Antonio Giovinazzi fährt in der Formel 1 weiterhin als letzter Fahrer um seine Zukunft. Alle anderen Piloten sind für die F1-Saison 2022 inzwischen fixiert oder müssen nur noch formal bestätigt werden. Anders Giovinazzi bei Alfa Romeo: Ende des Jahres läuft der Vertrag des Italieners beim Sauber-Team aus der Schweiz aus. Teamchef Frederic Vasseur nahm den 27-Jährigen bereits mehrfach in die Pflicht, mit Leistung selbst Argumente für eine Weiterbeschäftigung zu sammeln.

Zuletzt schien diese Botschaft parallel zu diversen Gerüchten um Nachfolgekandidaten wie Guanyu Zhou angekommen. Sowohl in Zandvoort als auch jetzt in Monza drehte Giovinazzi plötzlich richtig auf und zog mit dem C41 - das bestenfalls achtschnellste Auto des Jahres - im Qualifying jeweils in das finale Q3 ein. Doch wie in Holland vermasselte es der Italiener nun auch beim Heimrennen seines Teams.

Giovinazzi: Erst Ferrari überholt, dann gecrasht

Im Sprint hielt Giovinazzi noch sein Resultat, am Start des Grand Prix katapultierte sich der Wackelkandidat sogar an einem Ferrari vorbei. Doch das Glück hielt nur vier Kurven lang. Im zweiten Teil der Variante Della Roggia verbremste sich Giovinazzi, kürzte die Schikane rechts über den Kerb ab, rumpelte zurück auf die Strecke und kollidierte so mit dem zuvor überholten Carlos Sainz. Das rechte Vorderrad des Ferrari traf das linke Hinterrad des Alfa Romeo, Giovinazzi drehte sich weg und knallte mit dem Frontflügel nach links in die Leitplanke.

Am Start drückte sich Giovinazzi noch an einem Ferrari vorbei - Foto: LAT Images
Am Start drückte sich Giovinazzi noch an einem Ferrari vorbeiFoto: LAT Images

"Es ist echt bitter, dass so ein starkes Wochenende von einem Vorfall in Runde eins beeinträchtigt wurde", sagte Giovinazzi. "Ich war vor der Schikane vor Carlos, bin dann etwas weit gegangen, auf den Kerb gekommen und dann hatte ich keine Kontrolle mehr über das Auto und habe nur einen Stoß von hinten gespürt. Aber ich muss es erst von außen ansehen", kommentierte Giovinazzi den Vorfall.

Giovinazzi scheitert mit Aufholjagd: Schaden zu groß

So fiel der Italiener bis auf den letzten Platz zurück. Immerhin konnte er sein Rennen nach einem Frontflügelwechsel fortsetzten. Doch gelesen war die Messe, noch dazu setzte es eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für unsicheres Zurückfahren auf die Strecke. Zumindest die konnte Giovinazzi auch ohne Studium der TV-Bilder eher weniger nachvollziehen. "Ich konnte ehrlich gesagt nichts mehr tun. Ich weiß nicht, ob Carlos mich gesehen hat, aber ich hatte keine Kontrolle mehr über das Auto", sagte Giovinazzi. Eine Strafe ist allerdings selbst in diesem Fall Usus. Auch Sebastian Vettel kassierte diese Sanktion für sein viel diskutiertes Zurückfahren auf die Strecke beim Kanada-GP 2019.

Über P13 dank eines späten Platztausches mit Teamkollege und Räikkönen-Vertretung Robert Kubica kam der Italiener durch den enormen Zeitverlust nicht mehr hinaus. Auch sein Bolide passte nicht mehr perfekt. "Wir müssen das Auto noch checken. Aber es war schon ein heftiger Treffer. Da war der Unterboden sicher beschädigt", sagte Giovinazzi. "Von ganz hinten war es dann einfach sehr schwierig. Das ist frustrierend, besonders in dem Wissen um unsere Pace und wo die Autos, die da um uns herum waren, ins Ziel gekommen sind."

Giovinazzis weiß: Schlechtes Timing für Patzer ...

Teamchef Vasseur zeigte sich alles andere als begeistert. "Alles in allem ist es eine verlorene Gelegenheit für unser Team, da unsere Pace gut war und das Wochenende klasse aussah, konstant in den Top-10 - bis Sonntag, wo uns die Umstände erwischt haben und wir außerhalb der Punkte beenden mussten", sagte der Franzose.

Dass solche Aktionen für ihn aktuell zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommen, weiß auch Giovinazzi. "Leider ja ... Aber wir haben unser Bestes gegeben. Gestern war ein guter Tag, das Qualifying war auch gut", erinnerte der 27-Jährige. "Sonntags ist das Glück noch nicht auf unserer Seite, aber hoffentlich ändert sich das bald."