Liebe Motorsport-Magazin.com-Leser,

vielleicht habt ihr es schon gelesen: Ich steige dieses Jahr in die GP2 auf! Nach zuletzt zwei dritten Gesamtplätzen in der GP3-Serie bin ich sehr froh, mich in dieser Saison einer neuen Herausforderung stellen zu können. Ich starte für das britische Traditionsteam Carlin und freue mich sehr, dass ich ein Cockpit bei einem solchen Toprennstall bekommen habe. Im vergangenen Jahr lief es in der GP2 zwar nicht so erfolgreich für das Team, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es gemeinsam wieder in Richtung Spitze schaffen.

Nachdem es in den letzten Wochen recht ruhig um mich war, hat sich das Engagement mit Carlin ziemlich kurzfristig entschieden. Es gab noch andere Optionen, jetzt bin ich aber happy, den nächsten Schritt in Richtung Formel 1 machen zu können. Natürlich hätte ich lieber schon im Dezember Klarheit über meine Zukunft gehabt, aber am Ende hat es ja geklappt. Einer meiner langjährigen Unterstützer hat gute Kontakte zu Carlin und so sind wir ins Gespräch gekommen - vielen Dank an dieser Stelle!

Da wir erst ziemlich spät planen konnten, hatten nur noch drei Teams Plätze für diese Saison frei. Aufgrund der Erfolge war Carlin für mich der absolute Favorit, und wir haben ein gutes Paket geschürt. Vergangene Woche habe ich das Team in England besucht, um meine neuen Kollegen kennenzulernen und das Auto auf mich anzupassen. Bislang fühlt sich alles sehr gut an. Es ist einfach eine tolle Möglichkeit für mich, mit dem Team an den Start gehen zu können.

Marvin Kirchhöfer testet erstmals mit der GP2 in Barcelona - Foto: GP2 Series
Marvin Kirchhöfer testet erstmals mit der GP2 in BarcelonaFoto: GP2 Series

Erste Testfahrten für Kirchhöfer mit Carlin in Barcelona

Jetzt bin ich schon in Barcelona, in dieser Woche beginnen die ersten Testfahrten für die kommende Saison. Wir haben ein gutes Programm für die drei Tage ausgearbeitet, denn für mich gibt es einiges Neues zu lernen. Etwa den DRS-Flügel, der wie in der F1 auch in der GP2 zum Einsatz kommt. Darin sehe ich aber kein großes Problem, das DRS kenne ich schon von einem Test in einem Formel Renault 3.5.

Interessanter wird der Umgang mit den unterschiedlichen Reifen von Pirelli. Als Vorbereitung auf die Formel 1 fahren wir in der GP2 ja ebenfalls verschiedene Mischungen an den Rennwochenenden. Im Hauptrennen gibt es zudem einen verpflichtenden Reifenwechsel. Das wird eine neue Erfahrung für mich und ein wichtiger Punkt bei den Tests. In der GP3 haben wir zwar sporadisch Boxenstopps geübt, aber natürlich nie unter Rennbedingungen. Eine gute Möglichkeit, weiter Vertrauen zum Team aufzubauen.

Jetzt bin ich gespannt, wie es für uns in Barcelona läuft. Bevor ich mir irgendwelche Ziele für meine erste Saison in der GP2 stecke, warte ich erst mal die Testfahrten ab. Es bringt überhaupt nichts, schon jetzt vorschnell Saisonziele zu formulieren, das sorgt nur für unnötigen Druck. Drückt mir weiter die Daumen, nach den Tests werde ich euch berichten, wie es gelaufen ist.

Euer Marvin