Eine spannende Strecke, Platz 3 im Qualifying und eine spektakuläre Aufholjagd im Sonntagsrennen: Imola hätte für Tim Sandtler das ersehnte Erfolgserlebnis werden können. "Es sah so gut aus", sagt er rückblickend, "umso ärgerlicher ist es, wenn man weiß, dass man aus eigener Kraft ganz vorne hätte mitfahren können." Doch dazu sollte es nicht kommen.

Im Freien Training kam Sandtler auf Anhieb mit der ihm unbekannten Strecke klar, selbst im Nassen. "Ich war von Anfang an gut dabei", sagt er. "Die Strecke gefällt mir. Sie ist sehr flüssig, sehr schnell und macht sehr viel Spaß." Auch das Glück schien ihm am Freitag hold zu sein: keine Defekte, keine Probleme. Die Belohnung war die drittschnellste Zeit im Qualifying.

Sandtler baut jetzt auf ein gutes Abschlussergebnis in Monza. - Foto: IFM
Sandtler baut jetzt auf ein gutes Abschlussergebnis in Monza.Foto: IFM

Dafür lief es im ersten Rennen nicht mehr so gut. Der Luftdruck an Sandtlers Auto war nicht ganz optimal eingestellt, so dass die Reifen auf dem neuen, aber sehr rauen Asphalt nicht schnell genug auf Temperatur kamen, die niedrigen Außentemperaturen halfen ebenfalls nicht. Der Start war dennoch in Ordnung und er konnte Platz 3 behaupten. "Aber ich schaffte es nicht, mich in den ersten zwei Runden vom Vierten abzusetzen."

Dieser überholte Tim, weil dessen Reifen nicht schnell genug auf Betriebstemperatur kamen. "Dadurch hat mir der Schwung auf der Geraden gefehlt und der Fünfte und Sechste gingen auch noch vorbei." Als der Siebte sein Glück versuchte, war es zu spät: es wurde zu eng, er krachte gegen Tims Vorderrad und das Rennen war beendet.

Die Folge war Startplatz 21 für das zweite Rennen am Sonntag. Mit optimalem Luftdruck und wenig Flügel startete Tim eine famose Aufholjagd bis auf Position 10. "Ich habe alle Plätze aus eigener Kraft gutgemacht", betont er. Selbst sein Renningenieur lobte ihn für ein starkes Rennen mit vielen Überholmanövern. "Ich konnte den Speed der Spitze mitgehen und habe ein paar gute Überholmanöver gezeigt, teilweise außen herum. Das war der Höhepunkt meines Wochenendes." Leider war es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät, um ganz vorne ein Wörtchen mitzureden. "Es wäre schön gewesen, wenn es schon im ersten Rennen so gewesen wäre. Dann hätte ich um die Top-3 mitfahren können."