusive der Reisekosten kann man sagen, dass wir ein Budget aufbringen mussten, das an einer siebenstelligen Summe kratzt.

Seit meinem Formeleinstieg 2012 haben sich die Kosten - einfach ausgedrückt - jährlich verdoppelt. Deshalb ist es für uns immer schwieriger geworden, das nötige Budget aufzutreiben. Und ich stamme eben nicht aus einer Familie, in der Papa einfach das Portemonnaie aufmacht und alles zahlt. Natürlich gibt es auch solche Fahrer, aber ganz viele andere können nicht mal das Budget für eine Saison in der Formel 4 aufbringen. Deshalb bin ich stolz und dankbar, dass wir es gemeinsam so weit geschafft haben.

Die besten Bilder von Marvins Sachsenring-Event

Foto: Marco Lang
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