Die Formel E wird weiterhin eines der beiden Standbeine von Porsche Motorsport mit einem Werksengagement sein. Wie der schwäbische Sportwagenbauer am Samstag bekanntgab, wird er im Jahr 2021 und darüber hinaus in der ersten Meisterschaft für rein elektrisch betriebene Formelfahrzeuge teilnehmen. Auch das WEC-Projekt mit zwei Porsche 911 RSR im Werkseinsatz wird fortgesetzt. Der Fahrplan für die kommende Motorsportsaison wurde bei der ersten virtuellen "Night of Champions" vorgestellt.

"Wir freuen uns sehr, dass wir am heutigen Tag ein klares Bekenntnis zur weiteren Teilnahme an der ABB FIA Formula E abgeben können", sagt Fritz Enzinger, Leiter Motorsport. Porsche ist zu Beginn der vergangenen Saison in die Serie eingestiegen. Beim Saisonauftakt in Diriyah fuhr Andre Lotterer auf Anhieb auf das Podest. Der Duisburger startete in Mexiko-Stadt ePrix erstmals für Porsche von der Pole Position.

"Wir sind von der hervorragenden Bühne und dem einzigartigen Konzept vollständig überzeugt", bekräftigt Enzinger. "Wir nutzen den rein elektrischen Formelsport für eine konsequente Entwicklungsarbeit und den Ausbau unserer Kompetenzen im Bereich der batterie-elektrischen Antriebe. Wir wollen die Meisterschaft in den kommenden Jahren gemeinsam mit der FIA/FEO [Formula E Operations Limited, Ergänzung der Redaktion] und den Teams weiter voranzubringen."

Formel E wichtig für künftige Entwicklungen

Enzinger unterstreicht damit, was Michael Steiner, Porsche-Vorstandsmitglied für Forschung und Entwicklung, im Frühjahr beim Porsche-Podcast 'Inside E' sagte. "Die Erfahrungswerte aus dem LMP1-Projekt haben auf die Entwicklung des Porsche Taycan einen wesentlichen Einfluss genommen. Wir erwarten uns vom Formel-E-Projekt ähnliche Synergieeffekte sowie Inspiration für künftige Sportwagen", berichtete Steiner damals.

Porsches Bekenntnis zur Formel E ist für die sportliche Zukunft der Serie wichtig. Zuletzt hatten Audi und BMW verkündet, sich Ende 2021 aus Meisterschaft zurückzuziehen. Mit Mercedes ist aktuell ein vierter deutscher Autohersteller in der Serie zurückzuziehen, die im kommenden Jahr erstmals das FIA-Prädikat 'Weltmeisterschaft' erhält.

Porsche wird mit einem veränderten Fahreraufgebot in die siebte Saison der Formel E starten, deren erstes Rennen am 16. Januar 2021 in Chile stattfindet. Neel Janis Platz im Porsche 99X Electric wird Pascal Wehrlein einnehmen. Die Ingenieure in Weissach haben für die neue Saison den Antriebsstrang ihres zweiten Boliden optimiert und neue Wege zur Definition der Betriebsstrategie erarbeitet. Mit Jani und seiner schweizer Landsfrau Simona de Silvestro kann Porsche auf zwei Ersatzfahrer mit Formel-E-Erfahrung zugreifen.

Jani wird auch zu den Fahrern in der WEC zählen. Er wird der Teamkollege von Kevin Estre in einem der beiden Werks-Porsche 911 RSR, die weiterhin in Zusammenarbeit mit Manthey eingesetzt werden. Im Schwesterauto bleibt die Fahrerkombination unverändert. Gianmari Bruni und Richard Lietz werden die Startnummer 91 pilotieren.

Neue Autos für Supercup und Carrera Cups

In sechs Porsche Markenpokalen wird der neue 911 GT3 Cup seine Premiere feiern. Der 510 PS starke Sportwagen kommt nicht nur im internationalen Porsche Supercup zum Einsatz, sondern auch in den Carrera Cups Deutschland, Benelux, Frankreich, Asien und North America. Porsche beschreitet damit Neuland: Erstmals wird ein neues Modell im Debütjahr nicht nur im Porsche Supercup fahren, der im Rahmen der Formel 1 stattfindet.

Die Rennen des Supercups werden 2021 ausschließlich auf europäischen Boden ausgetragen. Der Startschuss erfolgt von 20. bis 23. Mai 2021 in Monaco. Das Finale findet zwischen 10. und 12. September in Monza statt. Erstmals wird der Supercup ein Rennen im niederländischen Zandvoort austragen.

Neu sind auch die 911 GT3 R, die im Kundensport eingesetzt werden. Auch die Kundenteams erhalten Unterstützung. So stellt Porsche in der IMSA seine Werksfahrer Laurens Vanthoor und Patrick Long zur Verfügung.

Porsche dünnt Fahrerpool aus

2019 präsentierte Porsche im Rahmen der 'Night of Champions' 18 Werksfahrer. In diesem Jahr waren es noch 14 Fahrer. Earl Bamber, Nick Tandy Patrick Pilet Michael Christensen, Sven Müller und Dirk Werner scheiden aus dem Kreis der Werksfahrer aus. Neben Wehrlein ist Thomas Preining der zweite Neuzugang. Beim Nachwuchs bleibt die Konstellation unverändert. Der Franzose Julien Andlauer ist weiterhin Porsche Young Professional und Ayhancan Güven absolviert 2021 seine zweite Saison als Porsche Junior.

Porsche Werksfahrer 2021
Gianmaria Bruni (39/Italien)
Matt Campbell (25/Australien)
Romain Dumas (42/Frankreich)
Kévin Estre (32/Frankreich)
Mathieu Jaminet (26/Frankreich)
Neel Jani (36/Schweiz)
Richard Lietz (36/Österreich)
Patrick Long (39/USA)
André Lotterer (39/Deutschland)
Frédéric Makowiecki (40/Frankreich)
Thomas Preining (22/Österreich)
Simona de Silvestro (32/Schweiz)
Laurens Vanthoor (29/Belgien)
Pascal Wehrlein (26/Deutschland)