Ferrari erlitt im Mai beim Großen Preis von Frankreich einen Super-Gau im Rennen. Trotz aussichtsreicher Startpositionen wurden die beiden Scuderia-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz im Grand Prix nach hinten durchgereicht. Der Grund: Die Reifen kamen auf dem SF21 nicht in das Arbeitsfenster und sorgten so für einen Nuller. Steht der Scuderia in Silverstone das selbe Szenario bevor?

Frankreich-Flashback für Ferrari: Halten die Reifen?

Beim Frankreich-GP machte der Ferrari SF21 seinem Ruf als Samstags-Spezialist alle Ehre. Carlos Sainz krönte sich als Fünfter zum "Best of the Rest", Charles Leclerc folgte als Siebter nicht weit dahinter.

Im Rennen folgte dann allerdings ein Leistungs-Absturz. Beiden gelang es nicht auf dem Long Run die Pace der Konkurrenz mitzugehen und so wurde das Duo auf die Positionen 11 und 16 durchgereicht. Als Schuldige für diese Nullnummer wurden die Vorderreifen ausgemacht. In Le Castellet gelang es den Ferrari-Piloten nicht diese in das Arbeitsfenster zu bekommen.

Leclerc: Dürfen Paul Ricard nicht vergessen

Für den Formel-1-GP in Silverstone könnte Ferrari ein ähnliches Drehbuch erwarten. Denn wenn man die Streckencharakteristik als Anhaltspunkt nimmt, weist Silverstone einige Ähnlichkeiten mit Paul Ricard auf, wie Carlos Sainz feststellte: "Silverstone ist normalerweise eine Strecke, wo die Vorderachse der limitierende Faktor ist. Wenn es nicht zu warm wird, bauen die Vorderreifen sehr ab und haben viel Verschleiß", sagte der Spanier.

Charles Leclerc mahnte deshalb: "Wir dürfen Paul Ricard nicht vergessen. Silverstone ist eine anspruchsvolle Strecke für die Vorderreifen, darauf müssen wir aufpassen". Dem stimmte auch Carlos Sainz zu, der zugab: "Es ist uns bewusst, dass wir auf dieser Art von Strecken Probleme haben können."

In Le Castellet wurden Ferrari die Vorderreifen zum Verhängnis. - Foto: LAT Images
In Le Castellet wurden Ferrari die Vorderreifen zum Verhängnis.Foto: LAT Images

Besonders viel Zeit ihre Probleme in den Griff zu bekommen hat die Scuderia am Wochenende allerdings nicht. Bereits nach dem ersten Training am Freitag werden die Boliden aufgrund des besonderen Wochenend-Formats in Parc-Ferme-Bedingungen gesetzt. "Wir müssen gut in das Wochenende finden und von Anfang an gut dabei sein", hoffte Sainz.

Leclerc hofft auf Qualifying-Pace: Nicht wie in Österreich

Dass der Ferrari nicht nur auf eine Runde gut sein kann, sondern auch im Rennen in der Lage ist zu performen, bewiesen die Rennen in Österreich. In Spielberg spielte Ferrari in der Qualifikation kaum eine Rolle und mühte sich - meist erfolglos - am Einzug in Q3 ab. Doch im Rennen glänzten die roten Boliden anschließend, sodass Sainz und Leclerc satte Punkte einfahren konnten.

Das Qualifying-Defizit gegenüber Lando Norris war jedoch zu groß, sodass man im Kampf um WM-Platz 3 abermals Punkte gegen McLaren verlor. Es fehlt demnach die Konstanz an einem kompletten Rennwochenende vorne dabei zu sein. "In Österreich waren wir im Qualifying weniger stark, hoffentlich können wir auf eine Runde schneller sein", wünscht sich Charles Leclerc.