Die Formula Student Germany hat ihre Tore geöffnet. Bereits am Dienstag begannt das Event mit der Eröffnungszeremonie, seit Mittwoch laufen die technischen Abnahmen der Boliden. Bei den Verbrennern hat bereits gut die Hälfte schon alle vier Aufkleber erhalten, bei der FSE haben bislang nur fünf Teams alle Tests erfolgreich absolviert, allerdings gibt es in dieser Klasse einen Test mehr, weil die Elektronik vor Wasser geschützt sein muss.

Vor allem aber die E-Inspektion zieht sich in die Länge, erst 20 von 40 Teams haben diesen Part erfolgreich hinter sich gebracht. Viele Lösungen, die bei der Formula Student UK in Silverstone beim Scrutineering noch abgenommen wurden, werden in Deutschland beanstandet. Die FSG wird damit einmal mehr ihrem Ruf gerecht, bei der technischen Abnahme zu den heikelsten Events des Jahres zu zählen.

Stuttgarts Radial Derby TV - Tag 1: (06:00 Min.)

Das heißt Wetter erschwert die Arbeit für die E-Teams zusätzlich. Weil die Boxenanlage komplett von Verbrennern eingenommen wird, wurde wie schon in der Vergangenheit ein Zelt für die FSE (Formula Student Electric) errichtet, das sich bei den derzeitigen klimatischen Bedingungen aber extrem aufheizt. Am Donnerstag zeigte das Thermometer deutlich über 30 Grad an, auch die kommenden Tage ist keine Abkühlung zu erwarten. Nicht nur die Teammitglieder leiden unter der Hitze, auch die Technik ist gefordert. Speziell am Sonntag, wenn der Endurance auf dem Programm steht, gilt es für ausreichend Kühlung zu sorgen.

Bernd Schneider nimmt den KIT13c unter die Lupe - Foto: KA RaceIng
Bernd Schneider nimmt den KIT13c unter die LupeFoto: KA RaceIng

Das bislang leichteste Fahrzeug stammt aus Kanada. Der Bolide von Formula ETS aus Montreal bringt lediglich 151,2 Kilogramm auf die Waage. Dicht gefolgt wird dieser Wert von der Technischen Universität Graz, die mit dem TANKIA 2013 auf 153,40 Kilogramm kommen. Der Weltranglistenerste, das Rennteam Uni Stuttgart schafft es mit dem Vierzylinder im Heck und Aero-Paket auf starke 185,20 Kilogramm. Die Stuttgarter mussten ihren Boliden am zweiten Scrutineering-Tag erneut abnehmen lassen, weil über Nacht Umbauarbeiten vorgenommen wurden.

Am 11-8 wurde ein leichterer Endschalldämpfer verbaut und zusätzlich ein Drag Reduction System, das den Luftwiderstand auf Knopfdruck verringert. Der nb013, Münchens neueste Waffe im Kampf um Weltranglistenplatz eins, wiegt mit 198,6 Kilogramm fast 15 Kilogramm mehr. Einer der spektakulärsten Boliden des Events ist der KIT13c von KA RaceIng aus Karlsruhe. Ein eigens mit AMG entwickelter Zweizylinder Turbomotor soll für den nötigen Vortrieb sorgen, der gleiche Motor kommt auch im jr13 von joanneum racing graz zum Einsatz. DTM-Legende Bernd Schneider ließ es sich nicht nehmen und inspizierte beide Boliden genau.

Da bei den E-Autos bislang nur fünf Boliden fertig abgenommen wurde, ist das Bild in dieser Klasse noch nicht besonders aussagekräftig. Der Topfavorit auf den Klassensieg, das AMZ Racing Team hat erwartungsgemäß alle Inspektionen hinter sich gebracht und stellt mit 181,4 Kilogramm das bislang mit Abstand leichteste Auto. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg folgt mit knapp 195 Kilogramm, der KIT13e von Karlsruhe ist mit 213,2 Kilogramm dritter dieser Wertung.

Das heiße Klima sorgt nicht nur für Probleme - Foto: FSG - Kroeger
Das heiße Klima sorgt nicht nur für ProblemeFoto: FSG - Kroeger

Am Donnerstag standen schon zahlreiche statische Prüfungen auf dem Programm. Allerdings durften sich die FSC- (Formula Student Combustion) Teilnehmer noch ausruhen. Für die Elektro-Teams standen Design- und Businesspräsentation, sowie Cost-Report auf der Tagesordnung. Am Abend durfte die besten drei Teams der Business-Wertung ihre Vorträge beim Businessfinale erneut halten. Delft, Zürich und Zwickau machten den Sieger, der am Freitag bekannt gegeben wird, unter sich aus. Die Plätze vier bis 40 stehen hingegen schon fest. Bayreuth landete vor Freiberg und Global Formula Racing aus Ravensburg auf Rang vier. Karlsruhe erreichte Platz acht, das Greenteam aus Suttgart muss sich mit dem zwölften Rang zufrieden geben.

Am Freitag dürfen sich die Teams nicht nur auf die statischen Disziplinen der Verbrenner freuen, erstmals stehen auch die Dynamics an. Während viele Teams noch auf die technische Freigabe warten müssen, können zwischen 11:00 und 18:30 Uhr die ersten Zeiten beim Skid Pad auf den Asphalt gebrannt werden. Außerdem erwarten einige Team die Award Finals, unter anderem wird der Preis für den innovativsten Antriebsstrang vergeben, wo beide Grazer Teams und Karlsruhe den Sieg unter sich ausmachen.

Auch an den folgenden Tagen liefert Motorsport-Magazin.com wieder die coolsten Bilder, die besten Videos und Berichte von der Formula Student in Deutschland.

Formula Student TV - Episode 2: (05:00 Min.)