Nach zuletzt zwei Siegen auf europäischem Boden triumphierte das Rennteam Uni Stuttgart auch in der Heimat der Formula Student. Als erstes deutsches Team gelingt es den Stuttgartern, den seit 1981 ausgetragenen Wettbewerb in Michigan für sich zu entscheiden. Nach bisher bereits vier Teilnahmen mit zwei dritten Plätzen in den letzten beiden Jahren, gelang es dem Rennteam nun endlich mit dem Rennwagen der siebten Generation, dem F0711-7, den noch fehlenden großen Sieg einzufahren.8

Um optimal vorbereitet zu sein, machte sich eine sechsköpfige Gruppe des Teams bereits eine Woche vor Beginn des Wettbewerbs auf den Weg nach Amerika. An der Ohio State University in Columbus wurde mit dem F0711-7 nochmals ein intensives Testprogramm abgespult, um den Ernstfall zu proben. Eine Maßnahme, die sich bezahlt machte, da noch einige technische Mängel und Ermüdungserscheinungen am Fahrzeug entdeckt und behoben werden konnten.

Der Wettbewerb in Michigan ist das älteste Event - Foto: Rennteam Uni Stuttgart
Der Wettbewerb in Michigan ist das älteste EventFoto: Rennteam Uni Stuttgart

Am Mittwoch, 8. Mai, begann für alle Teilnehmer der Wettbewerb. Zunächst ging es darum, das Fahrzeug durch die technische Abnahme zu bringen. Dazu gehören Reglementkonformität sowie sicherheitsrelevante Tests, um überhaupt die Zulassung zu den dynamischen Events zu bekommen. Am nächsten Tag fanden sämtliche statische Disziplinen statt. Schnell zeichnete sich ab, dass es wohl auch in diesem Jahr in erster Linie Global Formula Racing (GFR) zu schlagen galt, nachdem das deutsch-amerikanische Team in den letzten drei Jahren den Sieg in Michigan davongetragen hatte.

Am Freitag ging es dann erstmals auf der Strecke zur Sache: Acceleration, Skid Pad und Autocross standen auf der Tagesliste. Leider verlief das Programm für das Rennteam nicht ganz nach Plan. Probleme mit der Spritpumpe verhinderten bei Acceleration und Autocross optimale Ergebnisse. Dennoch konnten die Stuttgarter sich nach inoffiziellem Zwischenstand an der Spitze des Feldes etablieren mit leichtem Rückstand auf GFR und knapp vor den Teams der Universitäten von Tallinn (EST), Missouri (USA), Akron (Ohio, USA) und Montreal (CDN).

Entscheidung beim Endurance?

11. Mai 2013: An diesem letzten Tag des weltweit größten Formula Student Wettbewerbs deutete vor dem alles entscheidenden Endurance-Event über 22 Kilometer auf dem Rundkurs alles auf einen Zweikampf um den Gesamtsieg zwischen den mittlerweile langjährigen Rivalen Rennteam Uni Stuttgart und Global Formula Racing (Oregon State University & DHBW Ravensburg) hin. Den Gegner genau im Visier gingen die Teams als die beiden letzten an den Start, bereit für den großen Showdown. Doch wie so oft im Motorsport kam alles ganz anders.

Der Endurance sollte also die Entscheidung bringen und die Ergebnisse des Autocross deuteten stark auf ein knappes Rennen zwischen Rennteam und GFR hin. Doch während beide bereits am Vorstart standen und die Motoren warmlaufen ließen, sorgte ein Motorschaden des Teams aus Michigan für Öl auf der Strecke, was eine lange Reinigungsprozedur und erhebliche Verschlechterung der Streckenverhältnisse durch eingesetztes Bindemittel zur Folge hatte. Zu allem Überfluss aus deutscher Sicht begann es nun noch zu regnen, als der F0711-7 gerade seine erste Runde beendet hatte. Konkurrenzfähige Zeiten waren damit unmöglich.

Akribische Vorbereitung war der Schlüssel zum Erfolg - Foto: Rennteam Uni Stuttgart
Akribische Vorbereitung war der Schlüssel zum ErfolgFoto: Rennteam Uni Stuttgart

Noch härter traf es allerdings die Konkurrenz von Global Formula Racing: Mit Motorproblemen konnte der Titelverteidiger letztendlich den Endurance gar nicht erst beginnen. Die Kräfteverhältnisse wurden entsprechend verzerrt, GFR war aus dem Rennen, aber auch in Stuttgart glaubte keiner mehr an die Chance auf den Sieg. Am Ende war es nur der 11. Platz für das Rennteam im Endurance, aber in der Formula Student geht es eben nicht immer nur um schnelle Rundenzeiten. Das Team der Universität Tallinn schien bereits der sichere Sieger zu sein, da die Esten in den statischen Disziplinen überzeugt hatten und am Ende vom einsetzenden Regen profitieren konnten.

Dennoch standen die 100 Punkte der Fuel Efficiency noch als Unbekannte im Raum. Und tatsächlich wurde damit der Wettbewerb entschieden. Mit einem überragenden 3. Platz beim Kraftstoffverbrauch, der während des Endurance gemessen wird, gelang es dem Rennteam Uni Stuttgart die verlorenen Punkte wieder hereinzuholen und am Ende einen unglaublich knappen Gesamtsieg mit 831,5 zu 820,7 vor Tallinn zu feiern. Dritter wurde die Universität von Akron mit 819,0 Punkten.