Lando Norris zählt zu den größten Talenten des aktuellen Formel-1-Feldes. Das hat der junge Brite bereits in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt. In dieser Saison konnte der McLaren-Pilot bisher jedoch noch eine Schippe drauflegen. Nach elf absolvierten Rennen befindet sich Norris in der Fahrerwertung damit auf Position drei.

Ein unwirkliches Ergebnis? Zwar haben McLaren und auch Norris in dieser Saison bereits von manch einem Fehler der Konkurrenz profitiert, doch Teamchef Andreas Siedl glaubt, dass diese Zahl durchaus auch noch am Ende des Jahres stehen könnte. Norris spricht von der bisher besten Saison seiner gesamten Motorsport-Karriere.

Seidl mit Kampfansage: Wollen ihnen Leben schwer machen

15 Rennen in Folge saisonübergreifend in den Punkten - das ist in der Formel 1 bisher noch keinem McLaren-Piloten gelungen. Auch Namen wie Senna oder Prost kamen nicht an diese Marke heran. Zehn Mal konnte Norris in dieser Saison bereits in die Top-10 fahren und stand dabei dreimal auf dem Podium. Endabrechnung der ersten Saisonhälfte: 113 Punkte und damit Position drei in der Fahrerwertung.

Norris konnte bisher sogar Red-Bull-Pilot Sergio Pérez und auch Silberpfeil Valtteri Bottas hinter sich lassen. Angesichts dieser Konkurrenten dürfte es für den Briten allerdings kein leichtes Unterfangen werden, Position drei in der Fahrer-WM zu halten. Schließlich haben diese Piloten deutlich besseres Material zur Verfügung, erklärt McLaren-Teamchef Seidl. "Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir mit den beiden Ferrari-Piloten starke Konkurrenz haben."

Der britische Traditionsrennstall hat es in der bisherigen Saison jedoch geschafft, dass bestmögliche aus dem eigenen Material herauszuholen. "Im Rennen am Sonntag ist es von der Performance her nicht möglich. Wir versuchen es also mit besseren Rennen in Sachen Strategie oder versuchen, uns von mehr Ärger fernzuhalten als die anderen. Von Zeit zu Zeit haben wir aber auch Glück. Das alles kombiniert hat uns in diese Position gebracht."

Seidl sieht seinen Schützling gegen Bottas und Co. also nicht ganz chancenlos, sollte es im restlichen Jahr so weitergehen wie bisher. "Lando zeigt zusammen mit dem Team und einem starken Auto eine starke Performance. Wir haben es nach zehn Jahren wieder geschafft, auf Position drei zu sein. [WM-Rang drei für Norris] ist also nicht unrealistisch, wenn wir eine zweite Saisonhälfte wie diese haben können und es von Seiten Red Bull und Mercedes Fehler gibt."

Andreas Seidl wagt sogar eine kleine Kampfanasage in Richtung der angesprochenen Teams: "Wir werden versuchen, ihnen jedes Mal das Leben schwer zu machen, wenn wir ihnen auf der Strecke begegnen." Bisher ist das sowohl Lando als auch McLaren gut gelungen.

Für Norris und Teamchef Seidl gab es in dieser Saison bereits Einges zu feiern - Foto: LAT Images
Für Norris und Teamchef Seidl gab es in dieser Saison bereits Einges zu feiernFoto: LAT Images

Norris hält Ricciardo in Schacht: Das ist meine beste Saison

Auch Lando Norris selbst zeigt sich über seine Performance ebenfalls sehr zufrieden. Der Brite erklärt sogar, 2021 in seiner besten Saison zu sein: "In vielen Hinsichten. Mein bestes Jahr davor war wahrscheinlich in der Formel 4. Vor allem aufgrund meiner Konstanz im Qualifying. Da war ich über die ganze Saison in den Top-2." In dieses Jahr beschränke sich die Konstanz aber nicht nur auf das Qualfiying. "Ich bin auch im Rennen konstant. Ja, das ist definitiv die beste Saison meiner Karriere.

Hinzukommt, dass Lando Norris in dieser Saison auch Teamkollege Daniel Ricciardo deutlich in Griff hat. Der 7-fache GP-Sieger hat bisher schlappe 63 Zähler weniger auf seinem Konto als sein britischer Stallrivale. Ricciardo hat nach einiger Aussage weiterhin mit seinem Dienstwagen zu kämpfen. Der Australier gilt in Bezug auf die Bremse als besonders sensibel.

Dabei hatte auch Norris zu Beginn der Saison ebenfalls noch nicht komplett den Dreh raus. "Ich bin am Anfang so ähnlich wie im letzten Jahr gefahren. Das war aber nicht so, wie es sein sollte." Mittlerweile gelingt dies Norris aber deutlich besser: "Es hat ein bisschen gebraucht, wirklich zu wissen, was ich tun muss, um das Maximum herauszuholen." Die Ergebnisse sprechen aktuell jedoch für sich.