Der österreichische Nachwuchspilot Rene Binder steht vor einem fixen Engagement in der GP2. Binder fuhr im Vorjahr in der deutschen Formel 3, wo er mit drei Saisonsiegen den sechsten Platz belegte, darüber hinaus schnupperte er in Spa, Monza und Singapur bereits GP2-Luft, da er beim Team Venezuela GP Lazarus am Saisonende den überforderten Giancarlo Serenelli ersetzte.

Aufgrund der großen Umstellung - Binder saß noch nie zuvor in einem GP2-Boliden -, kam der 21-Jährige bei seinen sechs Einsätzen zwar nicht über einen 13. Platz hinaus, wurde vom italienischen Rennstall jedoch im November zu Testfahrten in Jerez eingeladen, bei denen er überzeugen konnte. "Wir sind gerade in den Verhandlungen mit Venezuela Lazarus", verriet Binder im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Es ist relativ konkret." Der Tiroler absolvierte zwar auch Tests für Racing Engineering, mit diesem Team wird es aber vermutlich keine Zusammenarbeit geben. "Es wird wahrscheinlich Venezuela Lazarus", betonte der Neffe von Ex-Formel-1-Pilot Hans Binder hinsichtlich der kommenden Saison.

Motorsport im Blut: Hans Binder fuhr in den 70ern in der Formel 1 - Foto: Sutton
Motorsport im Blut: Hans Binder fuhr in den 70ern in der Formel 1Foto: Sutton

Läuft alles nach Wunsch, soll der Deal in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen unter Dach und Fach gebracht werden. Binder plant vorerst für zwei Jahre in der GP2 und hofft, sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit unter den Top-10 etablieren zu können. Sollte das gelingen, wäre auch die Königsklasse kein utopisches Ziel, so der Österreicher. "Wenn ich mich im zweiten Jahr steigere und ganz vorne mitfahren kann, ist die Formel 1 schon realistisch", betonte er.

Vor allem die Rennen mit umgekehrter Startreihenfolge würden eine gute Chance auf Spitzenplatzierungen bieten. Zunächst muss Binder aber erst einmal die zahlreichen neuen Strecken lernen, die nun auf ihn zukommen, denn der Österreicher betritt beispielweise in Malaysia, Bahrain und Abu Dhabi Neuland. In einer weiteren Rennserie möchte er 2013 nicht mehr an den Start gehen. "Ich konzentriere mich nur auf die GP2." Um sich auf seine neue Aufgabe bei Lazarus vorzubereiten, absolviert Binder derzeit einen Sprachkurs in Italien.