Im neunten Anlauf hat es geklappt: Felipe Massa fuhr in Monaco zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere auf das Podium. Der langjährige Formel-1-Fahrer errang im Fürstentum hinter Sieger Jean-Eric Vergne und Oliver Rowland den dritten Platz. Ausgerechnet in Monaco - sowohl Massas Heimat als auch die seines Teams Venturi, das von Susie Wolff geleitet wird.

"Felipe zeigte in den letzten Rennen so viel Zuversicht, schaffte es aber nicht aufs Podium", sagte Teamchefin Wolff. "Es hier in Monaco zu schaffen, ist fantastisch und wohlverdient. Es ist genau das, was wir gebraucht haben. Zur Mitte der Saison hatten wir ein großes Momentum - und jetzt sind wir zurück."

Massas letzter Podiumserfolg im Motorsport liegt eine Weile zurück. Bis Monaco vergingen 1.343 podestlose Tage, nachdem er am 6. September 2015 beim Italien GP in Monza den letzten seiner 41. Podestplätze in der Formel 1 erzielt hatte.

Venturi-Teamchefin Susie Wolff beim Monaco ePrix - Foto: Venturi
Venturi-Teamchefin Susie Wolff beim Monaco ePrixFoto: Venturi

In Monaco startete Massa nach Paris zum zweiten Mal hintereinander vom vierten Startplatz, blieb diesmal im Rennen aber von Problemen verschont. Stattdessen profitierte der 38-Jährige von einem Fahrfehler von Vordermann Pascal Wehrlein, übernahm kampflos die dritte Position und verteidigte diese bis über den Zielstrich. Und das, obwohl ihm 150 Meter vor der Linie die Energie ausging.

Kurios: Bei seinen zwei Renn-Simulationen in Vorbereitung auf das Monaco-Rennen reichte ihm die verfügbare Energie aus der Batterie ebenfalls nicht aus. Doch unter realen Bedingungen machte sich Massa breit genug, um sich erfolgreich gegen Wehrlein zur Wehr zu setzen und den Podestplatz nach Hause zu fahren.

Felipe Massas bisherige Formel-E-Saison

Rennen Renn-Ergebnis Qualifying
1 Saudi-Arabien P17 P12
2 Marrakesch P18 P15
3 Santiago de Chile Ausfall P9
4 Mexiko P8 P3
5 Hongkong P5 P9
6 Sanya P10 P15
7 Rom Ausfall P9
8 Paris P9 P4
9 Monaco P3 P4

"Wenn die Ergebnisse stimmen, kommt in deiner Karriere alles auf dem natürlichen Weg zusammen", sagte Massa anschließend zu Motorsport-Magazin.com. "Und das ist das stärkste Gefühl, das du haben kannst. Ergebnisse sind einfach wichtig, sie geben dir das nötige Vertrauen."

Zweifel, dass er in der Formel E nicht klarkommt, habe Massa nie gehabt. Wenngleich der erste Podestpatz für seinen Geschmack etwas zu spät kam. Vor Monaco war ein fünfter Platz beim Hongkong ePrix sein bestes Resultat gewesen. In der Meisterschaft belegt er vier Rennen vor dem Saisonende den 14. Platz mit 32 Punkten. Spitzenreiter und Monaco-Sieger Vergne führt das Klassement mit 87 Zählern an.

Darum fährt die Formel E nicht auf dem Monaco GP-Kurs: (9:23 Min.)

Der Podiumserfolg beim Heimrennen hat Begehrlichkeiten geweckt. Klare Ansage: Er will künftig um den Titel kämpfen! Massa: "Das ist das Ziel. Ich bin hier, um zu gewinnen. Und nicht, um nur mitzufahren. In der Formel E können viele Teams gewinnen, das ist kein Problem. Das ist die einzige Meisterschaft, in der so etwas möglich ist. In der Formel 1 würde das niemals passieren."

Die Entscheidung, seine erste Formel-E-Saison mit dem vergleichsweise kleinen Venturi-Rennstall zu bestreiten (Motoren-Lieferant für HWA), habe sich als richtig erwiesen, fügte der Brasilianer an. Der Blick geht schon in Richtung nächster Saison, die im Dezember in Saudi-Arabien beginnt: "Wir müssen sicherstellen, dass wir die richtigen Teile am Auto haben. Ob es so kommt, weiß ich nicht. Aber ich hoffe, wir können nächste Saison mitkämpfen."