Nach monatelangem Kopfzerbrechen über die Konstruktion des neuen Rennwagens und einer anspruchsvollen Fertigungsphase mit wenig Schlaf, können die Mitglieder des Formula Student Teams 'HAWKS Racing e.V.' stolz auf ihren neuen Rennboliden H09 blicken. Am 31. Mai 2013 war es dann soweit: Sponsoren und geladene Gäste durften sich bei einem gelungenen Rollout ein eigenes Bild vom H09 des erfolgreichen Hamburger Formula Student Teams machen.

Das Gewicht des H09 wurde auf nur 205 Kilogramm reduziert - eine Gewichtseinsparung von acht Kilogramm gegenüber dem Vorjahreswagen. Der Einbau einer neuen Abgasanlage und Stub-Axles aus Titan tragen zu diesem geringen Gewicht bei. Auch beim Fahrwerk wurde durch Radnaben aus Titan, Karbon-Querlenker und Magnesium-Felgen Gewicht eingespart.

In diesem Jahr griff das Team wieder auf den bewährten Kawasaki ZX6R Motor zurück, welcher eine Leistung von 88 PS bei 65 Nm Drehmoment abgibt. Neue Entwicklungen gibt es im Bereich des Tanksystems, in dem ein Sicherheitstank mit Kammer-System und Trap Doors für eine optimale Ansaugung des Kraftstoffes bis zum letzten Tropfen auch in Kurvenlage sorgt.

Auch der letztjährige Bolide war ein Hingucker - Foto: FSG, Buck
Auch der letztjährige Bolide war ein HinguckerFoto: FSG, Buck

Wie bereits in den Vorjahren setzt das Hamburger Team auf eine Kombination aus Stahlrohrheckrahmen und Monocoque. Das Fahrzeug kann somit innerhalb von zehn Minuten in der Mitte getrennt werden, wodurch Bauteile besser zugänglich sind. Überdies wurde der Lagenaufbau des Monocoques optimiert, damit eine höhere Steifigkeit bei einem geringeren Gewicht erreicht werden kann. Heckrahmen und Monocoque bringen deshalb insgesamt nur etwa 28 Kilogramm auf die Waage.

Durch eine optimierte und gewichtsreduzierte Pedalerie, die individuell auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Fahrer eingestellt werden kann, sowie eine ergonomische Sitzposition, kann der Fahrer optimale Leistungen in den verschiedenen Disziplinen der Formula Student erzielen. Die Integration eines Gasdruckdämpfers in das Gaspedal, sowie ein völlig neu entwickeltes Lenkrad, ermöglichen dem Fahrer durch ein optimales Feedback vom Fahrzeug, ein völlig neues Gefühl für den H09 zu entwickeln und so bessere Fahrleistungen zu erzielen.

Durch die neu entwickelten verstellbaren Front- und Heckflügel entsteht ein Anpressdruck von 400 Newton bei 50 km/h. Zudem wurde das Kühlsystem des H09 an die veränderte Aerodynamik angepasst und somit auf Höchstleistung optimiert werden.

Auch im Bereich der Elektronik hat sich beim H09 viel getan. Eine programmierbare LC-Anzeige informiert den Fahrer über wichtige Daten, ohne dass er seinen Blick von der Fahrbahn nehmen muss. Über die elektromechanische Kupplung und Schaltung kann der Fahrer die Gänge des H09 durch Schaltwippen am Lenkrad hoch- und herunterschalten. Dabei ist die Kupplung mithilfe von Rampen programmierbar, was eine Launch-Control ermöglicht. Der Kabelbaum des neuen Rennboliden kann wie der Heckrahmen und das Monocoque getrennt werden und entspricht dem IP67-Standard. Somit ist der Kabelbaum vor Wasser und Staub geschützt.

Eine völlige Neuerung ergibt sich für den H09 im Bereich der Bremstechnik. Ein Rennsport-Antiblockiersystem der Firma Bosch unterstützt die Fahrer bei der Kurvenfahrt, da das ABS späteres Bremsen in Kurven ermöglicht und so zu verbesserten Rundenzeiten führen kann.

Nach einer anstrengenden Konstruktions- und Fertigungsphase bleibt HAWKS Racing aber nur wenig Zeit zum Durchatmen: Das Testen des neuen Rennboliden erfordert die ganze Aufmerksamkeit der Teammitglieder und wird enthüllen, was in dem neuen Auto steckt. Die Teilnahme am ersten Renn-Event für das Team bei der Formula Student Germany in Hockenheim wird zeigen, was der neue Bolide auf der Strecke kann und wie das Team in den statischen Disziplinen überzeugt.